Haus & Garten Praxistipps

Sicherheit in Wohngebäuden durch Brandschutzmaßnahmen

Lesezeit: 3 Minuten Brandschutz ist ein Thema, dass sowohl Vermieter als auch Immobilienbesitzer und Mieter von Wohnraum betrifft. In privaten Haushalten kommt es in Deutschland nach Schätzungen der Feuerwehr zu etwa 230.000 Wohnungsbränden. Hauptverursacher sind Rauchen im Bett, brennende Kerzen sowie defekte Elektrogeräte. Nicht selten kommt es zu Sterbefällen. Deshalb sollten Hausbesitzer auf möglichst umfangreiche Brandschutzmaßnahmen Wert legen.

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Sicherheit in Wohngebäuden durch Brandschutzmaßnahmen

Sicherheit in Wohngebäuden durch Brandschutzmaßnahmen

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Erster Schritt zu mehr Sicherheit: das Erkennen von Gefahrenquellen

Besonderes Augenmerk sollte auf elektrischen Geräten liegen. Sind Stromsparlampen, Ladegeräte und Computer mangelhaft gefertigt oder überlastet, stellen sie eine Brandgefahr dar. Bei vielen mit Elektronik ausgestatteten Produkten gibt es Spannungspitzen. D.h., der Strom wird nicht gleichmäßig genutzt. Sind die integrierten Neutralleiter für diese nicht ausgelegt, besteht die Gefahr einer Überhitzung. Fallen sie aus, entsteht eine Überspannung. Mögliche Folgen können das Durchschmoren, Brennen oder Explodieren des Gerätes sein. Ein Brandrisiko geht außerdem von mangelhaft belüfteten Objekten aus. Entsteht ein Wärmestau, können sie Feuer fangen. Deshalb sollten Elektroprodukte nicht in engen Schrankfächern und ähnlichem untergebracht werden.

Ein Brand kann außerdem durch eine Überlastung von Steckdosen, Kabeln und Steckern entstehen. Sie tritt möglicherweise ein, wenn zu viele größere Elektroobjekte an einer einzigen Mehrfachsteckdose angeschlossen sind. In diesem Fall werden die Stromleitungen zu stark erhitzt. Bei der Anschaffung von elektrischen Geräten sollte grundsätzlich auf das VDE-Prüfzeichen geachtet werden. Es bietet unter anderem Sicherheit im Bereich von toxischen, thermischen, radiologischen, mechanischen und elektrischen Gefährdungen. Auch Stand-by-Schaltungen stellen einen Risikofaktor dar. Fernseher, Stereoanlage, PC und Co. stehen ständig unter Spannung, was zu einer Erwärmung ihres Inneren führt und eine Überhitzung, Überspannung oder einen Kurzschluss verursachen kann.

Die meisten Feuer in der Küche entstehen am Herd, häufig ist überhitztes Fett für sie verantwortlich. Problematisch sind dabei Dunstabzugshauben: Sie saugen die Flammen ein und sorgen für einen Küchenbrand. Je fettgetränkter die Filter sind, desto leichter entzünden sie sich. Das Auswechseln oder Reinigen in regelmäßigen Abständen sollte daher eine Selbstverständlichkeit sein.

Tipp: Niemals auf brennendes Fett Wasser schütten, es kann eine Fettexplosion auslösen! Bestenfalls erstickt man die Flammen mit einem feuerfesten Hilfsmittel wie ein Backblech oder ein Topfdeckel.

Rauchen in der Wohnung erhöht die Feuergefahr. Noch glühende Zigarettenstummel, die sorglos in den Abfalleimer geworfen wurden, gehören ebenso zu den Brandverursachern wie herunterfallende Glut. Auch, wer seinen Aschenbecher ausleert, sollte sich zuvor davon überzeugen, dass nichts Glühendes mehr beinhaltet ist.

Ein weiteres Risiko sind brennbare Flüssigkeiten, darunter Gase, Farben, Reinigungsmittel und Spiritus. Sie sorgen für enorme Beschleunigung eines ausgebrochenen Feuers. Gasflaschen sind teilweise sogar hochexplosiv. Was viele Menschen nicht wissen: Brandbeschleuniger jeder Art dürfen auf dem Speicher oder im Kellerraum nicht aufbewahrt werden.

Brandschutz fängt beim Hausbau an

Jede bauliche Anlage muss so beschaffen sein, dass der Feuer- und Rauchausbreitung sowie der Entstehung eines Brandes vorgebeugt wird. Darüber hinaus muss es Rettungskräften möglich sein, Löscharbeiten ungehindert vorzunehmen und Menschen sowie Tiere retten zu können. In der Musterbauordnung (MBO) finden sich diesbezügliche Regelungen und Mindestanforderungen an die

  • Brennbarkeit der Baustoffe,
  • Feuerwiderstandsdauer der Konstruktion,
  • Dichtheit der Verschlüsse von Öffnungen,
  • Anordnung, Lage und Gestaltung von Rettungswegen sowie
  • Zugangsmöglichkeiten für die Feuerwehr.

Die umsichtige Auswahl von Baumaterialien für die Errichtung einer Immobilie dient zur Sicherheit der Bewohner. Nehmen wir als Beispiel Stahl, ein beliebter Bauwerkstoff. Er steht in unterschiedlichen Ausfertigungen zur Verfügung, die mit jeweils individuellen Eigenschaften einhergehen. Für Bauprodukte und –teile gibt es eine Klassifizierung auf der Grundlage von europäischen Normen. Zum Nachweis des Brandverhaltens und Feuerwiderstandes werden vor allem Versuche durchgeführt. In diesem Fall ist die entsprechende Norm zur Klassifizierung von Bauprodukten DIN EN 13501-2. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, achtet bei einem Stahlproduzenten auf diverse Zertifikate. Der Stahlzargenhersteller Wulf beispielsweise besitzt verschiedene Brandschutzzulassungen für Österreich und die Schweiz.

Was kann man noch für den Brandschutz tun?

Empfehlenswert sind selbstauslösende Rauchmelder, die sofort bei der Entstehung eines Feuers Alarm auslösen. Je schneller Betroffene eingreifen können, desto leichter lässt sich das Ausbreiten von Flammen verhindern. Ein Feuerlöscher sollte gleichfalls in keinem Haushalt fehlen. Es gibt sie mit verschiedenen Löschmitteln wie Pulver, Schaum, Wasser und CO2. Darüber hinaus stehen Fettbrandlöscher im Angebot, die zum Löschen von brennendem Speisefett und –öl eingesetzt werden. Ihr Platz sollte in der Nähe des Kochfeldes sein. Auch Löschdecken aus Glasfasergewebe oder Nomex-Fasern sind eine gute Wahl, sie eignen sich insbesondere zum Ersticken von Entstehungsbränden.

Bildnachweis: fovito / stock.adobe.com

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