Psychische Erkrankungen mit Homöopathie behandeln

Auch bei psychischen Erkrankungen kann die Homöopathie helfen.

Häufig werden homöopathische Behandlungen nicht nur wegen körperlicher Beschwerden begonnen. Auch bei psychischen Erkrankungen wie Zwängen, Ängsten und Depressionen können homöopathische Mittel wirksam sein. Lesen Sie hier, wie psychische Erkrankungen mit Homöopathie behandelt werden können.

Der homöopathische Behandlungsansatz bei psychischen Erkrankungen

Aus Sicht der Homöopathie wird ein Mensch immer als Ganzes betrachtet. Das heißt, es gibt keinen Unterschied in der Bewertung von körperlichen und geistigen Symptomen. Als krank oder behandlungsbedürftig wird das betrachtet, unter dem der Patient leidet. Das Ziel einer homöopathischen Behandlung ist immer die Verbesserung der Lebensqualität.

Die Ausrichtung des Behandlungserfolgs auf mehr Gesundheit, mehr Gelassenheit, mehr Glück und Zufriedenheit im eigenen Leben erscheint manchmal vermessen und in Anbetracht des Leids, welche manche Menschen erleben, als zu hoch gegriffen. Die Behandlungserfolge vieler bekannter Homöopathen sprechen allerdings dafür, dass dieses Ziel auch bei schweren psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen und sogar auch bei psychotischen Krisen angestrebt werden kann.

Die Ganzwerdung als Ziel in der homöopathischen Behandlung

Aus Sicht des indischen Psychiaters Mahesh Ghandi bedeutet eine psychotische Krise ein Zusammenbruch des Ichs, der vermittelnden Instanz zwischen den Impulsen des Es und den Forderungen des Über-Ichs. Viele Menschen, die mit schweren psychischen Störungen zu ihm in die Praxis kommen, leiden unter einem zu strengen Über-Ich.

Die moralischen Werte sind so hoch, dass schon das normale menschliche Erleben und das Genießen mit schweren Scham- und Schuldgefühlen behaftet sein können. Kommt dann noch äußerlicher Stress hinzu, folgt bei manchen Menschen ein psychischer Zusammenbruch. Das Ich kann die unterschiedlichen Strebungen nicht mehr vereinen und die Strebungen des Es nicht mehr kontrollieren.

Die psychotische Episode – der Zusammenbruch des Ichs aus homöopathischer Sicht

Mahesh Ghandi sieht eine Psychose als Zusammenbruch des Ichs, wenn der Druck der anderen beiden psychischen Instanzen auf das Ich zu groß wird. In der Homöopathie gibt es einige Mittel, die häufiger eingesetzt werden, wenn es zu einer psychotischen Krise kommt als andere.

Pflanzliche homöopathische Mittel in der Behandlung von psychischen Erkrankungen

So sind es aus dem Reich der Pflanzen die Anacardiaceae (Anacardium) und die Hamamelidaceae (Cannabis indica, Cannabis sativa). Auch die Solanaceae (Belladonna, Hyoscyamus, Tabacum, Mandragora, Stramonium) neigen dazu, unter sehr starken Druck zu geraten, wenn die äußerlichen Umstände schlecht für sie sind. Die Impulse aus dem Es können so stark werden, dass sie zu gewalttätigen Taten neigen oder starke Wahnideen entwickeln.

Mineralische Mittel in der homöopathischen Behandlung von psychischen Erkrankungen

Aus dem mineralischen Bereich nennt Ghandi vor allen Dingen die Mittel der ersten und zweiten Reihe. Hydrogenium ist noch nicht inkarniert. Beryllium und Lithium sind zwar auf der Erde angekommen, aber ihnen fehlt es an einem ausreichenden Identitätsgefühl um in der Welt zu bestehen. Während Beryllium sich an eine Person klammert, wechselt Lithium zwischen manischem Tun und depressivem Stillhalten hin und her.

Tierische Mittel in der homöopathischen Behandlung von psychischen Erkrankungen

Laut Mahesh Ghandi gibt es auch einige tierische homöopathische Mittel, die bei psychischen Erkrankungen häufiger verwendet werden. So kann Lac Equinum angezeigt sein, wenn ein Patient unter dem Gefühl leidet immer ausgenutzt zu werden und sich nutzlos und depressiv fühlt.

Schlangenmittel sind häufig angezeigt, wenn Patienten berichten, dass sie sich verfolgt fühlen oder wenn sie von zwei Willen beherrscht werden. Auch Spinnenmittel können bei psychotischen Episoden angezeigt sein, wenn Patienten unter starker Unruhe und Angstzuständen leiden. 

Fazit

Auch schwere psychische Erkrankungen können mit homöopathischen Mitteln gelindert oder sogar geheilt werden. Wenn es gelingt das angezeigte Konstitutionsmittel zu finden, kann das Ich eine deutliche Stärkung erfahren. Dadurch ist es wieder besser in der Lage zwischen wiederstrebenden Impulsen und Überich-Forderungen zu vermitteln. Aggressive und libidinöse Tendenzen können besser in die eigene Persönlichkeit integriert und damit abgemildert werden. 

Anmerkung: Die homöopathische Behandlung von psychischen Erkrankungen ist nicht in Selbstbehandlung durchzuführen. Häufig ist eine homöopathische Behandlung zunächst nur begleitend zu allopathischen Mitteln durchführbar. 

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Veröffentlicht am 16. Oktober 2012