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Mit diesen Schnitt-Regeln Obstbäume richtig schneiden

Mit diesen Schnitt-Regeln Obstbäume richtig schneiden
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geschrieben von Albertine Sprandel

Sie stehen unter Ihrem Apfelbaum. Sie haben alles vorbereitet und der Zeitpunkt stimmt. Welche Äste werden nun wie abgeschnitten? Welche Äste Sie schneiden, hängt vom Baum, von der Wuchsform und von Ihren Zielen ab, aber wie Sie schneiden ist immer gleich: Beachten Sie einfach die folgenden Regeln zur Schnitt-Technik und Ihre Obstbäume werden den Schnitt gut vertragen.

Schnitt der Obstbäume auf Astring

Jeder Ast bildet am Stamm einen sogenannten Astring. Dünnere Äste schneiden Sie mit der Astschere auf Astring, das heißt möglichst nah am Stamm. Vermeiden Sie dabei sogenannte Huthaken, auch „Zapfen“ genannt. Diese Huthaken sind anfällig für Krankheitserreger. Sie entstehen, wenn Sie nicht nah genug am Stamm schneiden.

Starke Äste entfernen Sie in drei Schritten

Ist der Ast zu dick für die Astschere, verwenden Sie eine Säge. Damit der Ast nicht unter seinem eigenen Gewicht am Stamm ausreißt, gehen Sie in drei Schritten vor:

  • In etwa 20 Zentimeter Entfernung vom Stamm sägen Sie den Ast von unten an.
  • Als zweites sägen Sie ihn von oben noch mal etwa zwei Zentimeter weg vom ersten Schnitt ein, so dass der Ast nicht ausbrechen kann. Zurück bleibt ein kurzes Stück Ast in Stufen.
  • Dieses kurze Stück können Sie nun auf Astring direkt am Stamm absägen.

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Nehmen wir an, Sie wollen einen Ast einkürzen, damit ihr Baum klein und kompakt bleibt. Wo setzen Sie den Schnitt an?

Grundsätzlich gilt: Der Ast wird an dem Auge, das unmittelbar vor der Schnittstelle liegt, am stärksten austreiben. Augen sind kleine bis mittlere Ausbuchtungen, die zu Zweigen, Blättern oder Blüten austreiben. In welche Richtung schauen diese Augen? Wählen Sie die gewünschte Richtung, dann wissen Sie, wo genau Sie den Schnitt setzen dürfen. Vermeiden Sie auch hier zu lange Zapfen, schneiden Sie dicht über dem Auge, das in die richtige Richtung weißt.

Ausnahme Kernobst

Kernobst, aber nur Kernobst, lässt sich auch sehr erfolgversprechend auf sogenannte Beiaugen schneiden. Dieser Schnitt bildet die Grundlage bei der Verjüngung alter Apfel- oder Birnbäume. Dabei lässt man entgegen der Regel „Schnitt auf Astring“ einen kleinen Zapfen stehen (circa drei Zentimeter). So können die am Astring sitzenden Beiaugen oder schlafende Augen austreiben. Meist entwickeln sich mehrere Triebe, die überzähligen entfernen Sie beim Sommerschnitt.

Lesen Sie zum richtigen Schnittzeitpunkt den Artikel: Der richtige Zeitpunkt für den Obstbaumschnitt.

Alles über den Wundverschluss nach dem Schnitt erfahren Sie in dem Artikel: Für Gartenneulinge: Das richtige Werkzeug für den Obstbaumschnitt.

Bildnachweis: Minerva Studio / stock.adobe.com

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Albertine Sprandel