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Richtig inhalieren bei Atemwegserkrankungen

Richtig inhalieren bei Atemwegserkrankungen
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Dosieraerosole gibt es heute in verschiedenen Ausführungen. Damit sie richtig wirken können, müssen sie korrekt und regelmäßig angewendet werden. Nur so lassen sich Anfälle von akuter Atemnot vermeiden oder zumindest reduzieren. Lassen Sie sich ein neues Spray immer vom Arzt oder in der Apotheke erklären, damit Sie wissen, wie es funktioniert.

Wer unter einer akuten oder chronischen Atemwegserkrankung leidet, bekommt häufig ein Medikament verordnet, das inhaliert werden muss. Das hat den großen Vorteil, dass der Wirkstoff direkt auf die Schleimhäute der Atemwege gelangt und daher niedriger dosiert werden kann.

Entsprechend gering sind die Nebenwirkungen auf den gesamten Körper, zumal die Wirkstoffe nicht erst über den Blutkreislauf befördert werden müssen. Der Effekt tritt erheblich schneller ein, was vor allem bei akuter Atemnot, z. B. bei Asthma oder einer COPD-Erkrankung, enorm wichtig ist.

Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie ist auch die richtige Anwendung des Medikaments. Normalerweise wird der Patient mit der Handhabung des Gerätes vertraut gemacht, trotzdem passiert es immer wieder, dass die Inhalation nicht korrekt durchgeführt wird, zumal jedes Gerät ein wenig anders funktioniert.

Dosieraerosol korrekt anwenden

Mit einem Dosieraerosol werden feine Tröpfchen des Medikaments versprüht. Dabei geht man folgendermaßen vor:

  1. Halten Sie das Dosieraerosol am besten mit Daumen und Mittelfinger so, dass das Mundstück nach unten zeigt, und schütteln es gut durch. Dann entfernen Sie die Schutzkappe.
  2. Atmen Sie gründlich aus, setzen die Öffnung an den Mund und umschließen sie fest mit den Lippen.
  3. Nun drücken Sie den Wirkstoffbehälter mit dem Mittelfinger herunter und atmen gleichzeitig langsam und tief nur durch den Mund ein. Halten Sie den Atem fünf bis zehn Sekunden lang an, damit sich der Wirkstoff gut in der Lunge verteilen kann.
  4. Danach nehmen Sie das Dosieraerosol aus dem Mund und atmen bei geschlossenem Mund über die Nase aus.

So erleichtern Sie sich das Inhalieren

Wer das gleichzeitige Einatmen und Auslösen des Sprühstoßes nicht gut koordinieren kann oder eine Reizung durch das Medikament in Mund und Rachen verspürt, kann eine Inhalationshilfe verwenden. In diesen sogenannten Spacer wird das Dosieraerosol versprüht und kann dann in aller Ruhe eingeatmet werden. Dies ist auch für ältere und für ganz junge Patienten eine praktische Lösung.

Noch einfacher ist die Anwendung eines FCKW-freien Inhalats in Form eines Autohalers und Easi-Breathes. Hier können kaum Fehler bei der Handhabung auftreten, da der Sprühstoß ohne Kraftaufwand durch das Einatmen ausgelöst wird, nachdem die Dosis mithilfe eines Hebels oder einfach durch das Öffnen der Verschlusskappe geladen wurde.

Pulverinhalation mit dem Turbohaler

Bei diesem Gerät muss zunächst die Schutzkappe abgeschraubt werden. Halten Sie es senkrecht und drehen Sie vor dem ersten Gebrauch den Boden des Inhalators zweimal nach rechts und wieder nach links. Bei allen folgenden Anwendungen muss jeweils nur einmal in jede Richtung gedreht werden, um eine Einzeldosis für die Inhalation vorzubereiten.

Auch bei dem Turbohaler müssen Sie gründlich ausatmen, dann das Mundstück des Geräts mit den Lippen umschließen, hier aber schnell und tief einatmen. Beim Einatmen wird das Medikament automatisch freigesetzt.

Lassen Sie sich nicht dadurch irritieren, wenn Sie nichts schmecken oder spüren, denn die Dosis ist beim Turbohaler sehr gering. Ausgeatmet wird auch hier wieder nach fünf bis zehn Sekunden durch die Nase und nicht in das Gerät!

Handhabung eines Diskus-Gerätes

Der Diskus-Inhalator wird mithilfe eines Hebels für die Inhalation vorbereitet: Halten Sie das Gerät am besten waagerecht mit der linken Hand fest, während Sie den Hebel mit dem rechten Daumen so weit wie möglich nach rechts schieben. Wenn es klickt, ist der Diskus einsatzbereit. Die Inhalation erfolgt wie beim Turbohaler: Zunächst ausatmen, Mundstück mit den Lippen umschließen, dann schnell und tief einatmen.

Allgemeine Tipps für alle Inhalationssysteme

  1. Statt durch die Nase kann alternativ durch den Mund mit Lippenbremse ausgeatmet werden: Die Lippen locker aufeinander legen und gegen einen leichten Widerstand ausatmen.
  2. Falls Sie mehrmals inhalieren müssen, halten Sie mehrere Minuten Abstand zwischen den einzelnen Hüben ein.
  3. Am Ende der Inhalation schließen Sie das Gerät oder setzen die entsprechende Schutzkappe auf.
  4. Nach jeder Anwendung sollte der Mund mit Wasser ausgespült und kurz gegurgelt werden. Das ist besonders bei Kortisonpräparaten wichtig, um Nebenwirkungen wie Heiserkeit oder Pilzinfektionen zu vermeiden.
  5. Die Mundstücke immer mit einem trockenen Tuch reinigen!

Bildnachweis: Heike Rau / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.