Gesundheit

Schmerzmittel: So verhindern Sie ungewollte Nebenwirkungen

Schmerzmittel: So verhindern Sie ungewollte Nebenwirkungen
geschrieben von Burkhard Strack

Bei gelegentlichen Kopfschmerzen oder Migräneanfällen helfen anfangs einfache Schmerzmittel, die nicht verordnungspflichtig und in jeder Hausapotheke zu finden sind. Solche leichten Schmerzmittel haben in der Regel keine gravierenden Nebenwirkungen. Problematisch wird es, wenn solche Mittel nicht mehr wirken und Sie zu „härteren Maßnahmen“ greifen müssen.

Bei Migräne können hier unter anderem auch die so genannten Triptane helfen. Aber Sie werden es kaum glauben: Sowohl die „leichten“ wie auch die rezeptpflichtigen Mittel können starke Nebenwirkungen haben und Ihre Beschwerden verstärken und sogar Schmerzen auslösen. Lesen Sie, wie Sie Nebenwirkungen dieser Präparate erkennen und vermeiden können.

So schützen Sie sich vor Nebenwirkungen

Schmerz- und Rheumamittel sind die meistverkauften Medikamente in Deutschland. Unter den zehn am häufigsten verkauften Arzneimitteln sind sechs Schmerzmittel. Davon sind noch nicht einmal 20 Prozent rezeptpflichtig. Das meistgenutzte Schmerzmittel ist Paracetamol, davon sind letztens allein in Deutschland 20 Millionen Packungen über den Ladentisch gegangen. Andere häufig verkaufte Schmerzmittel sind Präparate mit dem Inhaltsstoff Acetylsalicylsäure (Aspirin), Ibuprofen (Spalt) und Diclofenac (Voltaren).

Das sind die häufigsten körperlichen Nebenwirkungen der „leichten“ Analgetika

Schmerz- und Rheumamittel mit gleichzeitiger entzündungshemmender Wirkung, wie Acetylsalicylsäure oder Diclofenac, können Magen-Darm-Störungen bis hin zu Blutungen, Nierenfunktionsstörungen und Allergien verursachen. Es wird geschätzt, dass mehr als 10 Prozent der dialysepflichtigen Patienten in Deutschland ihre Probleme durch den vorherigen Gebrauch von Schmerzmitteln bekommen haben.

Schmerzmittel ohne entzündungshemmende Wirkung, wie z.B. Paracetamol, rufen Leberschädigungen, Blutbildstörungen und ebenfalls Allergien hervor. Diese Nebenwirkungen treten bei Präparaten, die Sie frei kaufen können, ebenso auf wie bei den verschreibungspflichtigen Substanzen.

Alle diese „leichten“ Mittel können Schmerzen verstärken oder sogar erst auslösen. Das kann geschehen ab einer Einnahmehäufigkeit von mehr als zehn Tagen im Monat. Erst werden die Schmerzen häufiger, dann gehen sie gar nicht mehr weg. Überlegen Sie einmal, wie häufig Sie im Monat ein Schmerzmittel einnehmen. Da sind doch zehn Tage in manchen Monaten schnell erreicht!

Praxis-Tipp

Konsultieren Sie immer vor dem ersten Gebrauch eines Schmerzmittels zur Selbstmedikation Ihren Arzt. Besprechen Sie das Arzneimittel, seine Dosierung sowie die möglichen Nebenwirkungen mit ihm.

Vorsicht bei Mischpräparaten!

Meiden Sie die so genannten Mischpräparate, die z.B. Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein enthalten. Diese Mittel bergen die Gefahr der Abhängigkeit. Und auch die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Nieren geschädigt werden, ist wesentlich größer als bei Präparaten, die nur einen Wirkstoff enthalten.

Auch verordnete Schmerzmittel haben Nebenwirkungen

Wenn einfache Analgetika nicht mehr ausreichen, werden die Medikamente rezeptpflichtig und Sie bekommen die Schmerztabletten vom Arzt verordnet. Bei Migränekopfschmerzen kann das ein Präparat aus der Gruppe der Triptane sein. Diese können aber sogar den gegenteiligen Effekt haben und Schmerzen auslösen. Eigenartig ist, dass die Schmerzen an anderen Körperstellen durch eben dieses Medikament aktiviert werden können. Darauf müssen Sie erst einmal kommen.

Das können z.B. Schmerzen sein nach einer längst vergangenen Operation oder Schmerzen an entzündeten Stellen von Gelenken und Sehnen. Auch Ihr Arzt wird nur selten an diesen Zusammenhang denken, denn diese Nebenwirkungen  sind auch für ihn ungewöhnlich und nicht direkt ersichtlich.

Beachten Sie Ihre Beschwerden und melden Sie alle Reaktionen

Ganz gleich, welches Medikament Sie einnehmen, ob verordnet oder in Eigenregie gekauft: Beachten Sie alle möglicherweise mit der Einnahme zusammenhängenden Reaktionen. Auch wenn diese vielleicht nicht im Beipackzettel aufgeführt sind. Nehmen Sie Ihre Beschwerden ernst und suchen Sie Ihren Arzt auf.

Die Möglichkeit, Schmerzen auszulösen oder zu verstärken, steht momentan auch noch nicht auf dem Beipackzettel aller Präparate aus der Gruppe der Triptane. Denn diese Nebenwirkung wurde bei einigen noch nicht in einer ausreichenden Häufigkeit gemeldet. Der Zusammenhang ist aber sehr wahrscheinlich.

Solche unvermuteten und paradoxen Nebenwirkungen werden aber nur entdeckt, wenn Sie als Patient mithelfen. Sprechen Sie deshalb sofort mit Ihrem Arzt über beobachtete Reaktionen. Dieser muss dann eine entsprechende Meldung über den Verdacht auf eine Nebenwirkung schreiben und an die zuständige Einrichtung, die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, die betroffenen Pharma-Unternehmen oder ein anderes Erfassungssystem schicken.

Sie können ein solches Meldeformular ansehen unter der Internetadresse http://www.akdae.de/. Das ist die Seite der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

Bildnachweis: carballo / stock.adobe.com

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.