Homöopathische Mittel

Das homöopathische Mittel Cantharis

Das homöopathische Mittel Cantharis
geschrieben von Burkhard Strack

Weltberühmt als Potenzmittel ist die spanische Fliege. In der Homöopathie kommt Cantharis vesicatoria aber in ganz anderen Bereichen zum Einsatz. Dazu zählen Entzündungen verschiedener Art wie der Blase, des Halses oder der Haut. Aufgrund der Giftigkeit bestehen bei der Anwendung enge Vorgaben, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Herkunft

Bei der spanischen Fliege handelt es sich in Wahrheit gar nicht um eine Fliege, sondern um einen Käfer. Seine Verbreitung erstreckt sich über Spanien hinaus auf Südeuropa und viele andere Länder rund um das Mittelmeer. Der Ölkäfer bildet ein übelriechendes Sekret, welches starke Beschwerden bei der Einnahme hervorrufen kann. Die spanische Fliege hat eine lange Tradition als Heilmittel und Gift. Heute wird sie nur noch illegal als Potenzmittel und als wertvolles Mittel in der Homöopathie eingesetzt.

Potenzen und Darreichungsformen

Bei Cantharis kommt eine große Bandbreite an Potenzen zum Einsatz. Am häufigsten werden die niedrigen und mittleren Potenzen von D6 und D12 bis C6 und C12 genutzt. Eher selten setzen erfahrene Homöopathen auch sehr niedrige Potenzen wie D4 oder hohe Potenzen wie C30 oder C200 ein.

Potenzen unterhalb von und bis einschließlich D3 sind aufgrund ihrer Giftigkeit verschreibungspflichtig.

Bei Cantharis gibt es mit dem Canthariden-Pflaster eine weitere Besonderheit: Es wird vor allem bei Hauterkrankungen mit Bläschen- und Flüssigkeitsbildung angewendet und soll entgiften sowie den Schmerz ableiten.

Krankheitsbilder und Einflussfaktoren

Die Blasen und die Nieren sowie die Haut sind typische Wirkungsfelder von Cantharis. Die folgenden Krankheitsbilder werden deshalb mit dem Mittel behandelt:

  • Harnwegsreizungen und Entzündungen
  • brennende Ausschläge
  • Verbrennungen und Sonnenbrand
  • Schleimhautentzündungen

Die extreme Reizung des harnleitenden Systems und der Geschlechtsorgane spiegelt sich auch im Erscheinungsbild wider. So leiden viele Patienten unter einer gestörten Harn- und Sexualfunktion sowie an einer gesteigerten Erregbarkeit. Das Wasserlassen ist häufig erschwert und nur tröpfchenweise möglich. Trotz großem Durst verweigern die Patienten das Trinken.

Anwendungsgebiete

Die Haut und die Schleimhäute im und am Körper sind die wichtigsten Anwendungsgebiete für Cantharis. In den meisten Fällen kommt die spanische Fliege als Akutmittel zum Einsatz:

  • Gürtelrose: virale Infektion mit starker Bläschenbildung und extremem Juckreiz, gefühlt wie Verbrennungen, Kälte beruhigt die Haut
  • Sonnenbrand: Bläschenbildung nach intensiver Sonneneinstrahlung mit brennendem Gefühl
  • Verbrennungen: nach Verbrühung oder Verbrennung mit Blasenbildung und starken Schmerzen
  • Blasenbeschwerden & Blasenentzündungen: brennende Schmerzen beim Wasserlassen und auch sonst im Becken, große Schwierigkeiten, Harn abzusetzen, oft Blut im Urin
  • Halsschmerzen: brennende, intensive Schmerzen, Schlucken stark eingeschränkt

Die Cantharis-Patienten sind oft unruhig und leicht erregbar. Sie gehen jeder Form von Berührung aus dem Weg, weil ihnen das nicht gut tut. Auch Gehen und Stehen verschlechtert meist den Zustand des Kranken. Eine Verbesserung lässt sich oft über mehr Ruhe und Wärme erreichen.

Dosierung und Anwendung

Als Akutmittel eingesetzt kann Cantharis in einem kurzen Abstand von nur etwa 15 Minuten verabreicht werden. Eingenommen werden dabei pro Gabe fünf Globuli. Zeigen sich erste Erfolge der Behandlung, so kann die Dosierung auf eine Gabe alle 4 bis 6 Stunden gesenkt werden. Ab dem zweiten oder dritten Tag der Behandlung wird auf eine dreimalige Gabe pro Tag reduziert. Diese Dosierung ist auch für eine Anwendung bis zur vollständigen Heilung geeignet.

Schwangerschaft, Stillzeit und Baby

Viele Schwangere haben regelmäßig Probleme mit Blasenentzündungen. Bei den typischen Symptomen wie starkes Brennen und Probleme beim Wasserlassen ist die Behandlung mit Cantharis indiziert. In einer Potenz von D6 oder D12 kann das Mittel während der gesamten Schwangerschaft und auch der Stillzeit genutzt werden.

Babys und Kleinkinder sollten Cantharis bei der Behandlung von Windpocken erhalten. Auch bei Insektenstichen oder anderen bläschenbildenden Hautinfektionen mit einem starken Juckreiz ist das Mittel sehr gut geeignet.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen 

Eine spürbare Erstverschlimmerung kommt bei Cantharis recht oft vor. Wichtig ist, dass in der Selbstmedikation nur die Potenzen D6 und D12 genutzt werden und andere Potenzen der Anwendung durch erfahrene Homöopathen vorbehalten bleiben.

Bildnachweis: Mallivan / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.