Naturheilkunde

Wie man sich vor Zecken und übertragbaren Krankheiten schützen kann

Wie man sich vor Zecken und übertragbaren Krankheiten schützen kann
geschrieben von Andreas Brieschke

Gerade in der Urlaubszeit sind Zecken ein Thema mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Diese kleinen Spinnentiere können Borreliose oder Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) übertragen. Insbesondere beim Aufenthalt in Wald und Wiesen besteht die Gefahr von Zecken gebissen zu werden. Lernen Sie Schutzmöglichkeiten kennen.

Was Zecken sind und wie sie sich verhalten

Die Zecken sind Spinnentiere, keine Insekten. Sie leben einige Jahre und durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien. Für diese Entwicklung benötigen sie in der Regel eine Blutmahlzeit. Eine hungrige Zecke ist etwa drei Millimeter groß, also nicht leicht zu sehen. Aktiv sind Zecken bereits bei Temperaturen um acht Grad, also in milden Wintern fast ganzjährig.

Zecken sitzen auf Gräsern oder anderen Pflanzen. Sie klettern dabei bis etwa einen Meter hoch und warten dann unter Umständen monatelang passiv auf Beute, Dann lassen Sie sich einfach abstreifen und halten sich blitzschnell am Wirt fest. Die Geschichte von den Zecken, die sich von Bäumen fallen lassen ist Blödsinn. Interessant ist es welche Auslöser die Zecke bewegen ihren Wirt auszusuchen. Hier setzen unsere Schutzmaßnahmen an.

Die Zecke hat ein spezielles Sinnesorgan in ihren Vorderbeinen, quasi einen Radar. Dieses Haller-Organ registriert Körperwärme, Vibration und unsere Gerüche, wie Buttersäure, Ammoniak und andere Ausdünstungen. Hat die Zecke einen Wirt gefunden, sticht sie nicht sofort. Sie krabbelt teilweise mehrere Stunden herum, bis sie eine appetitliche Stelle für ihre Blutmahlzeit gefunden hat. Hier sollte es warm und  feucht sein und die Haut dünn.

Es empfiehlt sich also Achseln und Leisten genau abzusuchen. Ist der Ort gewählt krallt sich die Zecke fest und beißt. Dabei injiziert sie ein blutverdünnendes und gerinnungshemmendes Sekret, das zudem betäubend wirkt, so dass der Wirt nichts mitbekommt. Das Blutsaugen kann Stunden oder sogar Tage dauern. Ist die Zecke vollgesaugt, lässt sie sich einfach fallen. Sie verdaut dann und durchläuft einen weiteren Entwicklungsschritt.

Wie Sie sich vor Zecken und den übertragenen Krankheiten schützen können

Der Zeckenstich an sich wäre gar nicht weiter schlimm. Leider übertragen manche Zecken zwei sehr unangenehme Krankheiten: Borreliose und Frühsommermeningoenzephalitis (FSME). Ob eine Zecke Überträger ist, hängt in hohem Maße von der Gegend ab. So ist Borreliose beispielsweise in Brandenburg stark verbreitet, FSME in Bayern und Österreich.

Dies bedeutet aber nicht, dass man in jedem Fall krank wird, wenn man von einer Zecke gestochen wird. Im Gegenteil, der Durchseuchungsgrad ist nicht überall hoch und dann gibt es zum Glück auch noch unser Immunsystem.

Was Sie tun können

Die wichtigste Vorbeugung ist es, nicht gebissen zu werden. Tragen Sie lange Hosen und geschlossene Schuhe. Gamaschen vervollständigen den Schutz, aber die Hosen in die Socken zu stecken tut es auch. Helle Kleidung lässt Sie die Zecken schnell erkennen. Am Abend sollten Sie den Körper absuchen. Auch die Kinder werden gründlich untersucht.

Hat die Zecke doch gebissen, gilt je früher diese entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Merken Sie sich die Stelle und achten Sie darauf, ob sich diese später verändert. Eine größere Rötung, die sogenannte Wanderröte kann ein Hinweis auf eine Borreliose sein. Dann heißt es schnell zum Arzt. Frühzeitige Antibiose hilft meist sicher.

Mittel zur Zeckenabwehr

Mittel zur Zeckenabwehr gibt es einige, diese sind aber nur begrenzt sicher. Wir können drei Arten unterscheiden:

  1. natürliche Mittel, diese basieren auf ätherischen Ölen, die Beuteerkennung der Zecke wird gestört, diese kann Sie dann „nicht riechen“. Natürliche Mittel wirken meist nur wenige Stunden, ähnlich wie Mückenmittel. Allergien sind möglich.
  2. chemische Mittel für die Haut z.B. DEET und Icaridin. Auch diese Mittel tarnen Sie per Geruch. Sie sind ebenfalls nur Stunden wirksam, belasten aber Sie oder Ihr Kind. DEET wirkt beispielsweise neurotoxisch und wird teilweise über die Haut resorbiert. Eine großflächige Anwendung ist daher nicht zu empfehlen. Bitte nicht in der Schwangerschaft verwenden. Icaridin ist vermutlich weniger giftig.
  3. chemische Mittel nur für die Kleidung. Hierbei handelt es sich um Pyrethroide, (z.B. Permethrin), dies sind echte Insektengifte, die Zecke lässt sich sofort wieder fallen. Es gibt Outdoorkleidung, die ab Werk mit solchen Mittel ausgerüstet ist und langfristig Schutz bietet.

Fazit zum Schutz vor Zecken

Der beste Schutz ist und bleibt die Vorbeugung durch Kleidung sowie gründliche Kontrolle am Abend. Sorgfältige und schnelle Entfernung, wenn die Zecke gebissen hat und Nachkontrolle, sicherheitshalber beim Arzt. Aufgesprühte Mittel wirken nur stundenweise. Hier sind natürliche Mittel zu bevorzugen. Es gibt Produkte die gleichzeitig Sonnenschutz bieten.

Bildnachweis: Ralf Geithe / stock.adobe.com

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