Naturheilkunde

So behandeln Sie Gichtanfälle mit Phytotherapie

So behandeln Sie Gichtanfälle mit Phytotherapie
Dr. Udo Döring
geschrieben von Dr. Udo Döring

Von einer Gicht spricht der Mediziner, wenn die Harnsäurekonzentration im Blutserum größer als 6,5 mg/100 ml Blut beträgt. Man bezeichnet sie auch als Hyperurikämie (zu viel Urin im Blut). Mit einer konsequenten Behandlung mittels Heilpflanzen und einer Umstellung der Ernährung lassen sich die Symptome schnell bessern.

Ein Gichtanfall äußert sich mit starken Gelenkbeschwerden, welches als Arthritis urica bezeichnet wird.

Mit diesem Krankheitsbild sind hauptsächlich Männer (bis zu 10-mal mehr als Frauen) betroffen, v. a. die mit Übergewicht, zu hohem Cholesterin und auch Diabetes mellitus zu kämpfen haben. Hierbei fallen bei hohen Harnsäurekonzentrationen im Blut sogenannte Urate (Harnsäurekristalle) aus und lagern sich in den Gelenken, jedoch auch Sehnenscheiden und Schleimbeutel in der Unterhaut ab. Es kommt zu Entzündungsreaktionen und Schmerzen.

Formen der Hyperurikämie:

Es tritt die primäre Hyperurikämie aufgrund einer erblichen Störung des Purinstoffwechsels oder der verminderten nierenmäßigen Harnsäureausschüttung (Harnsäuresekretion) auf.

Die sekundäre Hyperurikämie (also durch eine andere Krankheit bedingt) tritt in ca. 10 % der Fälle durch Stoffwechselendprodukte durch Zellzerfall z. B. bei einer Chemotherapie, einer Leukämie oder einer hämolytischen Anämie (Blutarmut durch Auflösen der Blutkörperchen) oder aufgrund von reduzierter nierenmäßigen Harnsäureausscheidung. Dies tritt bei Nierenerkrankungen, bei einem schlecht eingestellten Diabetes mellitus oder beim Einsatz der allopathischen Diuretika (Entwässerungsmedikament z. B. Thiaziddiuretika), dies ist ein Entwässerungsmittel welches gegen Hypertonie eingesetzt wird. Die Einnahme von Diuretika vermindert gleichzeitig die Harnsäureausscheidung.

Typische Lokalisationen sind:

  • Ellenbogengelenke
  • Kniegelenke
  • Handgelenke
  • Großzehgrundgelenk (auch Podagra genannt)

Es können jedoch auch außerhalb der Gelenke, die bezeichnet man als extraartikulär) wie z. B. Sehnenscheiden oder Schleimbeutel betroffen sein. Wenn es hier zu einer Entzündung kommt, spricht man bei der Sehnenscheide des Ellenbogens von einer Tendovaginitis oder beim entzündeten Schleimbeutel von einer Bursitis.

Was sind Purine?

Purine sind Bestandteile jeder tierischen und auch teilweise pflanzlichen Zelle. Sie werden für den Aufbau der wichtigen Nukleinsäure innerhalb der Zellen benötigt. Hier sind das Adenin und Guanin als wichtige Vertreter zu nennen. Beim Abbau der Purine aus der Nahrung entsteht die Harnsäure. Es kommt vor, dass bei manchen Menschen diese Harnsäure nicht richtig ausgeschieden werden kann und somit kommt es zu einer Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut mit den oben aufgeführten Folgen.

Verlaufsform einer gichtischen Erkrankung

Die Ablagerungen Harnsäurekristalle befinden sich im Organismus an den Gelenken, Sehnen, Schleimbeutel, am Ohrknorpel, an der Haut (Gichtknoten = Gichttophi) und in der Niere (Gichtniere – Nierensteine). Dies bewirkt sehr schmerzhafte Entzündungen, Schäden an den Gelenken bis hin zu massiven Nierenschädigungen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Gichtniere (Ablagerungen der Uratkristalle im Nierenmark, die Niere wird praktisch “zu zementiert”).

Es kommt zuerst, meistens abends zu einem sogenannten asymptomatischen Verlauf, der wiederum durch Alkoholabusus und/oder purinreiche Speisen verursacht wird. Häufig ist nur ein Gelenk, am Häufigsten das Großzehgrundgelenk, was als Podagra bezeichnet wird, oder das Daumengrundgelenk betroffen.

Hierbei ist das betroffene Gelenk das Großzehgrundgelenk sehr stark geschwollen, gerötet und extrem schmerzhaft. Selbst der anliegende Strumpf und leichte Erschütterungen lösen heftigste Schmerzen aus. Es kann auch zu Fieber kommen. Mit zunehmendem Lebensalter können mehrere Gelenke betroffen sein.

Komplikationen einer chronischen Gichterkrankung sind die oben bereits erwähnte Gichtniere mit einem hohen Blutdruck und einer Niere, die die harnpflichtigen Substanzen nicht mehr filtern kann. Des Weiteren können sich Nierensteine, die sogenannte Nephrolithiasis einstellen.

Lebensmittel mit viel Purin (unvollständige Auflistung):

Die folgenden Lebensmittel enthalten viel Purin und sollten deswegen nur in Maßen verzehrt werden:

  • Fleisch und Wurstwaren daraus
  • Geflügel und deren Haut
  • Wild
  • Innereien
  • Wurst
  • Sojaprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Fisch und deren Haut
  • gebrannte Fleischkruste
  • geräucherte Fisch- und Fleischwaren
  • Schalen- und Krustentiere
  • Spargel, Spinat, Kohlsprossen und auch Kohl in jeglicher Form
  • frische Erbsen und trockene Bohnen
  • Champignons
  • Blumenkohl
  • Tomaten

Lebensmittel mit wenig Purin:

  • Alle anderen Gemüsesorten
  • Eier
  • Milch und Milchprodukte
  • Getreide und Getreideprodukte

Eine ausführliche List der purinhaltigen Lebensmittel finden Sie unter dem Link: http://www.internisten-im-netz.de/de_purin-gehalt-von-lebensmitteln_1658.html

Phytotherapie innerlich:

Bei akutem Gichtanfall hat sich die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) sehr bewährt, da sie entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Diese Heilpflanze gibt es nur als Fertigpräparat und wird vom Hausarzt oder vom Facharzt für Urologie als verschreibungspflichtiges Medikament rezeptiert.

Der Löwenzahn, Taraxacum officinale wirkt “blutreinigend” und regt gleichzeitig die Ausscheidung an.

Die Blätter der Birke (Betula pendula) leiten die Harnsäure aus und haben einen positiven Effekt auf die Harnwege.

Scharfgabenkraut (Millefolii hb.) hat eine reinigende Wirkung und einen ausleitenden Effekt auf die Nieren.

Wachholderbeeren (Juniperus communis) haben einen entzündungshemmenden und gleichzeitig ausleitenden Effekt direkt auf die Harnwege

Pfefferminze, die sogenannte Menthae piperita hat eine antibakterielle und antientzündliche Wirkung.

Brennnessel, die sogenannte Urtica urens wirkt harnsäureausleitend

Teemischung bei Gicht (Stoffwechseltee)

LöwenzahnTaraxaci rad. Cum herb.20.0
BirkenblätterBetulae fol.20.0
BrennnesselUrticae herb.20.0
ScharfgabeMillefolii herb.20.0
PfefferminzMenthae pip. Fol.20.0

Medikation:

1 Teelöffel dieser Drogenmischung pro Tasse (150 ml), 15 Minuten abgedeckt ziehen lassen, 3 Tassen pro Tag verteilt warm trinken.

Die tägliche Trinkmenge sollte mindestens 2 l betragen. Hierbei ist stilles Wasser dem kohlensäurehaltigen Wässern vorzuziehen. Des Weiteren sollten Betroffene mit Übergewicht ihr Gewicht schonend und gleichmäßig durch sportliche Aktivitäten verringern. Außerdem sollte ein Basenmedikament gegen die harnsaure Stofflage regelmäßig eingenommen werden (z. B. Merlins-PULVER). Bei akuten Gichtanfällen können Sie sich auch beim Heilpraktiker Ihrer Wahl eine Baseninfusion verabreichen lassen.

Bildnachweis: Floydine / Adobe Stock

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Den Beruf des Heilpraktikers sieht er als Berufung an, indem er die unterschiedlichsten Informationen aus dem Bereichen der Naturheilkunde für ganzheitliche Gesundheitsberatung für Mensch und Tier hier weiter gibt.