Gesundheit

Tattoos und Piercingschmuck – Was man vorher bedenken sollte

Tattoos und Piercingschmuck – Was man vorher bedenken sollte
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geschrieben von Christian Goldmann

Piercings und Tattoos sind unter Jugendlichen der absolute Renner. Bevor man sich dieser langlebigen Verschönerungen unterzieht, sind neben rechtlichen vor allem auch gesundheitliche Fragen zu überdenken.

Das Anbringen von Tattoos und Piercings wird vom Gesetzgeber als vorsätzliche Körperverletzung angesehen und unterliegt dem Jugendschutzgesetz. Danach dürfen die erforderlichen Eingriffe – auch wenn sie von Jugendlichen (und deren Eltern) ausdrücklich gewünscht werden – nicht ausgeführt werden, wenn die Betreffenden unter 16 Jahren alt sind.

Im Alter von 16 bis 17 Jahren ist eine ausdrückliche Erlaubnis der Erziehungsberechtigten von Nöten. Bei Zuwiderhandlungen können nämlich Schadensersatzforderungen geltend gemacht werden. Ab 18 Jahren darf der dann volljährige Teenager frei entscheiden.

Wer sich ein Piercing oder Tattoo zulegen will, trifft eine Entscheidung, die nicht ohne Weiteres zu revidieren ist.

Piercings

Ringe, Schrauben, Stifte oder Sticker lassen sich zwar schnell herausnehmen, hinterlassen aber dauerhaft Löcher oder Narben in der Haut. Bevor der Körperschmuck eingesetzt wird, sollte sich der zu Piercende über die Eigenschaften der verwendeten Materialien einen Einblick verschaffen.

So enthält Modeschmuck meist Nickel, was zu Allergien führen kann. An der Kontaktstelle beginnt die Haut sich zu röten, zu jucken und Bläschen zu bilden. Ist dies der Fall, sollte der Schmuck sofort entfernt werden. Gegen akute Beschwerden hilft eine Kortisonsalbe. Ein Epikutantest mit Nickelsulfat bringt Klarheit, ob tatsächlich eine Nickelallergie vorliegt. Wer zu früh nickelhaltigen Modeschmuck trägt, läuft Gefahr, eine lebenslange Kontaktallergie gegen Nickel zu entwickeln.

Folgerichtig hat die EU in ihren Richtlinien von 2000 („Nickel-Gesetz“) sowie das deutsche Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz in Verbindung mit der Bedarfsgegenständeverordnung verboten, (nickelhaltigen) Edelstahl bei neu gestochenen Piercings bzw. Materialien, die zu viel Nickel abgeben, zu verwenden. Beim Kauf von Modeschmuck ist daher auf den Hinweis „Nickelfrei“ zu achten.

Tattoos

Wer sich ein Tattoo stechen lassen will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dies ein Entschluss mit dauerhaften Folgen ist, denn Tattoos sind nicht ohne Weiteres zu entfernen. Laserbehandlungen sind nicht ganz schmerzfrei, dafür aber teuer und aus eigener Tasche zu bezahlen. Oft bleibt das Ergebnis der Behandlungen weit hinter den Erwartungen zurück.

Diskrete Stellen und neutrale Motive wählen

Tattoo-Motive sind der Mode unterworfen. Was heute hip ist, kann schon übermorgen ein No-Go sein, wie das einst so beliebte Steißtattoo, tituliert als „Arschgeweih“, nunmehr als absolute Modesünde gilt. Auch mit dem Namen des/der Liebsten ist es so eine Sache. Oft ist die Beziehung nicht von Dauer, das Liebesbekenntnis dagegen schon. Arbeitgeber bevorzugen in manch seriösen Berufen nicht immer zwar hochqualifizierte, aber wie Maori-Krieger aussehende Mitarbeiter. Deshalb sollte für ein Tattoo eine Hautregion ausgewählt werden, die sich durch Kleidung bedecken lässt, um so gesundheitsschädliche und kostenintensive „Reparaturmaßnahmen“ zu vermeiden.

Bildnachweis: Todor Rusinov / stock.adobe.com

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