Gesundheit

Verschimmelte Lebensmittel? 5 Ratschläge, wann Sie diese wegschmeißen sollten

Verschimmelte Lebensmittel? 5 Ratschläge, wann Sie diese wegschmeißen sollten
geschrieben von Burkhard Strack

Schimmel auf Lebensmitteln ist nicht nur unappetitlich, er kann auch gesundheitsgefährdend werden. Denn Schimmelpilze können giftige Stoffwechselprodukte, sogenannte Mykotoxine, bilden. Es gibt etwa 120 Schimmelpilzarten, die aber nicht alle giftig sind.

Doch ohne eine Laboruntersuchung ist es unmöglich, die Art zu identifizieren. Einige Lebensmittel sollten daher grundsätzlich bei Schimmelbefall weggeschmissen werden, bei anderen kann er großflächig entfernt werden

1. Wenn Brot und Backwaren von Schimmel befallen sind

Bei Brot und Backwaren kommt es vor allem dann häufiger zum Schimmelbefall, wenn die Produkte in eine Plastiktüte eingepackt wurden. In der Tüte entsteht Kondenswasser, Schimmelpilze finden einen idealen Nährboden. Weiche Brotsorten wie zum Beispiel Toastbrot sind anfälliger als Brote mit dicker Kruste oder hartes Brot wie beispielsweise Knäckebrot.

Besonders bei weichen Produkten ist ein Schimmelbefall tückisch, Experten raten sogar dazu, das gesamte Toastbrot wegzuwerfen, wenn die Mindesthaltbarkeit bereits überschritten wurde, da sich der Schimmelpilz meistens nicht nur an einer Stelle ausbreitet. Der sichtbare Teil des Schimmels ist meist nicht der einzige, der möglicherweise von den gefährlichen Mykotoxinen befallen ist. Die Giftstoffe können mehrere Zentimeter in das Brot eingedrungen sein und es lässt sich nicht mit dem Auge erkennen, wie viele Scheiben befallen sind.

Anders sieht die Sache aus, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum des Brotes noch lange nicht überschritten ist und die Tüte ein Loch hatte. Man kann dann deutlich sehen, dass sich der Schimmel nur im Bereich des Loches ausgebreitet hat. Hier reicht es, einen größeren Teil des Brotes großzügig abzuschneiden und wegzuschmeißen. Bei Toastbrot sollten zur Sicherheit mindestens vier oder fünf weitere Scheiben weggeschmissen werden.

2. Schimmel auf Obst und Gemüse

Alle wasserreichen Lebensmittel wie Obst und Gemüse sollten grundsätzlich weggeschmissen werden, wenn sie von Schimmelpilzen befallen sind. Denn je wasserreicher das Lebensmittel ist, desto besser kann sich der Schimmel ausbreiten.

3. Verpackte Lebensmittel und Milchprodukte

Industriell gefertigte, verpackte Lebensmittel weisen ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf. Vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums sollte eigentlich nur dann Schimmel entstehen, wenn die Packung beschädigt ist und Schimmelpilze in das Produkt eindringen konnten.

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, wird das Produkt natürlich komplett entsorgt. Doch auch wenn dies nicht der Fall ist, sollten verpackte Lebensmittel mit hohem Wassergehalt wie beispielsweise Joghurt und andere Milchprodukte, Konserven oder Fertiggerichte ganz weggeschmissen werden, wenn Schimmel zu sehen ist. Es gibt einige Ausnahmen, die im letzten Abschnitt erwähnt werden.

Theoretisch können auch trockene Lebensmittel wie zum Beispiel Gewürze oder getrocknete Früchte schimmelig werden, meistens ist aber gleichzeitig Feuchtigkeit eingedrungen und die Mindesthaltbarkeit ist bereits abgelaufen. Sicherheitshalber sollte man solche Produkte wegschmeißen.

4. Vorsicht bei Nüssen und Mandeln

Nüsse und Mandeln können besonders schnell gefährlich werden, da sie bereits vor dem Kauf durch Schimmelpilzgifte kontaminiert sein können. Nüsse und Mandeln sind manchmal bereits ungenießbar, obwohl mit bloßem Auge gar kein Schimmel zu sehen ist.

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen, sollten diese Produkte entsorgt werden. Auch wenn die Nüsse alt oder bitter schmecken, sind sie nicht mehr genießbar. Wer auf eine bittere Nuss beißt, sollte sie sogar ausspucken.

5. Diese Produkte müssen bei Schimmelbefall nicht weggeschmissen werden

Alle Produkte, die viel Zucker enthalten oder sehr trocken sind, müssen nicht unbedingt komplett weggeschmissen werden. Ein gutes Beispiel ist die Marmelade, ihr Zuckergehalt liegt üblicherweise bei über 50 %. Hier reicht es, den geschimmelten Teil mit einem sauberen Löffel großflächig zu entfernen. Bei Marmeladen mit niedrigerem Zuckergehalt, reicht das allerdings nicht.

Auch Hartkäse wie zum Beispiel Parmesan oder Bergkäse können noch gegessen werden, wenn der Schimmel großflächig entfernt wurde.

Bildnachweis: saharosa / Adobe Stock

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.