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Kamelien im Zimmer richtig pflegen

Kamelien im Zimmer richtig pflegen
geschrieben von Cornelia Wriedt

Wer eine Kamelie besitzt, der wird zwischen Januar und April sicher auf die wunderschönen Blüten warten. Aber so ganz einfach lässt sich die kapriziöse Schönheit nicht zum Blühen überreden. Das sollten Sie bei der Pflege von Kamelien beachten.

Die Kamelie stammt, wie ihr botanischer Name Camelia japonica verrät, ursprünglich aus Asien. Eigentlich ist sie ein kleiner Baum oder Strauch, der sich in unseren Breiten nicht unbedingt als pflegeleichte Zimmerpflanze einen Namen gemacht hat. Wenn er sich unverstanden fühlt, wirft er gern seine lederartigen Blätter ab. Noch schneller passiert das mit den Blütenknospen, die schon im Sommer erscheinen, aber bis zum folgenden Jahr darauf warten, sich zu entfalten. Meist halten sie aber nicht so lange durch, sondern fallen vorher einfach ab.

Kamelien sind schwierig in der Pflege

Das kann verschiedene Ursachen haben, die leider noch nicht bis ins kleinste Detail erforscht sind. Beispielsweise sind sich die Kamelienforscher immer noch nicht einig, ob es nun Auswirkungen auf die Pflanze hat, wenn man sie verrückt oder nicht. Man würde in diesem Fall immer dazu raten, einen Topf mit einer Kamelie so wenig wie möglich zu verrücken.

Sicher ist man sich in Fachkreisen aber darin, dass die Kamelie keinen Kalk mag. Darum sollte man sie unbedingt mit kalkfreiem Wasser gießen. Am besten eignet sich Regenwasser. Dann kommt es auch noch auf die richtige Menge an.

Kamelien vertragen keine Staunässe, obwohl sie zu den Moorbeetpflanzen gehören. Ihre Erde darf vor dem nächsten Gießen schon mal leicht antrocknen, ohne dabei auszutrocknen. Um hier das richtige Maß zu finden, braucht es eine ganze Menge Fingerspitzengefühl und einige Übung. Dass man ein Händchen für die Wassergaben entwickelt hat, erkennt man daran, dass die Blätter eine schöne glänzende Oberfläche haben. Werden sie matt, dann fehlt es an Wasser. Beim Gießen sollte man außerdem noch beachten, dass im Juli, also kurz vor dem Ausbilden der Blütenknospen, eher mäßig gegossen werden darf. Sind die Knospen dann ausgebildet, kann der normale Rhythmus wieder aufgenommen werden.

Wer seine Kamelie umtopfen will, der sollte unbedingt kalkfreie Erde, wie beispielsweise Rhododendron- oder Azaleen-Erde verwenden. Auch beim Dünger greift man am besten zu den Substraten für Moorbeetpflanzen. Während der Wachstumsphase kann man die Pflanze einmal wöchentlich düngen.

In den warmen Sommermonaten freuen sich die Kamelien, wenn sie sich an einem schattigen Plätzchen im Garten erholen können. Damit sie ihre Blütenknospen ausbilden, sollte die Temperatur nicht unter 15° Celsius sinken. Kommt der Herbst heran, dann müssen die Pflanzen in unseren Breitengraden wieder ins Haus ziehen. Am besten bekommt ihnen ein Standort an einem Nordfenster.

Ideal ist es, wenn der Raum eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist, die so um die 70 bis 80 % liegt. Dabei sollte die Temperatur zwischen 6° und 10° Celsius liegen. Das ist nicht ganz einfach. Meist ist es wärmer und das ist dann der eigentliche Grund, warum die Kamelien ihre Blütenknospen abwerfen. Wenn man es schafft, seiner Kamelie optimale Bedingungen zu bereiten, dann wird man für seine Mühe mit einer wunderbaren Blütenpracht belohnt. Immerhin zählten Kamelienblüten zu den Lieblingsblumen der Josephine de Beauharnais, der ersten Frau Napoleons. Sie haben es ihr zu verdanken, dass sie damals als Ansteckblüte hoch im Kurs standen.

Wer sich einen eigenen Kamelienbestand züchten möchte, der sollte es im Januar oder August mit einer Vermehrung per Kopfstecklingen versuchen. Das sind Triebspitzen, die mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden. Diese sollten nicht mehr als drei Blätter behalten und in ein Torf-Sand-Gemisch gesteckt werden. Das hält man mäßig feucht und stülpt darüber ein großes Glas. Nach zwei Monaten haben die Stecklinge Wurzeln gebildet und ziehen in einen eigenen Topf um. In den ersten Jahren werden sie öfter zurückgeschnitten, damit sie einen schönen Busch bilden. Wenn sich die Pflanzen wohlfühlen, dann können sie sehr alt werden. In China soll es Exemplare geben, die über 1000 Jahre zählen.

Bildnachweis: hanseat / stock.adobe.com

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Cornelia Wriedt