Naturheilkunde

MSM – mehr als ein natürliches Schmerzmittel

MSM - mehr als ein natürliches Schmerzmittel
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Methylsulfonylmethan, kurz MSM, ist eine Schwefelverbindung, die für unseren Körper und dessen Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielt. Es wirkt gesundheitsfördernd und stillt Schmerzen, daher kann es in vielen Bereichen eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern oder sogar zu beseitigen.

MSM ist die Abkürzung für Methylsulfonylmethan, eine Bezeichnung, die ziemlich synthetisch klingt. Tatsächlich ist diese Substanz eine organische Schwefelverbindung, die in kleinen Mengen in Pflanzen, Tieren und im menschlichen Organismus vorwiegend in Muskeln, Haut und Knochen vorkommt. In Nahrungsmitteln ist sie vor allem in Obst, Gemüse, Fleisch, Milch und Meeresfrüchten zu finden.

MSM stillt Schmerzen

Schwefel wird für die Herstellung von Kollagen, Knorpel, Haut und Bindegewebe benötigt. Ist in unserem Körper zu wenig vorhanden, können Mangelerscheinungen oder Beschwerden auftreten. Schon vor Jahrzehnten kamen amerikanische Ärzte auf die Idee, MSM als Schmerzmittel einzusetzen. Besonders intensiv hat der Arzt, Chirurg und Wissenschaftler Professor Stanley Jacob der Oregon Health & Science Universität in Portland die Anwendung der Substanz mehr als zwanzig Jahre lang erforscht.

MSM ist über Jahrzehnte getestet

Auch gegen viele andere Erkrankungen testete man die Schwefelverbindung mit großem Erfolg.  Genau weiß man bis heute nicht in jedem Fall, warum sie so gut wirkt, aber dass sie lindernde und ausgleichende Effekte hat, ist unumstritten.

In tausenden von Studien wurden die Erfahrungen mit MSM seit vielen Jahren festgehalten, daher gilt MSM in den USA seit langem als natürliches Mittel gegen chronische Schmerzen und andere Erkrankungen. In Deutschland ist MSM noch ein Geheimtipp und eher Menschen bekannt, die sich für Naturheilkunde interessieren.

MSM hat keine Nebenwirkungen

MSM kann ziemlich hoch dosiert werden, ohne dass man sich vergiften könnte. Ein Arzt berichtet, dass MSM genauso harmlos wie Wasser sei. Der einzige Hinweis, den man in den Studien und Berichten von Patienten findet, ist ein leichter Kopfschmerz, der auftritt, wenn man extrem viel von der Schwefelverbindung genommen hat.

MSM wirkt leicht blutverdünnend, was Patienten berücksichtigen müssen, wenn sie Marcumar oder vergleichbare Medikamente nehmen. Eventuell muss die Einstellung korrigiert werden.

Wogegen hilft MSM?

Methylsulfonylmethan hilft sehr gut oder zumindest begleitend bei allen schmerzhaften chronischen Erkrankungen, aber auch bei akuten Schmerzanfällen wie Migräne. Wenn Sie unter einer der vielen rheumatischen Erkrankungen wie z. B. Arthrose, Arthritis, Osteoporose oder Fibromyalgie leiden, ist MSM einen Versuch wert, denn die üblichen entzündungshemmenden Arzneimittel sind oft nicht gut verträglich.

Wirkungen von MSM

Die Schwefelverbindung verschafft Ihnen ebenfalls Linderung bei Muskelkrämpfen, Muskelschmerzen, Sportverletzungen, Rückenschmerzen oder beim Karpaltunnelsyndrom und bei vielen weiteren Schmerzzuständen.

Sie wirkt entzündungshemmend, antioxidativ, fördert die Durchblutung, Wundheilung und Heilung von Narbengewebe. Die Schmerzlinderung erklärt sich durch seinen muskelentkrampfenden, gefäßerweiternden und entzündungshemmenden Effekt.

Testen können Sie MSM auch bei Hauterkrankungen wie Akne, bei Allergien, als Entgiftungsmittel, zur Darmsanierung, bei brüchigen Haaren, Parasiten und Geschwüren. Der MSM-Gehalt unserer verarbeiteten, erhitzten Nahrung reicht oft nicht aus, um einen optimalen Spiegel im Körper zu erreichen, daher macht eine zusätzliche Versorgung Sinn.

So nimmt man MSM ein

MSM gibt es als Pulver oder in Kapseln abgefüllt in verschiedenen Dosierungen. Am besten beginnt man mit einer kleinen Menge und erhöht diese schrittweise, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Vom Pulver nehmen Sie eine Teelöffelspitze und lösen es in einem Glas Wasser. Von Kapseln mit 500 oder 600 mg nehmen Sie zunächst eine täglich.

Bei akuten Beschwerden können alle vier Stunden 1 bis 1,5 Gramm eingenommen werden, bis die Symptome nachlassen. Ein Gewöhnungseffekt wurde auch bei längerem Gebrauch nicht beobachtet.

MSM mit Vitaminen nehmen

Der Effekt verstärkt sich, wenn Sie gleichzeitig ein Multivitaminpräparat und beides jeweils zu einer Mahlzeit einnehmen. Speziell Vitamin C lässt die Schwefelverbindung besonders gut verwerten, daher ist es in vielen Produkten mit enthalten. Falls Sie Probleme mit synthetischem Vitamin C haben, z. B. Blasenreizungen bekommen, versuchen Sie es mit einer kleineren Dosis oder verwenden Sie ein Präparat ohne Vitamin C. Falls Sie weitere Arzneimittel einnehmen, besprechen Sie die Anwendung von MSM vorher mit Ihrem Arzt!

Bildquelle: © molekuul/123rf.com

Über Ihren Experten

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.

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