Naturheilkunde

Diese pflanzlichen Arzneimittel sollten Sie in die Reiseapotheke packen

Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Im Urlaub und auf dienstlichen Reisen sollte man für die gängigsten Erkrankungen vorsorglich einige Medikamente dabei haben, denn nicht immer ist in einem überraschenden Krankheitsfall ein Arzt oder eine Apotheke in der Nähe. Pflanzliche Arzneimittel sind in der Regel gut verträglich und daher ideale Reisebegleiter.

Nichts ist schlimmer, als wenn man nachts im Hotel Halsschmerzen bekommt, weil sich zum Beispiel die Klimaanlage nicht individuell einstellen lässt. Auch Magen-Darm-Erkrankungen stellen sich leicht auf Reisen ein, weil der Organismus empfindlich auf ein anderes Klima oder Speisen reagiert. Unangenehm ist es auch, wenn der Kreislauf verrückt spielt, die Nächte schlaflos bleiben.

Vielseitige Pflanzenheilmittel auswählen

Daher ist es praktisch und beruhigend, wenn man einige Mittel dabei hat, die Linderung verschaffen. Diese lässt sich durchaus mit einigen wenigen pflanzlichen Arzneimitteln erreichen, die meist gut vertragen werden und keine oder geringe Nebenwirkungen haben können. Wer möglichst wenig Gepäck mit sich führen möchte, sollte Medikamente mitnehmen, die man vielseitig einsetzen kann.

Hilft gegen Schmerzen, Husten und Bauchkrämpfe: Pfefferminzöl

Ein wahrer Tausendsassa ist das Pfefferminzöl. Bereits wenige Tropfen genügen, um einen irritierten Magen-Darm-Trakt zu beruhigen, eine aufkommende Migräne in Schach zu halten und einem widerwärtigen Hustenreiz Paroli zu bieten. Generell werden alle krampfartigen Beschwerden durch Pfefferminzöl besänftigt.

Äußerlich angewendet lindert es Schmerzen jeder Art, ob es um Muskel-, Nerven- oder Kopfschmerzen geht. Entzündungen in der Mundhöhle und am Zahnfleisch können damit ebenfalls behandelt werden. Ein Tropfen direkt auf die Zunge gegeben oder zwei bis drei Tropfen in ein Glas mit Wasser reichen meist schon aus, um einen nachhaltigen Effekt zu erreichen.

Die mittlere Tagesdosis für Pfefferminzöl beträgt sechs bis zwölf Tropfen. Säuglinge und Kleinkinder dürfen allerdings nicht damit behandelt werden, da das ätherische Öl bei ihnen zu Krämpfen in den Atemwegen führen kann!

Unterstützung für den Kreislauf durch Campher und Weißdorn

Wechselnde Temperaturen, eine neue Umgebung und die Aufregung vor der Reise können schon mal den Kreislauf Achterbahn fahren lassen. Die Symptome reichen von Schwindel und Übelkeit über Herzrasen und –stolpern bis hin zu extremen Blutdruckschwankungen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern den Betroffenen auch meist peinlich, wenn ihnen im Beisein anderer schlecht wird. Es erhöht die Erregung zusätzlich und verursacht weitere Beschwerden.

Schnelle  Hilfe kann man sich in solchen Fällen mit den bewährten Korodin Tropfen holen. Sie enthalten Campher und Weißdornextrakt, die das Herz unterstützen und den Kreislauf beleben, indem sie den Blutdruck normalisieren. Der scharfe Geschmack der Tropfen lässt einen automatisch tief durchatmen, was für Herz und Kreislauf zusätzlich förderlich ist.

Bei Bedarf nimmt man zehn Tropfen auf Zucker, da Campher nicht wasserlöslich ist. Trinken Sie auch kein Wasser nach der Einnahme, da es den brennenden Effekt verstärken würde! Bei großer Schwäche und Ohnmachtsanfällen kann man fünf bis zehn Tropfen in Abständen von fünfzehn Minuten einnehmen.

Baldrian, Hopfen und Passionsblume gegen nervöse Störungen

Gerade auf Reisen erlebt man in vielerlei Hinsicht eine Umstellung. Ein anderes Klima, ein neuer Tagesrhythmus und ungewohnte Aktivitäten bringen das vegetative Nervensystem ganz schön in Aufruhr. Nervosität oder sogar Schlafstörungen können dann die Urlaubslaune empfindlich beeinträchtigen, sodass die ersehnte Erholung nicht eintreten kann.

Mit milden pflanzlichen Produkten, die Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume enthalten, findet der Organismus jedoch schnell wieder in ruhigere Bahnen zurück. Hier wählt man am besten ein Präparat, das für den Tag geeignet ist, und nimmt am Abend die doppelte Dosis, falls sich die Schlafstörungen hartnäckig halten sollten.

Nicht bei jedem wirken diese sanften Beruhigungsmittel sofort, daher muss man ein wenig Geduld aufbringen, bis sich die Entspannung nach wenigen Tagen einstellt. Wer mit weiteren Beschwerden während einer Reise rechnet, sollte sich beim Arzt oder in der Apotheke beraten lassen, welche pflanzlichen Präparate für ihn in Frage kommen.

Dieser Artikel kann den Rat eines Arztes nicht ersetzen!

Bildquelle: © Ilka Erika Szasz-Fabian/123rf.com

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Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.

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