Homöopathische Mittel

Das homöopathische Mittel Pulsatilla

Das homöopathische Mittel Pulsatilla
geschrieben von Burkhard Strack

Homöopathisch kommt die Kuhschelle Pulsatilla vor allem bei Frauenleiden, Kopfschmerzen und Blasenentzündung zum Einsatz. Erfahren Sie hier mehr.

Eine intensiv reizende und giftige Wirkung können die frischen pflanzlichen Teile der Kuh- oder Küchenschelle hervorrufen. Volkstümlich auch als Teufelsbart bezeichnet kann das Gift zu Verdauungsstörungen, Lähmungen und Nierenversagen führen.

Pulsatilla zählt heute jedoch zu den wichtigsten Mitteln in einer homöopathischen Kinder-Hausapotheke.

Herkunft

Die Kuhschelle ist in Deutschland heimisch und kommt in ganz West- und Mitteleuropa vor.

Ihre purpurfarbene Blüte und die rosettenförmig angeordneten Blätter machen die Kuhschelle zu einem Hingucker. Leider ist der Bestand gefährdet und die Pflanze sollte weder gepflückt noch ausgegraben werden.

Potenzen und Darreichungsformen

Das homöopathische Mittel Pulsatilla kommt in verschiedenen Potenzen zum Einsatz. In der Selbstmedikation beliebt sind die mittleren Potenzen wie D6 und D12. Aber auch höhere Potenzen wie C6, C12 und natürlich C30 kommen oft zum Einsatz.

Aufgrund der giftigen Inhaltsstoffe der Pulsatilla sind niedrige Potenzen bis zu D3 nur auf Rezept erhältlich.

Krankheitsbilder und Einflussfaktoren

Weil Schönheit und Giftigkeit nah beieinanderliegen, gilt die Pulsatilla als geeignet bei sprunghaften Beschwerden und Erkrankungen mit einer großen Vielfalt:

  • Verdauungsstörungen mit Verstopfung und Durchfall
  • Kopfschmerzen und Migräne mit wechselnden Phasen
  • Blasenentzündungen, die kommen und gehen
  • Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden oder im Rahmen der Geburt

Die meisten Pulsatilla-Patienten sind Frauen und Kinder. Sie sind im Verhalten eher sanft und schüchtern. Die Beschwerden sind hartnäckig, aber oft wechselnd in ihrer Ausprägung.

Anwendungsgebiete

Die Vielfältigkeit der Pulsatilla spiegelt sich auch in ihren Anwendungsgebieten wider:

  • Menstruationsbeschwerden: unregelmäßige Periode, wechselnd von schwach zu sehr stark mit krampfartigen Schmerzen
  • Frauenleiden: säuerlich riechender Ausfluss, Stimmungsschwankungen, Schwermut
  • Bindehautentzündung: gelbes, klebriges Sekret, Juckreiz, brennende, geschwollene Lider
  • Blasenentzündung und Reizblase: starke Schmerzen während der Entzündung und nicht steuerbares Wasserlassen
  • Durstlosigkeit: trockener Mund, Völlegefühl, Übelkeit, Mundgeruch und schlechter Geschmack
  • Gerstenkorn: vor allem am Oberlid, geschwollene Lider, weißes Sekret
  • Ohrenschmerzen: rotes, geschwollenes Ohr, Schwerhörigkeit, Weinerlichkeit – vor allem bei Kindern
  • Übelkeit und Erbrechen: ranziges Aufstoßen, trockener Mund, belegte Zunge – vor allem bei Kindern

Die meisten Pulsatilla-Patienten profitieren von einer ruhigen Bewegung an der frischen Luft, während ihnen Ruhe, langes Stehen und Wärme gar nicht guttun.

Nach Möglichkeit sollte die Umgebung eher trocken sein, da Feuchtigkeit und Nässe die Beschwerden verschlechtern. Während der Behandlung mit Pulsatilla sollte auf schweres, fettiges Essen und Eis verzichtet werden.

Dosierung und Anwendung

Als Akutmittel eingesetzt, kann Pulsatilla in den niedrigen Potenzen D6 und D12 bis zu alle halbe Stunde gegeben werden. Dabei erhalten Erwachsene und Kinder jeweils 5 Globuli. Babys und Kleinkinder werden nur 3 Kügelchen pro Einnahme verabreicht.

Nach spätestens einem Tag muss die Gabe aber auf dreimal täglich reduziert werden. Bei der Verwendung in der Prophylaxe oder gegen chronische Beschwerden kommen hohe Potenzen ab D30 einmal wöchentlich zum Einsatz.

Schwangerschaft, Stillzeit und Baby

Grundsätzlich ist Pulsatilla ein wichtiges Mittel zur Geburtsvorbereitung und während der Entbindung. Es kann eine Drehung aus der Beckenendlage in die Schädellage auslösen. Nach der Geburt hilft es beim Abstoßen der Nachgeburt und verhindert eine Wochenbettdepression.

Während der Schwangerschaft sind für die Selbstmedikation nur die unteren, mittleren Potenzen wie D6 geeignet.
Entzündungen der Augen und Nase mit dickem, gelblich-grünen Schleim bei Babys ist ein wichtiges Anwendungsgebiet. Auch grünlicher Durchfall spricht oft gut auf Pulsatilla an.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Sehr niedrige Potenzen bis D3 sind aufgrund der Giftigkeit der Kuhschelle verschreibungspflichtig.

Während die mittleren Potenzen zwischen D6 und D30 gut für die Selbstmedikation geeignet sind, sollten höhere Potenzen nur unter Aufsicht und nach Anleitung eines Homöopathen angewendet werden. Dies gilt vor allem für Schwangere. In sehr hohen Potenzen wie C1000 kann Pulsatilla eine Fehlgeburt auslösen.

Bildnachweis: Yamagiwa / Adobe Stock

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.