Allergien

Zöliakie: Wenn das Immunsystem auf Gluten reagiert

Zöliakie: Wenn das Immunsystem auf Gluten reagiert
geschrieben von Burkhard Strack

Mittlerweile findet sich in nahezu jedem Supermarkt eine breitgefächerte Palette an glutenfreien Produkten. Von Zöliakie Betroffene sind auf diese Lebensmittel angewiesen, da viele normale Lebensmittel schwerwiegende Symptome und Folgeerkrankungen hervorrufen können.

Rund jeder 200. Deutsche leidet unter Zöliakie, einer schwerwiegenden Form der Glutenunverträglichkeit. Der Körper kann Gluten, das in Weizen und zahlreichen weiteren Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß, nicht richtig verwerten und löst deshalb eine Reaktion des Immunsystems aus.

Entstehung der Zöliakie

Bei gesunden Menschen ist im Dünndarm das Enzym Gewebetransglutaminase (TG2) dafür verantwortlich, das Gluten in seine Bestandteile zu zerlegen. Liegt jedoch eine Zöliakie vor, bildet der Körper IgA-Antikörper gegen das Enzym und das im Gluten enthaltene Eiweiß Gliadin. Die Immunreaktion greift die Darmschleimhaut an, was zu einer Rückbildung der Darmzotten führt.

Wird die glutenhaltige Ernährung unvermindert fortgeführt, entzündet sich die Darmschleimhaut chronisch. Je stärker sich die Darmzotten zurückbilden, desto geringer ist die Oberfläche des Dünndarms und desto weniger Nährstoffe werden aus der Nahrung aufgenommen. In der Folge kann es zu schweren Mangelzuständen kommen.

Woran die Zöliakie zu erkennen ist

Die typischen Symptome der Zöliakie betreffen vor allem den Verdauungstrakt. Dazu gehören Bauchschmerzen, schmerzhafte Blähungen sowie fettiger Durchfall. Oftmals geht sie mit einem unerklärlichen Gewichtsverlust einher. Da der Körper durch die Zöliakie nur noch vermindert Nährstoffe aufnehmen kann, kann es zusätzlich zu Erkrankungen kommen, die durch den Nährstoffmangel bedingt sind:

Mangel an…Mögliche Erkrankungen
EisenBlutarmut, Faulecken am Mund, brennende Zunge
KalziumOsteoporose, Knochenschmerzen, Krämpfe und Schmerzen in den Muskeln
Vitamin KBlutungen
Vitamin ANachtblindheit

Hinzu kommen folgende mögliche Krankheitsbilder:

  • Erkrankungen der Leber
  • Störungen der Schilddrüsenfunktion
  • Gelenkbeschwerden
  • Stimmungsschwankungen bis hin zu Depressionen
  • epileptische Anfälle
  • gestörte Bewegungskoordination
  • Störungen der Nerven
  • Entzündung der Nierenkörperchen
  • Hautentzündungen

Bei kleinen Kindern macht sich die Zöliakie neben Verdauungsstörungen insbesondere durch eine sogenannte Gedeihstörung, also ein mangelndes Wachstum oder eine langsame Entwicklung, bemerkbar.

Diagnose: So stellt der Arzt die Zöliakie fest

Auf der Suche nach der Ursache ihrer Beschwerden durchlaufen viele Betroffene eine wahre Odyssee – oftmals dauert es mehrere Jahre bis zur richtigen Diagnose. Steht jedoch erst einmal der Verdacht einer Zöliakie im Raum, kann der Arzt die Nahrungsmittelunverträglichkeit anhand verschiedener Untersuchungsmethoden nachweisen:

  • Anamnese (Erhebung von Vorerkrankungen, aktuellen Beschwerden sowie einer etwaigen genetischen Disposition)
  • Blutprobe zur Bestimmung für die Zöliakie typischer Antikörper
  • körperliche Untersuchung (z. B. auf Darmgeräusche, Veränderungen an Haut und Zunge)
  • Biopsie der Darmschleimhaut (zeigt einen Rückgang der Darmzotten sowie andere für die Zöliakie typische Veränderungen an)
  • Ultraschalluntersuchung

Möchten Sie sich diesen vielfältigen Untersuchungen erst unterziehen, wenn sich der Verdacht erhärtet hat, können Sie sich durch einen einfachen Selbsttest zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Nahrungsmittel Ihr Körper nicht gut verträgt. Dies ist beispielsweise mit dem Vimeda Nutrition Screen möglich, der rund 100 Lebensmittel auf ihre Verträglichkeit testet. Dafür müssen Sie lediglich eine winzige Blutprobe an ein Labor schicken und erhalten anschließend übersichtliche Untersuchungsergebnisse mit Ernährungsempfehlungen. Dieser Test kann Ihnen helfen, die Ursachen Ihrer Beschwerden aufzustöbern.

Hinweis: Zöliakie kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Oftmals liegt die Glutenunverträglichkeit vor, ohne dass schwerwiegende Symptome auftreten. Ebenso ist es möglich, dass der Arzt keine Zöliakie nachweisen kann, obwohl entsprechende Symptome vorliegen. Man spricht dann von einer Glutensensibilität, wobei dieses Krankheitsbild in der Medizin umstritten ist – es könnte auch psychosomatisch bedingt sein.

Glutenfreie Ernährung: Behandlung der Zöliakie

Eine medikamentöse Therapie von Zöliakie ist derzeit noch nicht möglich. Die Behandlung beruht deshalb bisher auf zwei Bausteinen. Zum einen wird ein bestehender Nährstoffmangel durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen. Zum anderen müssen Sie eine lebenslange glutenfreie Ernährung einhalten. Hierzu gehört der Verzicht auf diese Getreidesorten:

  • Weizen
  • Roggen
  • Gerste
  • Dinkel
  • Grünkern
  • Einkorn
  • Emmer Kamut
  • Hafer
  • Triticale

Achtung: Dazu gehören nicht nur Nudeln, Brot & Co., sondern auch viele andere Fertigprodukte, die Auszüge oder Spuren dieser Getreidesorten enthalten.

Bildnachweis: Olga Traskevych/123rf.com

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.