Honig als Medizin – welche Sorten sind geeignet?

Honig als Medizin – welche Sorten sind geeignet?

Dass Honig eine heilsame Wirkung hat, ist seit Jahrtausenden bekannt. Doch nicht jede Sorte hat einen medizinischen Effekt. Worauf Sie bei der Auswahl und der Anwendung von Honig bei Erkrankungen achten sollten.

Honig wird nicht nur gern als Brotaufstrich verzehrt, sondern auch von vielen Menschen als Naturheilmittel gegen Halsschmerzen bevorzugt. Tatsächlich hat Honig eine heilsame Wirkung auf Haut und Schleimhaut, das beweisen immer mehr neuere Studien. Interessant ist vor allem sein antibakterieller Effekt, der zunehmend bei Infektionen eingesetzt werden könnte, da Honig keine Resistenzen gegenüber Keimen entwickelt wie Antibiotika.

Welche Inhaltsstoffe wirken heilsam?

Durch seinen hohen Zuckergehalt entzieht Honig Bakterien das Wasser und macht sie auf diese Weise lebensunfähig. Gleichzeitig wird eine Verkettung von Bakterien zu sogenannten Biofilmen verhindert, sodass sie ihre Gifte nicht ausschütten und weiter ausbreiten können.

Honig enthält außerdem antioxidative Phenolverbindungen, die die antibakterielle Wirkung verstärken, und das Enzym Glukoseoxidase, das zu desinfizierendem Wasserstoffperoxid umgewandelt wird. Etliche Studien bestätigen vor allem den wundheilenden Effekt von Honig, der zudem einen Verbandswechsel erleichtert, da die heilenden Hautschichten nicht mit dem Mull verkleben können.

Nicht jeder Honig ist als Heilmittel geeignet

Da es viele verschiedene Sorten von Honig gibt, ist es wissenswert, welche tatsächlich die besten Eigenschaften beinhalten. Preiswerte Produkte werden unter Bedingungen hergestellt, die weder umwelt- noch bienenfreundlich sind. Oft werden sie auch noch in Plastikbehälter abgefüllt, die gesundheitsschädigende Weichmacher enthalten. Importierter Honig wird häufig zwecks längerer Haltbarkeit auf bis zu 75 Grad erhitzt. Dadurch werden die heilsamen Inhaltsstoffe zerstört. Billighonig sollten Sie daher auf keinen Fall für Heilzwecke verwenden.

Warum Bio-Honig als Heilmittel genutzt werden darf

Lediglich Bio-Honig ist als medizinisches Heilmittel geeignet. Er darf nur unter strengen Bedingungen produziert werden, die ständig kontrolliert werden. So dürfen z. B. keine giftig wirkenden Stoffe oder Medikamente zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen der Bienen verwendet werden.

Auch sonst müssen sie von Schadstoffen ferngehalten werden, daher dürfen sich im Flugbereich nur natürliche Futterquellen wie Wildpflanzen oder ökologisch angebaute Pflanzen sowie saubere Wasserquellen befinden, keinesfalls Müllverbrennungsanlagen, Fabriken oder Autobahnen etc. Die Bienenstöcke selbst dürfen nur aus naturbelassenem Material gebaut sein.

Im Winter brauchen Bienen manchmal zusätzliche Nahrung, die in der Bio-Imkerei nur aus eigenem Honig bestehen darf. In seltenen Fällen darf Bio-Zuckersirup gefüttert werden. Der Honig wird ausschließlich aus unbebrüteten Waben entnommen. Nur einwandfreie Qualität kann Honig zu einem zuverlässigen Heilmittel machen. Kaufen Sie ihn am besten direkt bei einem Bio-Imker ein.

Dosierung von Honig

Auch wenn Honig gesund ist und sogar als Medizin angewendet werden kann, sollte er weder in unbegrenzten Mengen noch regelmäßig verwendet werden. Schließlich ist sein Zuckergehalt groß und ist bei reichlichem Genuss genauso schädlich wie reiner Zucker. In einer kleinen Dosierung ist er jedoch sogar für die Zähne unschädlich. Ein Teelöffel Bio-Honig in ein Glas mit Tee, Zitronenwasser oder Milch ist die optimale Menge.

Bio-Honig nicht erhitzen

Achten Sie bei warmen Getränken darauf, sie zunächst auf unter 40 Grad abkühlen zu lassen, bevor Sie Honig zufügen. Wird Honig stärker erhitzt, verliert er seine Wirkung, deshalb ist er auch nicht zum Backen oder Kochen geeignet, wenn Sie die gesundheitlichen Vorzüge erhalten wollen. Der medizinisch beste Honig ist der Manuka-Honig aus Neuseeland, der allerdings sehr teuer ist. Er ist auch in Lutschpastillen gegen Halsschmerzen erhältlich und in diesen Produkten erschwinglicher.

Bildnachweis: Daniel Vincek/123rf.com

Veröffentlicht am 11. Januar 2017
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