Haustiere

Nordische Hunderassen: Der Grönlandhund

Der Grönlandhund ist der robusteste Vertreter unter den Nordischen Schlittenhunden.
Er braucht eine konsequente Hand in der Erziehung und ist für Anfänger nicht geeignet.
In dieser Rassenvorstellung soll dieser wunderschöne Schlittenhund dem Leser ein bisschen näher gebracht werden.

Rasseportrait des Grönlandhundes

Grönland
FCI-Gruppe 5
Sektion Nordische Schlittenhunde
FCI-Standard Nr. 274 
Rüden: Größe: > 60 cm
Gewicht: > 30kg
Hündinnen: Größe: > 55 cm
Gewicht: > 23 kg

Diese Rasse wird im VDH vertreten durch:  Deutscher Club für Nordische Hunde (DCNH e.V.)

Geschichte des sensiblen Naturburschen
Diese Hunderasse ist unter den vier in Deutschland von der FCI anerkannten Schlittenhunderassen sicherlich die ursprünglichste. Ihr Herkunftsland ist Grönland, das nur an den schmalen Küstenstreifen nicht vom Inlandeis bedeckt ist. Diese Hunde dienten den dortigen Ureinwohnern, den Inuits, seit Jahrtausenden als Arbeitstiere für die Bärenjagd und die Zugarbeit vor dem Schlitten. Mit ihrer Hilfe bewältigen die Inuits, z. T. auch heute noch, ihren harten Alltag unter arktischen Bedingungen. 

Die Grönländischen Ureinwohner domestizierten die Hunde nach ihren Bedürfnissen. Sie sahen in ihnen reine Gebrauchsbrauchstiere, denen ein Optimum an Arbeitseinsatz, Ausdauer, Zug- und Widerstandskraft abgefordert wurde. Hierdurch wurde eine Hunderasse geschaffen, die sich im Einsatz unter extremen arktischen Verhältnissen bewährte.

Die Grönlandhunde waren ideale Helfer bei Expeditionen, u. a. wurden sie von Peary, Cook und nicht zuletzt Amundsen eingesetzt, der durch sie den Wettlauf zum Südpol gewann. Durch Amundsens indirekte Einflussnahme verhalf er der Jungfraubahn in der Schweiz im Jahre 1913 zu ihren ersten Grönlandhunden. Im Jahre 1975 wurden die ersten Grönlandhunde und der 1.Wurf in das Register des DCNH eingetragen.

Verwendung der Grönlandhunde
Der Grönlandhund wird bei uns, wie im Ursprungsland, überwiegend als kräftiger Schlittenhund für die Zugarbeit vor dem Schlitten eingesetzt. Seine wahren Fähigkeiten, die Ausdauer und den Arbeitswillen, offenbart er nicht so sehr auf sogenannten Sprintrennen, sondern auf langen Strecken, bei Touren und bei Schlittenhunderennen über 20 km und mehr pro Tag, je nach Witterungsbedingungen.

Standard
Der Grönlandhund ist ein sehr kräftiger Polarspitz, dessen schwerer Körperbau, die breite und tiefe Brust sowie die starke Bemuskelung ihn für die harte, ausdauernde Zugarbeit vor dem Schlitten prädestiniert. Die Widerristhöhe liegt etwas unter der Körperlänge. Der Kopf ist breit und leicht gewölbt, mit kräftiger, keilförmiger Schnauze sowie relativ kleinen dreieckigen Ohren.

Der Nasenschwamm muss im Sommer schwarz sein, im Winter darf er fleischfarben sein. Das Scherengebiss soll außerordentlich kräftig sein. Die Augenfarbe ist vorzugsweise dunkel, darf aber mit der Fellfarbe harmonieren, bei der bis auf den Albino alle Varianten, ob einfarbig oder gefleckt, zugelassen sind. Die Rute ist buschig, eher kurz, hoch angesetzt und wird über den Rücken fest eingerollt getragen. Das Fell besteht aus einem Doppelmantel mit dicker Unterwolle und langen, rauen, geraden Deckhaaren.

Eigenschaften
Der Grönlandhund dient/e den Inuits – nicht als Sozialpartner, sondern lediglich als Arbeitstier. Dadurch hat das Rudel, neben dem vom Menschen geforderten Arbeitseinsatz, für den Grönlandhund oberste Priorität. Die Beachtung und Einhaltung von Rangordnungen sind bei ihm stark ausgeprägt. Besitzer dieser Rasse, sollten gute Kenntnisse über dieses Rangordnungsverhalten in einem Hunderudel haben.

Darüber hinaus bedarf es des regelmäßigen Einsatzes in der ausdauernden Zugarbeit, d. h. nicht kurze Strecken auf Geschwindigkeit, sondern lange Strecken mit Gewicht sind zu bewältigen. Hierbei wird dem Grönlandhund die notwendige Disziplin abverlangt und er hat die Möglichkeit seine Kräfte in die richtigen Bahnen zu lenken. Der Grönlandhund ist im Rudel ein strenger Rangverteitiger, was schnell in Beißereien untereinander endet.

Dem Menschen gegenüber ist er absolut aufgeschlossen, aggressionslos und freundlich. 

Besonderheiten
Der Grönlandhund benötigt, um physisch und psychisch gesund zu sein, ein homogenes Rudel, oder einen Menschen, der mit entsprechenden Fachkenntnissen einen Rudelpartner ersetzen kann, den ausdauernden Einsatz bei der Zugarbeit in der Pulka oder im Gespann vor dem Trainingswagen, Fahrrad oder Schlitten sowie eine konsequente Führung durch den Menschen unter Einhaltung der Rudelgesetze.

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Simone und Michael Ebardt