Krankheiten

Chronisches Müdigkeitssyndrom – welche psychischen Ursachen gibt es?

Chronisches Müdigkeitssyndrom - welche psychischen Ursachen gibt es?
geschrieben von Gerhard Miller

Das chronische Müdigkeitssyndrom heißt bei Ärzten CFS, abgeleitet vom englischen „chronic fatigue syndrome“. Im Vordergrund der Diagnose steht eine anhaltende Erschöpfung. In diesem Artikel erfahren Sie die psychologischen Hintergründe einer Erkrankung, die unsere moderne Zeit prägt. Ich werde Ihnen einige Fragen stellen, die Sie auf den richtigen Weg bringen können.

Allmachtsgefühl

Die meisten Werktätigen sind Teil einer Hierarchie; sie dienen einer Organisation. Der Gegenpol dieses bescheidenen Gefühls, ein Rädchen in einem großen Rad zu sein ist ein Allmachtsgefühl. Mit diesem Gefühl überschreiten wir unsere kleine menschliche Existenz und werden „gottähnlich“. Was ich hier meine stammt nicht aus einem Science fiction-Roman und es betrifft nicht nur Extrembergsteiger.

Mein Tipp: Sie haben sich als Manager, unermüdlich tätig, selbstvergessen in einer Weise eingesetzt, die Ihnen viel Ehre eingebracht, aber Ihrem Körper geschadet hat. Dieser zieht nun die Notbremse in Form von Halsschmerzen, Empfindlichkeiten der Lymphknoten und weiteren Symptomen. Fragen Sie sich, in welchem Zusammenhang das Bedürfnis, allmächtig zu sein entstanden ist.

Perfektionismus

Wir sollten Dinge, die uns wichtig sind, klug und vorausschauend planen. Diese ehrenhafte Haltung wird in ihrer Übertreibung zu Detailbesessenheit und Perfektionismus. Zweiter Punkt: Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen andere, nicht nur in der Liebe, auch für Rücksprachen. Die Kehrseite dieser Haltung ist, vollkommen selbstvergessen alles für andere zu tun.

Mein Tipp: Sie waren dienstbar bis zum Umfallen und haben Ihr Gehirn durch pausenlose Konzentration so sehr überfordert, dass Ihr Körper nun Konzentrations- und Gedächtnisstörungen anzeigt. Achten Sie in Zukunft auf regelmäßige Pausen und beginnen Sie, anderen weniger perfekten Menschen zu vertrauen, d. h. Aufgaben zu delegieren. Zweiter Punkt: Setzen Sie sich hin und finden Sie heraus, was Ihnen persönlich wichtig ist in Ihrem weiteren Leben.

Über sich hinaus fühlen

In Ihrer Arbeitswut haben Sie die feinen Dinge, die „Chemie“ zwischen Menschen, gute Musik und so weiter kaum wahrgenommen. Dieses Versäumnis schleicht sich jetzt als Müdigkeit in Ihr Leben.

Mein Tipp: Ihr Aktivitätsniveau ist krankheitsbedingt sehr niedrig. Sie stellen fest, dass die Dinge um Sie herum ohne Sie keinesfalls zusammen gebrochen sind. Fragen Sie sich: Wo in welcher Form will ich mich in Zukunft so einsetzen, dass es mir und anderen gesundheitlich nicht schadet?

Sich verbrennen

Sie haben vor Ihrer chronischen Müdigkeit unermüdlich geschuftet, immer wieder mit sehr viel Emotion auf Ihre Umgebung eingewirkt. Es ging um viel, Sie haben alles gegeben!

Mein Tipp: Was war das Motiv? Hatten Sie ein Schuldgefühl? Wem gegenüber? Seit wann? Ich möchte Ihnen raten, diese Fragen zu klären und wünsche Ihnen gute Besserung.

Bildnachweis: Danilo Rizzuti / stock.adobe.com

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Gerhard Miller