Prostata

Prostatavergrößerung – Was macht der Urologe?

Prostatavergrößerung – Was macht der Urologe?
Dr. med. Christoph Pies
geschrieben von Dr. med. Christoph Pies

Männer haben Angst vorm Urologen. Daher muss die Einstiegsschwelle zum Arztbesuch möglichst niedrig gehalten werden. Es gibt einen Fragebogen, der die möglichen Beschwerden bei Prostatavergrößerung systematisch abfragt und so den Schweregrad einschätzen lässt. Dieser Bogen heißt International Prostate Symptom Score (IPSS).

Machen Sie den Test einfach online und sprechen Sie dann mit Ihrem Hausarzt oder Urologen über die Ergebnisse.

Keine Diagnose durch die Hose

Ihr behandelnder Arzt wird dann zusätzlich zu dem Score Ihre medizinische Vorgeschichte erheben. Außerdem erfolgt eine körperliche Untersuchung inklusive eines Abtastens der Prostata vom After her. An weiteren Untersuchungen erfolgen eine Urinanalyse zum Ausschluß einer Entzündung und zur Entdeckung von Blutbeimengungen im Urin. Man wird Ihnen eine PSA-Bluttest zum Screening auf Prostatakrebs empfehlen (siehe weiter unten im Beitrag). Im Ultraschall (Sonographie) werden die Abflußverhältnisse der Nieren und der nach dem Wasserlassen in der Blase verbliebene Restharn gemessen. Mit einer speziellen Ultraschallsonde kann vom After her Größe und Gewebestruktur der Prostata beurteilt werden. Auf einer Spezialtoilette kann die Stärke des Harnstrahls gemessen werden (Uroflowmetrie) und falls notwendig wird bei einer Blasenspiegelung mit einem Cystoskop der gesamte Weg durch Harnröhre und Prostata bis in die Harnblase beurteilt. In besonderen Ausnahmefällen muss durch eine Blasendruckmessung (Urodynamik) die Kraft der Blase und der Widerstand der Prostata gemessen werden.

Auch bei milden Symptomen sollte Sie ärztlichen Rat suchen. Dringende Alarmsignale sind hingegen Blutbeimengungen im Urin, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen oder eine komplette Harnblockade.

Der PSA-Wert

Die Bestimmung des prostata-spezifischen Antigens (PSA) ist ein Test, der die Konzentration dieses Proteins im Blut misst. Das PSA ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata produziert wird. Es handelt sich bei der Untersuchung um eine einfache Blutentnahme, spezielle Vorbereitungen sind nicht notwendig, Sie müssen auch nicht nüchtern sein. Der Test kann von Ihrem Hausarzt, einem Urologen oder manchmal auch in einem Krankenhaus durchgeführt werden. Allerdings sollte das Blut abgenommen werden, bevor der Arzt die Prostata mit dem Finger untersucht. Auch nach intensivem Fahrradfahren oder einer Ejakulation kann der PSA-Level für 24-48 Stunden erhöht sein. Demnach sollten Sie zwei Tage vor dem Test enthaltsam sein.

Im Blut von Männern mit einer gesunden Prostata wird nur sehr wenig PSA gefunden. Es gibt keinen strengen Normalwert. In die Beurteilung des Wertes fließen insbesondere das Alter, der Ausgangswert, die Größe der Prostata und die Anstiegsgeschwindigkeit ein. Ein schneller Anstieg des PSA-Spiegels könnte auf eine krankhafte Veränderung hindeuten. Ein möglicher Grund für einen erhöhten PSA-Level ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Es erscheint logisch, dass eine größere Prostata mehr von diesem Eiweiß produziert als eine kleine Drüse. Ein weiterer häufiger Grund für einen erhöhten PSA-Wert ist eine Entzündung der Prostata, die sogenannte Prostatitis. Jedoch muss auch ein Prostatakrebs (Karzinom) in Erwägung gezogen werden. Damit aus dem prostata-spezifischen Antigen für Sie kein panik-stimulierendes Antigen wird, erfahren Sie dazu mehr in weiteren Beiträgen.

Digital-rektale Untersuchung (DRU) – die berühmte Hafenrundfahrt

Das Abtasten der Prostata vom After her, die sogenannte digital-rektale Untersuchung, wird meist im Stehen mit vorgebeugtem Oberkörper oder in Seitenlage mit angezogenen Knien durchgeführt. Dabei führt der Arzt seinen behandschuhten Finger unter Zuhilfenahme eines Gleitmittels in das Rektum ein. So kann er vom Enddarm her die Rückseite der Prostata abtasten. Er beurteilt Größe und Konsistenz der Prostata und achtet insbesondere auf verdächtige Verhärtungen.

Bildnachweis: bilderzwerg / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Dr. med. Christoph Pies

Dr. med. Christoph Pies

Dr. Christoph Pies, Jahrgang 1970, studierte Medizin in Bochum und Düsseldorf, bevor er in einer Kölner Klinik seine Berufung zum Urologen fand. Nach seiner Facharztausbildung und Oberarzttätigkeit wurde er 2004 niedergelassener Urologe in der Nähe von Aachen. Und obwohl der Begriff “piesacken” auf seinen Vorfahr Diederich Pies zurückgeht, hat Christoph Pies zum Glück ein anderes Bestreben: Er möchte unterhalten und aufklären. Seinen aktuellen Bestseller können Sie ganz bequem über amazon.de beziehen: Was passiert beim Urologen?: Das Enthüllungsbuch für SIE & IHN