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6 Tipps für den Umgang mit Beipackzetteln

6 Tipps für den Umgang mit Beipackzetteln
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Sie sind ellenlang und so kompliziert gefaltet, dass man sie nie wieder ordentlich in die Packung stecken kann: Beipackzettel für Medikamente. Sie enthalten viele wichtige Informationen, die sich der Patient vor der Anwendung durchlesen sollte. Das Problem ist, dass viele den Inhalt nicht verstehen können, weil sie nicht die entsprechenden Vorkenntnisse haben. Was tun?

Lesen Sie folgende 6 Tipps für den Umgang mit Beipackzetteln:

  1. Nebenwirkungen zunächst nicht durchlesen
  2. Bei Beschwerden Arzt anrufen
  3. Medikament auf Inhaltsstoffe und Unverträglichkeiten überprüfen
  4. Anwendungsgebiete abgleichen
  5. Gegenanzeigen überprüfen
  6. Alle Ärzte über Medikation informieren

Bevor Sie sich zu Hause mit dem Beipackzettel herumquälen, fragen Sie gleich in der Apotheke nach den wichtigsten Informationen zu Ihrem Medikament. Falls Sie bereits andere Arzneimittel einnehmen, lassen Sie überprüfen, ob sich diese miteinander vertragen. Sollte es Wechselwirkungen geben, kann der Apotheker oder die pharmazeutische-technische Fachangestellte in der Praxis anrufen und Rücksprache mit dem Arzt halten. So können Sie sicher sein, dass sie das richtige Medikament bekommen.

1. Angst vor Nebenwirkungen?

Falls Sie zu den Menschen gehören, die sich durch die Aufzählung der vielen Nebenwirkungen verunsichern lassen, sollten Sie diese vor der ersten Einnahme Ihres neuen Medikaments besser nicht durchlesen. Vertrauen Sie auf die Verordnung Ihres Arztes und wenden Sie Ihr Arzneimittel unvoreingenommen an. So vermeiden Sie, dass Sie sich vor lauter Angst Beschwerden einbilden. Heben Sie den Beipackzettel jedoch auf, um jederzeit nachlesen zu können, wenn Sie Fragen zu Ihrem Medikament haben.

2. Bei Beschwerden Arzt anrufen

Treten während der Einnahme des neuen Medikaments Beschwerden auf, die Sie zuvor nie hatten, lesen Sie im Beipackzettel nach, ob diese zu den Nebenwirkungen gehören. Sollten diese unerträglich sein, setzen Sie das Arzneimittel nicht einfach ab, sondern rufen Sie Ihren Arzt an und besprechen Sie mit ihm Ihre Probleme.

Es gibt Medikamente, die man nicht abrupt weglassen darf, weil dies sonst schwere gesundheitliche Probleme verursachen könnte. Nennen Sie dem Arzt auch Beschwerden, die nicht unter den Nebenwirkungen aufgelistet sind!

3. Inhaltsstoffe – Unverträglichkeiten

Zu Beginn des Beipackzettels finden Sie den oder die Inhaltsstoffe des Arzneimittels. Diese sind für Sie nur dann interessant, wenn Sie sich ein wenig mit Arzneimittelkunde auskennen und bereits mehrere Medikamente nehmen. Auch wenn Sie einige Arzneistoffgruppen nicht vertragen oder sogar allergisch dagegen sind, ist es wichtig, dass Sie selbst noch einmal überprüfen, ob Sie die Inhaltsstoffe des neuen Medikaments voraussichtlich vertragen. Fragen Sie in der Apotheke nach, wenn Sie unsicher sind.

4. Anwendungsgebiete nicht verständlich?

Gelegentlich bekommt man ein Medikament verordnet, das so vielfältige Wirkungen hat, dass es auch gegen Beschwerden eingesetzt werden kann, die im Beipackzettel gar nicht oder unverständlich aufgeführt sind. Wenn Sie also unter den Anwendungsgebieten nur Erkrankungen finden, die Sie nicht haben, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt fragen, warum Sie dieses Arzneimittel einnehmen sollen. Normalerweise sollte er Sie bereits vor der Ausstellung des Rezepts darauf hinweisen.

5. Gegenanzeigen immer überprüfen

Vor der Anwendung des Medikaments sollten Sie auf jeden Fall die Gegenanzeigen studieren, um sicher zu sein, dass sie keine Erkrankung haben, bei der Sie das Arzneimittel nicht verwenden dürfen. Es kommt vor, dass ein Facharzt nicht alle Ihre Erkrankungen kennt, weil Sie vergessen haben, alle zu nennen. Daher weiß er natürlich nicht, welche Substanzen Sie nicht vertragen.

6. Alle Ärzte über die Medikation informieren

Damit nicht nur Ihr Hausarzt, sondern auch sämtliche Fachärzte über Ihre Erkrankungen und Dauermedikation Bescheid wissen, sollten Sie zu jedem Arztbesuch eine Liste mit der aktuellen Medikation mitnehmen. Das erleichtert den Ärzten die Einschätzung Ihrer Beschwerden und beugt einer falschen Medikation vor.

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Über Ihren Experten

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.