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Epilepsie bei Katzen erkennen

Epilepsie bei Katzen erkennen
geschrieben von Burkhard Strack

Epilepsie ist keine rein menschliche Krankheit. Auch bei Hunden und Katzen können sich abnorme, elektrische Spannungen in Teilen des Gehirns entladen. Man spricht auch von einem „Gewitter“ im Gehirn. Epilepsie bei Katzen äußert sich aber anders als bei Menschen.

Was ist das besondere an der Epilepsie bei Katzen?

Epilepsie bei Katzen tritt in einer nichtkrampfenden Form auf, weshalb die Krankheit bei den Tieren häufig nicht erkannt wird. Die Anfälle äußern sich durch eine Bewusstseinstrübung, eine beidseitige leichte Aktivität von Muskelgruppen ohne den Verlust der Stehfähigkeit, das ruckartige Biegen des Körpers zu einer Seite, erweiterte Pupillen und Zuckungen im Kopfbereich (Augenlider, Schnurrhaare, Ohren). Hinzu kann ein Schütteln des Kopfes beziehungsweise des ganzen Körpers kommen. Diese Anfälle sind einfache Anfälle.

Bei einem komplexen Anfall können neben dem Zusammenziehen einzelner Muskelgruppen auch noch andere Störungen vorliegen. Häufig sind hier Juckreiz, Bewusstseins- und Verhaltensveränderungen oder Halluzinationen. Zu beobachten ist dann ein glasiger Blick, das Verfolgen und Anfauchen imaginärer Gegenstände, Fliegenschnappen, plötzliches Aufschrecken und Umherrennen.

Welche Ursachen hat Epilepsie bei Katzen?

Die Ursachen für eine Epilepsie sind schwer zu erforschen. Meist sind organische und stoffwechselbedingte Störungen im Gehirn das Problem. Doch auch Traumata, Tumore, Hirnabszesse, Infektionen oder Parasitosen können Epilepsie bei Katzen auslösen.

Vorsicht: Verwechseln Sie Krampanfälle, die durch eine Hirnhautentzündung, Durchblutungsstörungen oder Vergiftungen ausgelöst wurden, nicht mit Epilepsie. Die Ursachen können ganz verschieden sein. Wenn ein Anfall erstmals oder länger als zwei Minuten andauert, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Er wird fragen, wie oft diese Anfälle passieren, welche Symptome dabei auftreten und wie schnell sich das Tier danach erholt. Optimal wäre es, wenn ein Anfall auf Video aufgenommen und dem Tierarzt gezeigt werden könnte.

Durch Blutuntersuchungen, neurologische Untersuchungen und eventuell sogar eine CT oder ein MRT kann im Bestfall die Ursache des Krampfanfalls gefunden werden. Eine Behandlung ist dringend erforderlich, da jeder Anfall eine Hirnschädigung herbeiführen kann. Unbehandelt würde die Epilepsie wie auch beim Menschen schlimmer werden und von Mal zu Mal größere Schäden verursachen.

Wie kann Epilepsie bei Katzen behandelt werden?

Antiepileptika sind für Katzen eine Option. Durch sie werden die Anzahl und die Schwere der Anfälle gemindert. Eine Heilung kann dadurch allerdings nicht herbeigeführt werden. Schwierig ist es, die Katze auf die Medikamente einzustellen, da der Abbau der Medikamente in der Leber dauert und schwer einzuschätzen ist. Bei jedem Tier liegen große individuelle Unterschiede vor.

Aus diesem Grund muss in regelmäßigen Abständen der Blutspiegel der Antiepileptika bestimmt und die Dosis gegebenenfalls korrigiert werden. Die Therapie dauert meist ein Leben lang. Eine Heilung können Antiepileptika nicht herbeiführen. Zur Unterbrechung eines akuten Anfalls helfen Diazepam-Zäpfchen. Dieses Valium sollten Sie als Besitzer eines Haustieres mit Epilepsie daher immer zur Hand haben.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.