Rücken

Wann muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?

Wann muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?
geschrieben von Christian Riedel

Rund 30.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland an der Bandscheibe operiert. Der Eingriff ist nicht ohne Risiko. Dabei wäre diese Rücken-OP in vielen Fällen gar nicht notwendig gewesen. Aber wann ist eine Bandscheiben-Operation für Sie wirklich sinnvoll?

Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden in Deutschland. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehören auch Sie zu den Betroffenen. Denn bei rund drei Vierteln aller Erwachsenen zwickt es zumindest einmal im Monat im Rücken. Obwohl es in vielen Fällen gar nicht nötig wäre, wird der Rücken geröntgt. Und wenn ein Bandscheibenvorfall entdeckt wird, wird dieser oft auch operiert. Für den Betroffenen ist jede Rücken-OP ein Risiko. Und der Bandscheibenvorfall muss eigentlich auch nicht immer operiert werden.

Was sind die Bandscheiben?

Die Bandscheiben sind, vereinfacht gesagt, kleine, gallertartige Scheiben zwischen den Wirbeln. Sie wirken wie Stoßdämpfer und verhindern, dass die Wirbel aufeinander reiben. Dies wäre zum einen sehr schmerzhaft und zum anderen würde es die Beweglichkeit stark einschränken, wenn die Wirbelkörper direkt aufeinander liegen würden.

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Nun kann es sein, dass eine der Scheiben verrutscht, sich nach außen wölbt oder der innere Kern die Außenwand durchbricht. Dies bezeichnet man als Bandscheibenvorfall. Ursachen dafür gibt es so viele wie Menschen betroffen sind. Eine schwache Rückenmuskulatur, Gewebeschwäche, Fehlhaltungen oder einfach nur eine ungeschickte Bewegung kann dazu führen, dass die Bandscheibe aus ihrer eigentlichen Position rutscht.

Wie viele Menschen in Deutschland einen Bandscheibenvorfall haben, ist nicht bekannt. Denn der Vorfall wird meistens gar nicht entdeckt. Und wenn, dann beim Röntgen. Denn meistens verursacht ein Bandscheibenvorfall keine Probleme. Studien bei Menschen ohne Rückenschmerzen haben gezeigt, dass rund 30 Prozent der 30-Jährigen und rund 50 Prozent der 60-Jährigen mit einem unentdeckten Bandscheibenvorfall leben. Denn nur, wenn die verrutschte Bandscheibe auf einen Nerv drückt, wird es schmerzhaft.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Wenn Sie ebenfalls an einem Bandscheibenvorfall leiden, ist es wichtig, dass Sie sich gut überlegen, ob Sie sich operieren lassen möchten. Nach dem Eingriff dauert es durchschnittlich 3-4 Tage, bis der Patient wieder auf den Beinen ist. Doch meistens wäre die Operation gar nicht notwendig gewesen. Denn langfristig macht es meistens keinen Unterschied, ob der Vorfall operiert wird oder nicht. Jeder zehnte Rückenpatient wird rückfällig. Egal ob mit OP oder ohne.

Bildnachweis: juefraphoto / stock.adobe.com

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Christian Riedel