Kinder- & Jugendgesundheit

Dyskalkulie in der Integrativen Lerntherapie behandeln

Dyskalkulie in der Integrativen Lerntherapie behandeln
geschrieben von Marion Walsdorff

Bei Kindern, die unter Dyskalkulie leiden, ist die Fähigkeit, sich Zahlenräume vorzustellen und mit Zahlen zu rechnen, nur schwach ausgebildet. Meist ist auch die Fähigkeit zu abstraktem Denken nicht sehr stark vorhanden. In einer Integrativen Lerntherapie kann diesen Kindern mit verschiedenen Interventionen und Methoden geholfen werden.

Dyskalkulie bei Kindern in einer Integrativen Lerntherapie behandeln

Die meisten Kinder, die in eine Integrative Lerntherapie machen, haben schon eine Odyssee durch verschiedene Fördermaßnahmen und Testungen hinter sich. Die Erfahrung in mathematischen Aufgaben zu versagen und oft nicht zu wissen, was sie eigentlich machen sollen, führt nicht selten zu einem Einbruch im Selbstwertgefühl.

Um nicht immer weiter zu erleben, dass sie nicht rechnen können, verweigern sie dann die Mathe-Hausaufgaben. Dies führt nicht selten zu einem regelrechten Hausaufgaben-Kampf zuhause. Eine Integrative Lerntherapie versucht diesen negativen Kreislauf von Versuchen, Nicht-Verstehen und Versagen aufzulösen. Dies geschieht mit Elementen aus der Motivationspsychologie, mit selbstwertstärkenden Maßnahmen und mit aufklärenden Gesprächen mit Eltern und Lehrern.

Dyskalkulie behandeln – zunächst Basisfähigkeiten aufbauen

Das wichtigste für das Gelingen einer Fördermaßnahme ist es, das Kind da abzuholen wo es ist. Hat es noch keine Strategien für Berechnungen von Addition oder Subtraktion, die den Zehnerübergang betreffen, muss zunächst die Zahlenzerlegung für den Zehnerübergang Gegenstand der Lerntherapie sein.

Auch wenn das Kind schon in der 5. Klasse ist und längst weit kompliziertere Rechenoperationen durchführen können müsste, wird in dem Basisbereich angesetzt, wo es noch Probleme hat. Erst wenn es dort sicher ist, kann ein anderer mathematischer Bereich angegangen werden.

Dyskalkulie in der Lerntherapie – Rechenoperationen automatisieren

Wenn das Verständnis für den Zehnerübergang geschafft ist, können Rechenoperationen bis 20 angegangen werden. Erst wenn das Kind in dem Bereich sowohl Addition als auch Subtraktion recht sicher beherrscht, kann es sich an die Multiplikation heranwagen. Der Übergang von der Addition zur Multiplikation kann zu Beginn einer Integrativen Lerntherapie noch nicht vollzogen werden. Verfügt das betroffene Kind aber nach einiger Zeit über eine gewisse Vorstellung von Zahlenräumen, kann es die Malfolgen des Ein-mal-Eins in Rechenspielen einüben und automatisieren.

Multiplikation und Division

Der Schritt von einer Malaufgaben zu einer Geteiltaufgabe verursacht Kindern, die unter einer Rechenschwäche leiden, häufig Probleme. So ist es für sie keineswegs selbstverständlich, dass sich eine Malaufgabe einfach zu einer Divisionsaufgabe umkehren lässt.

Auch wenn ein Kind im Bereich des kleinen Einmaleins bereits sicher ist, kann es Probleme mit der Division haben. Hier hilft es, dem Kind mithilfe von Steinen, Kugeln oder Perlen zu zeigen, wie es eine größere Menge auf verschiedene Töpfe verteilen kann. Die anschauliche Darstellung des Teilens hilft dem Kind sich vorzustellen, was mit der Division gemeint ist. Ist der Schritt von der Multiplikation zur Division erst mal vollzogen, kann das Kind auch anfangen, kompliziertere Rechenaufgaben zu lösen.

Dyskalkulie in einer Lerntherapie abbauen – Gespräche mit den Eltern und Lehrkräften

Ein weiterer wichtiger Baustein einer Integrativen Lerntherapie ist das Gespräch mit den Eltern. Häufig verstehen die Eltern der betroffenen Kinder nicht, warum das Kind solche Schwierigkeiten mit Zahlen und Mengen hat. Gerade wenn die Situation zuhause schon sehr zugespitzt ist und die Hausaufgabensituation zu vielen unangenehmen Kämpfen geführt hat, ist es wichtig, den Eltern ein Stück weit den Druck zu nehmen.

Gelingt es ihnen, die Rechenschwäche als eine zusätzliche Schwierigkeit begreiflich zu machen, unter der das Kind leidet, können sie sich in der Regel besser in das Kind einfühlen und setzen es dadurch weniger unter Druck. Auch bei Lehrkräften ist es hilfreich, wenn diese erfahren, dass ein Kind unter einer Rechenschwäche leidet. Lehrer können dann dazu übergehen, dem Kind weniger Hausaufgaben aufzugeben und es zumindest für die Dauer der Lerntherapie von der Notengebung in Mathematik zu befreien.

Leistungsblockaden in der Lerntherapie abbauen – wo Sie Hilfe finden können

In Deutschland gibt es inzwischen eine große Anzahl an Lerntherapie-Instituten, die Integrative Lerntherapien anbieten. Zu Beginn einer Lerntherapie wird Ihr Kind getestet. Liegt es im Rechnen oder im Schreiben weit unter dem Durchschnitt seiner Altersklasse und zeigt es bereits deutliche Anzeichen der Schulverweigerung, kann ein Antrag beim zuständigen Jugendamt gestellt werden, die Lerntherapie zu finanzieren. Übernimmt das zuständige Amt nicht die Kosten, ist es auch möglich, die Lerntherapie für Ihr Kind selbst zu übernehmen.

Fazit

Dyskalkulie kann gut in einer Integrativen Lerntherapie behandelt werden. Nach dem Aufbau der Basiskompetenzen wie Zahlenzerlegung, Zehnerübertritt und das kleine Einmaleins können die Kinder an kompliziertere Rechenoperationen herangeführt werden. Zum Konzept einer Integrativen Lerntherapie gehören darüber hinaus Gespräche mit den Eltern und mit den Fachlehrern.

Weitere Informationen zu Dyskalkulie und Lerntherapie finden Sie hier:

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Marion Walsdorff