Homöopathische Behandlung

Leitsymptome: Was bedeuten sie für die homöopathische Behandlung?

Die Leitsymptome weisen dem homöopathischen Behandler den Weg zum richtigen Mittel. Viele Menschen kommen mit einer Vielzahl von Beschwerden zu einem Homöopathen. Die Fülle der Symptome samt ihrer Auslöser, ihrer Modalitäten und ihrer charakteristischen Schmerzqualitäten machen es dem Homöopathen manchmal schwer, das angezeigte homöopathische Mittel zu erkennen. Hier helfen die so genannten Leitsymptome. Dies sind einige wenige Symptome, die charakteristisch sind für ein bestimmtes homöopathisches Mittel.

Ein homöopathisches Mittel – mehrere Leitsymptome
Jedes homöopathische Mittel weist in seinem Mittelbild mehrere Leitsymptome auf. So ist eines der Leitsymptome von Lac caninum (der Hundemilch), das Wechseln der Seiten bei den Symptomen. Lac caninum-Menschen sind besonders anfällig in der Halsregion und haben oft eine lange Geschichte von rezidivierenden Halsentzündungen hinter sich, bevor sie einen Homöopathen aufsuchen.

Berichten Sie dann von ihren Halsentzündungen und beschreiben, wie die Schmerzen stets von einer Seite charakteristisch zur anderen wechseln, ist dies ein wichtiger Hinweis auf das homöopathische Mittel Lac caninum. Lac caninum ist aber auch die Angst vor Spinnen und vor Schlangen. Auch dies kann als Leitsymptom den Weg zum homöopathischen Mittel Lac caninum weisen.

Leitsymptome helfen bei der Differenzierung zwischen zwei homöopathischen Mitteln
Manchmal ist es für den Behandler schwer, zwischen zwei Mitteln zu differenzieren. So kann beispielsweise ein Pulsatilla-Kind ähnliche Symptome haben wie ein Ignatia-Kind. Beide können eher zart besaitet sein, sehr anhänglich und ihre Gefühle spontan und stark ausdrücken.

Beide lieben möglicherweise Pastellfarben. Beide wollen lieber mit Puppen spielen, als sich zu raufen. Und doch gibt es charakteristische Symptome bzw. Modalitäten die nur für das eine oder das andere Mittel sprechen.  Dies sind die Leitsymptome des jeweiligen Mittels.

Leitsymptome von Pulsatilla und Ignatia
Bei Pulsatilla sind alle Absonderungen mild und grünlich-gelb. Pulsatilla-Kindern geht es eindeutig besser, wenn sie an der frischen Luft sind. Das gilt auch, wenn sie krank sind. Pulsatilla-Kindern geht es besser, wenn sich jemand um sie kümmert, sie tröstet und einfach für sie da ist.

Ignatia zeichnet sich durch widersprüchliche Symptome aus. Ignatia-Kindern kann es beispielsweise gut tun, wenn sie Halsschmerzen haben, etwas festes, hartes zu schlucken. Sie mögen keinen Trost oder wehren sich erst und wollen dann doch, dass sich jemand um sie kümmert. Der Ausdruck der Gefühle kann sehr heftig sein und durchaus eine übertriebene Komponente haben.

Leitsymptome weisen auf ein bestimmtes homöopathisches Mittel hin
Die vielfältigen Symptome mit denen Patienten in die Praxis kommen werden häufig von einem roten Faden durchzogen. Dies können die Modalitäten sein – also wodurch die Beschwerden gebessert oder verschlimmert werden. Es kann aber auch der Auslöser sein oder die Art des Schmerzes, den jemand verspürt.

Auch bei verschiedenen Beschwerden wie Ischias, Halsentzündung oder Kopfschmerzen kann die Schmerzqualität die gleiche sein – beispielsweise immer stechend. Da "stechende Schmerzen" ein Leitsymptom für Kalium carbonicum ist, kann es sein, dass dieser Patient das homöopathische Mittel Kalium carbonicum konstitutionell benötigt.

Da es aber noch andere homöopathische Mittel gibt, die "stechende Schmerzen" in ihrem Mittelbild haben, muss der Homöopath genau gucken, ob auch die anderen Angaben des Patienten zum gleichen Mittel führen.

Repertorien mit Leitsymptomen
Es gibt ganze Bücher, die nur die Leitsymptome von homöopathischen Mitteln enthalten. (z. B. H.C.Allen: Leitsymptome der homöopathischen Materia medica) Hier können erfahrene Behandler nachschlagen, wenn sie zwischen zwei verschiedenen Mitteln differenzieren müssen. 

Die Leitsymptome für jedes homöopathische Mittel sind in einer Vielzahl von Behandlungen von Patienten herausgefunden worden. Sie bieten heute eine wichtige Grundlage für jeden Homöopathen oder homöopathisch ausgebildeten  Arzt. Weisen die wichtigsten Beschwerden und ihre Modalitäten nicht auf ein bestimmtes Mittel hin, wird der Behandler sich für ein anderes homöopathisches Mittel entscheiden, auch wenn der erste Eindruck ihn auf die Idee eines bestimmten Mittels gebracht hat.

Fazit
Leitsymptome sind die wichtigsten Indikatoren für die Verschreibung eines homöopathischen Mittels. Gerade wenn es schwer fällt die Wahl zwischen zwei infrage kommenden Mitteln zu treffen, führen uns die Leitsymptome sicher und gezielt zu einem homöopathischen Mittel. Stimmen die Leitsymptome mit den wichtigsten Beschwerden des Patienten überein, ist die Chance auf eine Heilung der Beschwerden sehr groß.

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Marion Walsdorff