Kinder- & Jugendgesundheit

Was hilft gegen Magen-Darm-Grippe bei Kindern?

Was hilft gegen Magen-Darm-Grippe bei Kindern?
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Durchfall und Erbrechen sind typische Symptome für eine Magen-Darm-Grippe. Kleine Kinder und Säuglinge trocknen durch den Flüssigkeitsverlust schnell aus und erkranken daher schwerer als Erwachsene. Ein häufiges Problem ist, dass die Kinder nicht trinken wollen oder sich nach jedem Schluck gleich wieder übergeben. Wie können Sie den Kleinen helfen? Wie beugen Sie einer Infektion vor?

Ursache einer Magen-Darm-Infektion

Eine Magen-Darm-Grippe wird überwiegend durch Viren ausgelöst, die sich über Stuhl oder Speichel verbreiten können. Fehlende Hygiene nach dem Toilettengang, aber auch die Verteilung von Tröpfchen beim Sprechen, Niesen und Küssen machen es den Viren leicht, neue Opfer zu finden. Gerade wenn sich viele Menschen an einem Ort aufhalten, z. B. im Kindergarten, in der Schule, aber auch in der Familie, ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch.

Wie beugen Sie einer Virus-Infektion vor?

Vor dem Essen oder der Zubereitung einer Mahlzeit müssen zuerst die Hände gewaschen werden. Reiben Sie die angefeuchteten Hände sorgfältig mit Seife oder einem hautfreundlichen Syndet ein und spülen Sie sie gründlich unter fließendem Wasser ab. Achten Sie darauf, dass die Hände auch zwischen den Fingern gut gereinigt und abgetrocknet werden.

Ist bereits jemand erkrankt, ist penible Hygiene das oberste Gebot. Händewaschen vor und nach dem Stuhlgang oder Windelwechseln, zusätzliches Desinfizieren der Hände mit einer hautfreundlichen Lösung (z. B. Sterillium®) und das Auskochen von Saugern und Schnullern eines erkrankten Säuglings sind ein absolutes Muss.

Reinigen Sie auch die Toilette häufiger als sonst und desinfizieren Sie sie z. B. mit Sagrotan® Spray oder entsprechenden Feuchttüchern. Türklinken und Lichtschalter werden oft berührt und sollten während der Krankheitsphase ebenfalls jeden Tag desinfiziert werden.

Wie können Sie Ihr Kind selbst behandeln?

Leider verweigern an Magen-Darm-Infektionen erkrankte Kinder häufig die Flüssigkeitsaufnahme, sodass Sie hier ein wenig Geduld haben und die Getränke immer wieder schluck- oder löffelchenweise anbieten müssen. Mit Präparaten aus der Apotheke, die Sie jeweils frisch zubereiten müssen, können Sie den Mineralstoffverlust wieder ausgleichen (z. B. Oralpädon®). Alternativ können Sie aber auch je eine Prise Salz und Traubenzucker oder Zucker in einer Tasse Kamillen-, Pfefferminz- oder dünnem schwarzen Tee auflösen und zu trinken geben.

Wann muss Ihr Kind zum Arzt?

Wenn die Infektion so heftig verläuft, dass sich Ihr Kind innerhalb der ersten zwölf Stunden laufend erbricht und auch nach jedem Schluck Flüssigkeit nichts bei sich behält, sollten Sie den Kinderarzt rufen. Hält der Durchfall länger als drei Tage an, will das Kind nichts trinken und/oder wirkt es schwer krank, müssen Sie ebenfalls den Arzt einschalten.

Bleibt die Windel eines Säuglings länger als vier bis sechs Stunden trocken, ist seine Haut schlaff und sind die Augen sowie die Fontanelle eingesunken, deutet dies auf eine Austrocknung des kleinen Körpers hin. Ist der Kinderarzt nicht erreichbar, fahren Sie sofort ins Krankenhaus, damit das Kind per Infusion mit der notwendigen Flüssigkeit und den lebenswichtigen Elektrolyten versorgt werden kann.

Antibiotika helfen übrigens bei Viruserkrankungen nicht, daher wird der Arzt nur welche verordnen, wenn die Infektion nachweislich durch Bakterien verursacht wurde.

Aufbaukost nach einer Magen-Darm-Grippe

Grundsätzlich darf das Kind nach überstandener Infektion die gewohnte Kost bekommen. Fehlt anfangs noch der Appetit, versuchen Sie es mit leichter Aufbaunahrung wie Zwieback, Toast, Karotten- oder Kartoffelsuppe (ohne Zwiebeln und Lauch), Reis mit etwas Salz und einem Stich Butter, geriebene Äpfel und Bananen. Auch Salzkräcker dürfen geknabbert werden.

Natürlich sollte weiterhin viel getrunken werden. Wenn Ihre Kinder keinen Tee mögen, dürfen Sie verdünnten Apfelsaft anbieten. Für Säuglinge ist Muttermilch die beste Nahrung, die auch optimal infektiösen Erkrankungen vorbeugt. Kann nicht gestillt werden, sollten Sie auf hypoallergene Fertignahrung zurückgreifen.

Lesen Sie auch, was Sie gegen Verstopfung bei Kindern tun können und wie Sie eine akute Magenschleimhautentzündung selbst behandeln können.

Über Ihren Experten

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.

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