Krankheiten

Medikamentöse Therapie beim Restless Legs Syndrom

Gehören Sie zu den Menschen, die ein unerträgliches Kribbeln, Zucken oder Reißen in den Beinen verspüren, sobald sie sich ausruhen oder einschlafen wollen? Auch in Form von Unruhe und Schmerzen kann sich das Syndrom bemerkbar machen. Wenn man sich bewegt, sind die Beschwerden verschwunden, nur kann man nicht ständig herumlaufen! Wie kommen Sie trotz Restless Legs Syndrom (RLS) wieder zu ruhigen Beinen und entspannten Nächten?

Schlafstörungen durch unerträgliches Zucken in den Beinen

Viele Menschen wissen zunächst oft nicht, was sie eigentlich haben, und sind erleichtert, wenn endlich eine Diagnose gestellt wird. Das Restless Legs Syndrom (RLS) ist bei jedem Betroffenen unterschiedlich ausgeprägt und kann auch schon Kinder betreffen.

Während manche nur ein leichtes Kribbeln oder Unruhe verspüren, werden andere  immer wieder durch heftiges Zucken in den Beinen am Einschlafen gehindert und leiden in der Folge unter schweren Schlafstörungen. Bei einigen Patienten treten die Beschwerden sogar tagsüber auf, sobald sie sich einfach nur hinsetzen und entspannen.

Die Symptome können einseitig sein oder beide Beine und auch die Arme betreffen. Sie sind so unerträglich, dass die Patienten in tiefe chronische Erschöpfungszustände fallen, doch inzwischen gibt es verschiedene hilfreiche Therapiemöglichkeiten, um endlich wieder in Ruhe durchschlafen zu können.

Ursachen und Diagnose von unruhigen Beinen

Wenn Sie unter den beschriebenen Symptomen leiden, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Hausarzt darüber. Er wird Ihnen möglicherweise einen Neurologen empfehlen können, der sich auf das RLS spezialisiert hat.

Auch im Internet finden Sie Adressen von kompetenten Fachärzten, die feststellen können, ob es sich um ein idiopathisches oder symptomatisches RLS handelt. Die erste Form entsteht durch Vererbung, die zweite durch eine andere Erkrankung oder Medikamente. Am häufigsten wird das symptomatische RLS durch folgende Krankheiten ausgelöst:

  • Dialysepflichtige Nieren-Unterfunktion
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Schwangerschaft
  • Blutarmut durch Eisenmangel
  • Rheumatoide Arthritis
  • Eisenmangel
  • Stoffwechselstörungen

Medikamente, die ein RLS begünstigen oder verursachen können, sind vor allem trizyklische Antidepressiva, Mittel gegen Psychosen, Arzneimittel gegen Erbrechen, Lithium oder Koffein. Sobald diese abgesetzt oder durch andere Medikamente ersetzt werden, verschwinden auch die Beschwerden.

Erste Wahl bei idiopathischem RLS: Dopaminagonisten

Bei leichten Beschwerden können Sie sich Erleichterung verschaffen, indem Sie die Beine massieren oder bürsten, kalte Fußbäder nehmen, Kniebeugen machen und regelmäßig Fahrrad fahren. Vermeiden Sie außerdem Kaffee- und Alkoholgenuss am Abend, zu warme Bettdecken und schwere körperliche Arbeiten. Auch Stress kann das Restless Legs Syndrom verstärken.

Reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, gibt es eine Reihe von Medikamenten, die gegen unruhige Beine wirken. Die erste Wahl fällt immer auf L-Dopa (in Restex) oder Dopaminagonisten wie Sifrol®, Adartrel®, Cabaseril® oder Parkotil®. Jeder Patient reagiert anders, daher sollten Sie nicht gleich verzweifeln, wenn das erste Medikament nicht hilft. Manchmal muss man verschiedene Präparate ausprobieren, bis das richtige gefunden ist.

L-Dopa wird auch genutzt, um die Diagnose zu sichern: Bessern sich die Beschwerden unter der Einnahme des Medikaments, handelt es sich eindeutig um ein Restless Legs Syndrom.

Therapie bei mittel- bis starken RLS-Beschwerden

Sollten Sie weder auf L-Dopa noch auf einen der Dopaminagonisten reagieren oder sind die Beschwerden zu stark, gibt es die Möglichkeit, sie mit kurz- oder langwirkenden Opiaten zu behandeln.

Das sind z. B. codeinhaltige Päparate, Tilidin oder Tramadol. Diese Wirkstoffe müssen streng nach Anweisung des Arztes genommen werden, da sie süchtig machen können. Bei korrekter Anwendung ist jedoch nichts zu befürchten. Die Nebenwirkungen von Opiaten sind leider unangenehm: Verstopfung, ein extrem trockener Mund und Juckreiz sind die häufigsten unerwünschten Erscheinungen.

Sind Ihre RLS-Beschwerden extrem heftig, sodass alle anderen Arzneimittelgruppen nicht helfen, kann der Arzt auf ein sogenanntes Antikonvulsivum zurückgreifen. Dabei handelt es sich um ein Mittel, das normalerweise gegen Epilepsie verschrieben wird. Es hemmt die neuronale Erregbarkeit sowie die Weiterleitung an das zentrale Nervensystem und kann daher auch die Beschwerden der Restless Legs dämpfen. Alle Medikamente können auch miteinander kombiniert werden, was jedoch nur der Facharzt entscheiden kann.

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Über Ihren Experten

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.