Herz

Abnehmen: Sind Diäten schlecht fürs Herz?

Abnehmen: Sind Diäten schlecht fürs Herz?
geschrieben von Christian Riedel

Viele haben sich fürs neue Jahr vorgenommen, das eine oder andere Kilo abzunehmen. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Doch bei der Wahl der Diät sollten Sie aufpassen, dass Sie nicht Ihr Herz gefährden.

Dass Übergewicht aus verschiedenen Gründen schlecht für das Herz ist, ist beileibe keine neue Erkenntnis mehr. Daher gehört das eine oder andere Kilo abzunehmen zu den wichtigsten Maßnahmen, um das Herz zu stärken. Im Gegensatz dazu ist ein gesundes Herz zu haben vermutlich für viele Menschen weniger ein Grund, um abzunehmen, als beispielsweise gut auszusehen. Doch es ist auf jeden Fall ein angenehmer Nebeneffekt. Insofern kann es sich immer lohnen, Übergewicht abzubauen. Solange man es nicht übertreibt und sich nicht für die falsche Diät entscheidet. Denn es gibt Diäten, die dem Herz schaden können.

Kein Brot mehr?

Viele Abnehm-Methoden fordern eine starke Reduzierung der Kohlenhydrate, die besonders in Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot enthalten sind. Zu diesen Konzepten zählen beispielsweise die Atkins-Diät oder die Dukan-Diät. Die Erfolge, die diese Konzepte mit sich bringen, geben den Diäten oft Recht. Doch bei allen purzelnden Kilos denkt wahrscheinlich kaum einer an sein Herz. Und gerade die stark kohlenhydratreduzierten Diätkonzepte können schlecht fürs Herz sein.

Verzicht auf Kohlenhydrate kann Herz gefährden

Wie eine Untersuchung an der Universität von Göttingen ergeben hat, kann der Verzicht auf Kohlenhydrate das Herz gefährden. Um den Einfluss einer kohlenhydratarmen Ernährungsweise auf das Herz zu untersuchen, führten sie eine einjährige ambulante Studie mit 160 übergewichtigen und adipösen (fettleibigen) Frauen durch. Dabei teilten die Forscher die Probanden in drei Gruppen ein: eine Gruppe ernährte sich streng kohlenhydratarm (Low-Carb). Die beiden anderen Gruppen absolvierten verschiedene fettarme Diäten (Low-Fat).

Erste Ergebnisse nach 4 Wochen

Entscheidend für die Herzgesundheit ist hier der Risikofaktor Homocystein. Bei einer erhöhten Homocystein-Konzentration im Blut ist auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten stark erhöht, da Homocystein die Blutgefäße schädigen kann. Bei der Göttinger Studie war bereits nach vier Wochen der einjährigen Studie die Homocystein-Konzentration bei den Low-Carb-Kandidatinnen deutlich erhöht.

Die Gründe sieht Studienleiter Dr. Ellrott vor allem im Verzicht auf natürliche Kohlenhydrat-Lieferanten: “Der Homocystein-Anstieg unter Low-Carb-Diät könnte durch einen sehr geringen Verzehr an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten verursacht sein. Diese Lebensmittel sind bei einer Low-Carb-Diät praktisch verboten, enthalten jedoch gerade die für den Abbau von Homocystein wichtigen Vitamine B6 und Folsäure.”

Keine Kohlenhydrate – mehr Herzinfarkte

Auch eine Studie der renommierten Harvard Universität in Boston kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, auch wenn die US-Forscher nur mit Mäusen experimentiert haben. Ernährten sich die Nager kohlenhydratarm und fett- und proteinreich, nahmen sie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zwar nicht zu, dafür war bereits nach zwölf Wochen das Arteriosklerose-Risiko stark erhöht. Gleichzeitig war auch das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko gestiegen.

Fazit: Wie immer gilt auch hier die Empfehlung, die Finger von einer einseitigen Ernährung oder gar einem Verzicht auf Kohlenhydrate zu lassen. Am gesündesten ist eine ausgewogene Ernährung. Um abzunehmen gilt es, weniger Kalorien zu sich zu nehmen als man verbrennt. Dies kann man durch eine gesunde Ernährung und etwas Bewegung besser schaffen, als auf eine radikale Diät zu setzen.

Bildnachweis: kei907 / stock.adobe.com

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Christian Riedel