Naturheilkunde

Blutegel: Wie werden sie verwendet?

Blutegel: Wie werden sie verwendet?
geschrieben von Julia Poluliakh

Es ist Vorsicht geboten. Die Behandlung mit Blutegeln gehört zwar zu den alten Hausmitteln, es wird jedoch geraten, vor einer eventuellen Behandlung einen Arzt zu konsultieren. Dies dient der Risikominimierung, da hinsichtlich der Behandlung mit Blutegeln auch Gegenanzeigen bekannt sind, die bei einer Erkennung einen Eintritt von unerwünschten Nebenwirkungen verhindern kann.

Haltung von Blutegeln

Im Gegensatz zum Sammeln der Blutegel, ist die Haltung dieser relativ unkompliziert. Blutegel können ganz einfach in einem Aquarium oder einem handelsüblichen, verschließbaren Glas gehalten werden. Ganz wichtig ist, wenn die Variante mit dem Glas zum Einsatz kommt, dass es verschließbar ist und ausreichend Luft hineingelangt.

Dies kann durch Löcher im Deckel erreicht werden. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass sich an den Löchern keine scharfen Kanten befinden, da sich die Tiere daran verletzen könnten. Natürlich müssen die Tiere im Abstand von ein paar Monaten regelmäßig gefüttert werden und auch das Wasser sollte regelmäßig gereinigt werden.

Zur Kontrolle der Wasserqualität eignen sich Gläser deutlich besser, da hier der Zustand des Wassers durch die Glaswand kontrolliert werden kann. Bei einem Glas muss beachtet werden, dass diese Variante sich nur für kleinere Mengen Blutegel eignet. Ab 50 Tieren wird für die Haltung ein Aquarium empfohlen.

Die Blutegeltherapie

Blutegel werden bei Beschwerden wie Durchblutungsstörungen, Arthrosen, Thrombosen sowie bei verschiedenen Entzündungen angesetzt. Während der Therapie saugt ein Blutegel etwa 3 bis 6 ml Blut. Es kommt während der Behandlung jedoch zur Nachblutung, was zu einem Blutverlust von etwa 20 bis 30 ml pro Blutegel führt. Nach der Behandlung werden die Blutegel getötet, da in Deutschland Blutegel nur einmal angesetzt werden dürfen.

Auch verbietet es das deutsche Gesetz, dass die Blutegel in der freien Natur ausgesetzt werden. Es gab zwar die Überlegung, sogenannte „Rentnerteiche“ für Blutegel, die auf Menschen angesetzt wurden, einzurichten, jedoch haben sich hier deutliche Probleme bei der Unterhaltung dieser Teiche herausgestellt. Die Tiere haben darin eine Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren, was einen erheblichen Zeitraum darstellt, wenn beachtet wird, dass die Tiere nach der Verwendung meistens erst etwa 3 Jahre alt sind.

Besteht eine Infektionsgefahr?

Immer wieder kommt verständlicherweise die Frage nach möglichen Infektionen durch die Blutegeltherapie zu Sprache. Die Bakterien, die der Blutegel in sich trägt, kommen auch in der Erde und im Wasser vor und können letztlich auch durch den Kontakt mit Wasser erfolgen. Die einzige Infektionsmöglichkeit ist der Blutegel selbst. Es besteht die Möglichkeit der Wundinfektionen. Allerdings ist das Risiko für solche Infektionen verschwindend gering und sie können im Ernstfall auch zügig und effektiv durch Antibiotika geheilt werden.

Um das Risiko der Wundinfektion zu verringern, sollten die Tiere vor dem Ansetzen auf den Menschen in abgekochtes Wasser gegeben werden. Auch sollten die Tiere nur auf gesundes Gewebe gesetzt werden, welches über eine gesunde Durchblutung verfügt. Es ist unbedingt zu vermeiden, den Saugprozess der Tiere gewaltsam durch Entfernen zu beenden. Die Nachblutung sollte keinesfalls gestoppt werden, da sie eine Art Wundreinigung darstellt. Werden diese kleineren Regeln beachtet, ist eine Infektion so gut wie ausgeschlossen.

Bildnachweis: Sergey Lukianov / stock.adobe.com

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Julia Poluliakh