Homöopathische Mittel

Das homöopathische Mittel Aesculus

Das homöopathische Mittel Aesculus
geschrieben von Burkhard Strack

Kaum ein Baum ist so bekannt und so beliebt bei Jung und Alt wie die Rosskastanie – Aesculus hippocastanum. Aus den geschälten Samen, sprich den Kastanien, wird ein homöopathisches Arzneimittel hergestellt, welches gegen Krampfadern, Hämorrhoiden, Magen-Darm-Beschwerden und Rückenschmerzen zum Einsatz kommt.

Herkunft

Die Rosskastanie mit ihren eher außergewöhnlich geformten, großen Blättern, den auffälligen Blütendolden im Frühjahr und den stacheligen Früchten mit dem braunen Samen kennt wohl jedes Kind. Das Seifenbaumgewächs ist überall in Europa und Teilen Asiens verbreitet. Bis zu 30 Meter hoch und über 300 Jahre alt kann eine Rosskastanie werden. Homöopathisch und in der Phytotherapie genutzt werden die geschälten Samen der Rosskastanie.

Potenzen und Darreichungsformen

Die als Heilpflanze traditionell seit Jahrhunderten genutzte Rosskastanie wird homöopathisch in niedrigen Potenzen eingesetzt. Für die orale und äußerliche Anwendung kommt von der Urtinktur bis D12 fast alles zum Einsatz. Auch D30 wird bei langfristiger Anwendung genutzt. Für Infusionen und Injektionen werden Potenzen von D4 und höher eingesetzt.

Krankheitsbilder und Einflussfaktoren

Aesculus, die Rosskastanie, wirkt vielseitig und ausgleichend auf den Bewegungsapparat, den Verdauungstrakt und vor allem die Venen:

  • Erkrankungen und Schwäche der Blutgefäße, insbesondere der Venen
  • Hämorrhoiden
  • rheumatische Beschwerden im Rücken
  • Verdauungsstörungen
  • Entzündungen im Rachen und am Kehlkopf

Eine ausgeprägte Trägheit ist typisch für Aesculus-Patienten. Sie fühlen sich schwer und überfüllt. Oft beeinträchtigen Schmerzen im unteren Rücken und in der Hüfte ihre Beweglichkeit. Auch die Verdauung ist träge, sodass es häufig zu Verstopfungen kommt. Oft leiden die Patienten auch an dunklen, schmerzhaften Hämorrhoiden.

Anwendungsgebiete

Bei der Rosskastanie ist die Zahl der Anwendungsgebiete recht übersichtlich. Dennoch spielt das Mittel als Akutmittel oder zur langfristigen Behandlung eine wichtige Rolle:

  • Venenerkrankungen & Schwäche: „schwere Beine“, entzündliche, schmerzhafte Venen, Krampfadern, hohe Neigung zu Thrombosen
  • Verdauungsstörung: sehr träge Verdauung mit starkem Völlegefühl, „wie aufgeblasen“, oft mit Verstopfung
  • Hämorrhoiden: Gefühl von trockener Hitze am Enddarm, Schmerzen und starkes Druckgefühl, Entleerung schmerzhaft und voluminös

Die sich müde und träge fühlenden Aesculus-Patienten suchen meist von selbst nach Ruhe. Liegen und Entspannen tun ihnen gut, während langes Stehen oder Bewegung sich eher nachteilig auswirken. Ebenfalls zur Verschlechterung führen kann Wärme. Besser ist es, dem Patienten über Kühlung Linderung zu verschaffen und ihn an die frische Luft zu bringen. Auch sollten Wohnräume nicht überhitzt werden.

Dosierung und Anwendung

Obwohl Aesculus nicht unbedingt zu den wichtigsten Akutmitteln zählt, kann es durchaus gezielt im akuten Krankheitsfall eingesetzt werden. Bis zu fünfmal täglich können dann fünf Globuli der Potenz D6 verabreicht werden. Klingen die Beschwerden ab, sollte die Dosis auf zwei bis drei Gaben pro Tag reduziert werden.

Zur langfristigen Therapieanwendung oder bei Nutzung zur Prophylaxe ist auch die höhere Potenz D30 eine gute Alternative. Sie muss nur einmal täglich eingenommen werden.

Bei Aesculus ebenfalls verfügbar und sehr empfehlenswert sind äußerliche Anwendungen der Urtinktur, zum Beispiel in Form von Salben. Sie können beispielsweise bei Krampfadern ein bis zweimal täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Baby

Während der Schwangerschaft haben viele Frauen mit schweren, geschwollenen Beinen zu kämpfen. Auch Hämorrhoiden und Krampfadern kommen besonders oft vor, denn das Bindegewebe wird zur Geburt hin immer weicher. Einer Venenschwäche, der Bildung von Krampfadern oder gar Thrombosen kann durch eine Gabe von Aesculus vorgebeugt werden. Aber auch bei Rückenschmerzen im unteren Rücken im Bereich des Kreuzbeins oder der Lendenwirbelsäule kann die Rosskastanie helfen.

Babys und Kleinkinder erhalten Aesculus, um Verdauungsstörungen zu lindern. Oft zeigen sie Verstopfung, Aufstoßen und sehr schlechte Laune als typische Symptome.

Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Grundsätzlich ist Aesculus ein sehr gut verträgliches homöopathisches Arzneimittel. Auch während der Schwangerschaft kann es gut eingesetzt werden. Eine Ausnahme bilden Schwangere mit Verdacht auf Gestose: Sie sollten auf die Anwendung verzichten.

Bildnachweis: whiteaster / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Please wait...

Über Ihren Experten

Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.