Kinder- & Jugendgesundheit

Energy-Drinks – unterschätzte Gefahr für Kinder und Jugendliche

Energy-Drinks - unterschätzte Gefahr für Kinder und Jugendliche
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Die wenigsten Verbraucher wissen, dass Energy-Drinks nicht nur sinnlose, sondern sogar gefährliche Produkte sind, die auf die Dauer krank machen. Besonders fatal ist die Wirkung bei Kindern und Jugendlichen, wenn diese die Getränke ständig und in großen Mengen konsumieren. Welche Folgen und Gefahren Energy-Drinks verursachen können, lesen Sie in diesem Beitrag.

Viele Kinder und Jugendliche haben ein straffes Programm in Schule und Freizeit. Selbst Pausen werden heute noch durchgeplant und mit Aktivitäten vollgestopft. Kein Wunder, dass die normale Energie, die ein gesunder Körper produziert, für einen derartigen Alltag nicht ausreicht. Statt sich Freiräume zu schaffen, greifen Jugendliche und immer öfter auch Kinder zu Aufputschmitteln.

Energy-Drinks enthalten viel Koffein

Legal und überall erhältlich sind die so genannten Energy-Drinks. Sie enthalten viel Koffein, Zucker, Aromastoffe und in einigen Fällen auch noch Alkohol. Der Koffeingehalt darf maximal 320 mg/Liter betragen. Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee enthält 150 mg Koffein. Wer gelegentlich eine kleine Dose des süßen Aufputschmittels trinkt, wird meist keinen Schaden davon tragen. Leider ist es jedoch Mode geworden, sich mit dem Getränk rund um die Uhr wach zu halten.

Aufputschen durch Energy-Drinks ist Mode geworden

Mit Energy-Drinks soll nicht nur das Durchhaltevermögen in der Schule mobilisiert werden, sie sollen auch stundenlanges Lernen bis in die Nacht ermöglichen oder für Tanzabende in der Disco und ähnliches fit halten. Da bleibt es nicht bei einer Dose Redbull, Monster oder Booster & Co, was die Gefahr gesundheitlicher Schäden steigert, zumal die Aufputschgetränke heute auch schon als halbe Liter erhältlich sind.

Wer noch mehr Power haben möchte, hält sich an die so genannten Energy-Shots. Sie gelten nicht als Erfrischungsgetränk, sondern als Nahrungsergänzungsmittel und dürfen daher die vierfache Menge des Koffeins enthalten.

Gesundheitliche Schäden durch Energy-Drinks

Eine Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit fand heraus, dass aktuell 68 Prozent der Jugendlichen Energy-Drinks konsumiert. Dass übermäßiger Konsum der extrem süßen, koffeinhaltigen Getränke besonders bei jungen Leuten heftige Nebenwirkungen verursachen kann, haben viele Ärzte beobachten müssen. Auch die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch befürchtet Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen.

Nebenwirkungen und Beschwerden durch Koffein und Zucker

Koffein erhöht Herzschlag und Blutdruck, führt zu Übelkeit, Erbrechen und kann bis zum Herzversagen führen. Wer sich ständig bei Energy-Drinks bedient, muss mit dauerhaften Beschwerden wie Unruhe, Nervosität, Zittern, Schlaflosigkeit und Panikattacken rechnen. Dazu kommt der hohe Zuckergehalt, der Übergewicht, Karies und Diabetes Typ 2 verursachen kann.

Der Körper wird durch Energy-Drinks überfordert

Wird das Getränk mit Alkohol gemischt, hat es den doppelten entwässernden Effekt. Neben Flüssigkeit werden auch wichtige Mineralstoffe mit ausgeschwemmt. Das ist besonders fatal, wenn die Energy-Drinks konsumiert werden, um körperliche Leistungen zu bringen. Diese werden aufgrund der anregenden Wirkung deutlich überschätzt, so dass ein übermüdeter Körper etwas leisten muss, was er schon längst nicht mehr kann.

Doppelte Entwässerung führt zum Kollaps

Beim Sport oder Tanzen wird heftig geschwitzt, somit verliert der Körper noch mehr Wasser, was das Getränk nicht ausgleichen kann. Es schadet ihm also doppelt. Ein Kreislaufkollaps ist noch ein verhältnismäßig mildes Ergebnis durch zu hohen Verbrauch von Energy-Drinks. Wenn ein Kind oder Jugendlicher eine Vorerkrankung hat, die ein schwaches Herz beinhalten, kann der übermäßige Konsum dieser Getränke tödlich enden.

Auf Hinweise achten

Ärzte wollen Energy-Drinks am liebsten ganz verbieten, die Bundesregierung ist eher dafür, das Bewusstsein der Verbraucher zu schärfen. Wenigstens müssen Getränke mit mehr als 150 ml Koffein pro Liter einen Hinweis enthalten, der Kinder und Schwangere vor dem Verbrauch abrät.

Bildnachweis: Fotos 593 / stock.adobe.com

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Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.