Gesundheit

Verletzungen behandeln – was ist zu tun?

Verletzungen behandeln – was ist zu tun?
geschrieben von Burkhard Strack

Das alltägliche Leben bringt bei jedem von Zeit zu Zeit die eine oder andere Verletzung mit sich. Doch während sich manche über Knochenbrüche und andere schlimme Krankheiten beklagen müssen, kommen die anderen mit etwas weniger aufsehenerregenden Zwischenfällen davon. Lesen Sie hier, was zu tun ist, wenn Sie Verletzungen behandeln müssen.

Schnittwunden oder Schürfwunden gehören für viele fast zur der Tagesordnung und können bereits beim Kochen, bei der Gartenarbeit oder beim Spielen mit einem Haustier entstehen.

Auch wenn die kleinen Wunden nur oberflächlich und weniger schmerzhaft erscheinen, ist es wichtig, die Verletzung zu behandeln. Zudem muss man einschätzen können, ob es sich wirklich nur um eine harmlose Wunde handelt oder ob der Schnitt doch etwas tiefer unter die Haut ging. Doch wie lässt sich erkennen, ob die Schnittwunde genäht werden muss, und wie reagiert man bei Bisswunden?

Verletzungen – wann ist ein Arztbesuch erforderlich?

In der Regel gilt, dass Betroffene immer einen Arzt aufsuchen sollten, wenn ihnen die Verletzung Unruhe bereitet. Trotzdem sollten viele Menschen lernen, nicht sofort in Panik zu geraten – auch wenn das eigene Kind mal mit dem Fahrrad stürzt.

In jedem Falle gilt, dass die Wunde als Erstes desinfiziert werden muss. Ein einfaches, nicht brennendes Desinfektionsspray aus der Apotheke kann hier bereits wahre Wunder wirken und Bakterien sowie Schmutz abtöten und entfernen. Bei leichten Prellungen oder Muskelzerrungen kann mit einem Schmerzgel nachgeholfen werden.

Auch wenn es generell in Ordnung ist, zwei bis drei Tage auf eine Besserung zu warten, bevor man wirklich zum Arzt geht, gibt es auch Fälle, in denen laut stern.de eine sofortige Behandlung notwendig ist:

  • Schnittwunden: Wenn bei diesen nicht nur die Haut, sondern auch Nerven, Sehnen oder Muskeln beschädigt wurden (z. B. beim Kochen).
  • Schürf-Platzwunden: Wenn bei diesen nicht nur die obere Hautschicht (Epidermis) beschädigt wird, sondern auch die darunter liegenden Hautschichten.

  • Entzündete Schürfwunden: Wenn Dreck in die Schürfwunde dringt oder nicht richtig entfernt wird, können selbst oberflächliche Verletzungen böse Folgen haben.
  • Platzwunden: Platzwunden sollten immer von einem Arzt behandelt werden. Wunden dieser Art treten oft auf der Stirn oder am Kopf auf und bergen die Gefahr einer Gehirnerschütterung. Zudem müssen sie in den meisten Fällen genäht werden.
  • Prellungen: Prellungen sind tückische Verletzungen, weil sie meist nicht auf der Haut erkannt werden können. Auch wenn Prellungen einem oftmals harmlos vorkommen, sollten Betroffene sich bei diesen Folgesymptomen sofort mit einem Arzt auseinandersetzen:
    • Prellungen im Bauchbereich: Bei Bauchschmerzen muss ein Verdacht auf Beschädigungen von Milz und Leber ausgeschlossen werden.
    • Prellungen im Rippenbereich: Bei Atemlosigkeit sofort einen Arzt aufsuchen, um auszuschließen, dass die Lunge beschädigt wurde.
    • Prellungen von Kopf oder Gesicht: Bei Übelkeit, Erbrechen, Ohnmacht und Schwindel sofort von einem Arzt untersuchen lassen, um sicherzugehen, dass kein Schädelhirntrauma und keine Gehirnerschütterung vorliegen.
    • Achtung: Leichte Prellungen an Armen und Beinen müssen nicht unbedingt von einem Arzt behandelt werden, da in den meisten Fällen lediglich ein kleiner Bluterguss auftritt.
  • Bisswunden: Bei Bisswunden von Hund, Katze und anderen größeren Haustieren gilt: Immer ab zum Arzt. Denn der Speichel der Tiere kann selbst bei kleineren Wunden Bakterien und Viren übertragen. Zudem müssen Bisswunden von größeren Tieren (z. B. Hunden) genäht werden.
  • Brandwunden: Sobald sich bei Verbrennungen und Verbrühungen kleine Blasen bilden, sollten Kinder wie auch Erwachsene einen Arzt aufsuchen.

Des Weiteren sollte man bei Verletzungen im Gesicht, im Augen- und Genitalbereich sofort einen Arzt aufsuchen. Trotzdem ist ein Erste-Hilfe Set in jedem Fall ein Must-have in jedem Haushalt.

Kleine Verletzungen behandeln – so geht’s

Es geht lediglich um einen kleinen Splitter, einen oberflächlichen Schnitt und eine kleine Schürfwunde am Knie? Hier können Betroffene auch ganz einfach selber Hand anlegen und die Verletzung verarzten.

  1. Die Wunde reinigen: Die Wunde mit lauwarmen Leitungswasser gründlich reinigen – bei Bedarf ein mildes Tuch oder eine Wundkompresse zu Hilfe nehmen. Oberflächliche Splitter oder kleine Schmutzpartikel mit einer desinfizierten Pinzette entfernen. Achtung: Tieferliegende Splitter bitte von einem Arzt entfernen lassen!
  2. Die Wunde desinfizieren: Um Bakterien zu töten und eventuelle Infektionen zu vermeiden, muss die Wunde gründlich desinfiziert werden. In der Apotheke gibt es Wunddesinfektionssprays, die nicht brennen – perfekt auch für Kinder.
  3. Die Wunde verbinden: Je nach Größe der Verletzung mit einem Pflaster oder mit Kompresse und Mullbinde verbinden, um die Blutung zu stillen und Verschmutzungen zu vermeiden.
  4. Die Wunde beobachten: Beim täglichen Pflaster- oder Verbandswechsel sollte die Wunde im Auge behalten werden – tritt keine Besserung auf, ist ein Besuch beim Arzt nötig.

Die besten Hausmittel gegen Wunden und Wehwehchen

Neben einer gut ausgestatteten Hausapotheke und einem Erste-Hilfe Kasten – von denen man mindestens eins von beidem zu Hause haben sollte – gibt es auch viele Hausmittel, die das Heilen von Wunden, Krankheiten und Schmerzen lindern. Einige davon sind:

Hausmittel

verwenden bei

Anwendung

Nelken

Zahnschmerzen

ganze, getrocknete Nelken kauen, bis ein leichtes Taubheitsgefühl entsteht

hochprozentiger Schnaps

Wunden

Schnaps (mind. 40 %) kann zur Not als Desinfektionsmittel genutzt werden

Johanniskrautöl

Narben

lässt Narben schneller verheilen

Speisequark

leichten Verbrennungen

Den Quark auf leichte Verbrennungen (Rötungen ohne Blasen) auftragen und einziehen lassen

Ein weiteres, entdecktes Hausmittel bei Beschwerden aller Art ist ein besonderes Naturprodukt aus Neuseeland: Manukahonig. Die Ureinwohner Neuseelands nutzen den besonderen Honig bereits seit vielen Jahren zur Wunddesinfektion und als Naturheilmittel.

In den 30er-Jahren entdeckten auch die Farmer die heilende Kraft des süßen Goldes. Dieses hilft nämlich auch bei Erkältungen, Darmproblemen, Halsschmerzen, Schnupfen, Blasenentzündungen und Entzündungen der Haut. Zuständig für die heilende Wirkung des Honigs ist das Zuckerabbauprodukt „Methylglyoxal“. Methylglyoxal ist stark entzündungshemmend und im Manukahonig um ein vielfaches enthalten.

Fazit:

Das Fazit zum Thema Wundbehandlung lautet: Lieber etwas vorsichtiger als zu nachsichtig sein. Trotzdem ist es nicht notwendig, bei jeder kleinen Schürf- oder Schnittwunde zum Arzt zu gehen. Am besten ist es, wenn Betroffene sich bei Unsicherheit die Meinung eines Familienmitgliedes, eines Freundes oder Nachbarn einholen. Außerdem sollte jeder Haushalt eine Hausapotheke aufweisen und gegebenenfalls einige Hausmittel griffbereit haben.

Bildnachweis: Paolese / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.