ADHS bei Kindern: Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und seine Therapie

Wenn ein Kind die Diagnose ADHS erhält, sind viele Eltern zunächst ratlos. „Was heißt das nun und was können wir dagegen tun“ sind häufige Fragen die sich die betroffenen Eltern dann stellen.
ADHS ist die Abkürzung für das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität. Es bezeichnet eine Störung der Fähigkeit sich zu konzentrieren und sich selbst zu steuern. Es wird häufig bei Kindern im Grundschulalter diagnostiziert.

Häufig zeigt das betroffene Kind schon im Vorschulalter Auffälligkeiten im Bereich der Aufmerksamkeit. Es kann sich nicht gut auf eine Sache konzentrieren, stört andere Kinder beim Spielen und ist selbst leicht ablenkbar, wenn es mit einer Sache beschäftigt ist. Häufig aber nicht immer ist die Aufmerksamkeitsstörung mit einer starken Aggressivität gepaart.

Dann geraten diese Kinder mit anderen schnell in Streit, zerstören Spielsachen und andere Dinge und gehen auch auf Erwachsene los, wenn diese ihnen Anweisungen geben oder sie kritisieren.

Eltern von Kindern mit ADHS haben es schwer
Ein Kind mit einem Aufmerksamkeitsdefizit gut zu begleiten und sinnvoll zu unterstützen gehört zu den schwierigen Aufgaben der betroffenen Eltern. Kinder mit ADHS können sich Regeln schlechter merken, brauchen sehr viel Geduld und Ermutigung. Erst spät kann man ihnen kleinere Aufgaben übertragen und sie diese ohne ständige Kontrolle ausführen lassen.

Die häufigen Stimmungsschwankungen machen das Miteinander ebenfalls häufig kompliziert. Der Alltag mit einem ADHS-Kind stellt in der Regel eine große Herausforderung dar. Hilfreich ist es, wenn die Eltern viel Unterstützung aus dem Bekanntenkreis oder von Verwandten haben und die Lehrer in der Schule mit ihnen an einem Strang ziehen.  

Therapie bei ADHS
Kinder die unter dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivität leiden benötigen häufig ein multimodales Therapiekonzept. Aufmerksamkeitstrainings und Strategietrainings, wo die Kinder lernen ihre Aufmerksamkeit besser zu steuern und sich länger zu konzentrieren, sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie bei ADHS.

Die Schulmedizin empfiehlt bei ADHS häufig Medikamente für das Kind. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer homöopathischen Behandlung, um dem Kind zu helfen, ruhiger zu werden, Reize besser und mit weniger Erregung zu verarbeiten und sich besser zu organisieren.

Wird ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bei einem Vorschulkind bereits diagnostiziert oder besteht der Verdacht auf ADHS in diesem Alter, kann eine ergotherapeutische Behandlung sinnvoll sein. Auch heilpädagogische Maßnahmen können hilfreich sein. Bei manchen Kindern sind verhaltenstherapeutische Therapien angezeigt.

Geht das ADHS-Syndrom mit einer Teilleistungsstörung wie etwa Lese-Recht-Schreibschwäche oder Dyskalkulie einher, müssen diese gesondert therapiert werden. Hier bieten die speziellen Angebote der Lerntherapie gute Therapiemöglichkeiten für die betroffenen Kinder.

Hilfe für die Eltern von Kindern mit ADHS
Auch für die betroffenen Eltern gibt es zahlreiche Angebote. Neben speziellen Elterntrainings in denen die Eltern lernen, wie sie ihr Kind optimal unterstützen können und wie sie die alltäglichen Reibereien und Schwierigkeiten vermeiden oder besser bewältigen können, müssen Eltern vor allem Zeiten für sich schaffen, in denen sie sich von ihrem anstrengenden Alltag erholen können.

In Stresspräventionstrainings können sie lernen, wie man auch zwischendurch mal kurz abschalten kann oder wie sie ihr Familienleben insgesamt so organisieren können, dass es für sie selbst nicht ausschließlich anstrengend und belastend ist.

Veröffentlicht am 21. Mai 2009