Homöopathie

Die homöopathische Fallaufnahme bei Kindern

Kinder-Anamnesen sind eine besondere Herausforderung für den Homöopathen. Denn sie drücken sich oft ganz anderes aus als Erwachsene. Was sie nicht sagen können, kann man vielleicht durch ihr Spiel, ihre Zeichnungen oder über ganz andere Wege in Erfahrung bringen. Was Eltern dazu beitragen können, dass die homöopathische Fallaufnahme bei Kindern gut klappt, erfahren Sie hier.

Bei der Fallaufnahme von Kindern spielt das Beobachten eine besonders große Rolle. Schon beim Betreten der Praxis kann sich der Homöopath ein Bild von der Beziehung zwischen Mutter oder Vater und Kind und auch von dem Verhalten des Kindes machen.

Dinesh Chauhan schreibt in seinem hervorragenden Buch "Die homöopathische Fallaufnahme bei Kindern", dass ca. 90% der Fallaufnahme in der aufmerksamen Wahrnehmung jeder Bewegung und Aktion des Kindes bestehen. 9% sei der Anteil dessen, was das Kind sagt und 1% ist das Zuhören dessen, was die Mutter sagt.

Nun mag es sein, dass durch Kulturunterschiede eine Fallaufnahme in Deutschland doch häufig anders abläuft. Mütter und Väter, die mit ihrem Kind zu einem Homöopathen gehen, können auch vorab am Telefon klären, was von Ihnen erwartet wird. Viele Homöopathen verschreiben Mittel eher auf einer körperlichen Ebene. Dann sind doch die von den Eltern berichteten Symptome wichtig.

Wer aber auf einer tieferen, seelischen Ebene verschreiben möchte, muss das Kind selbst wahrnehmen können. Denn die Eltern werden immer, auch wenn sie es noch so gut meinen, durch ihre eigene Brille gefiltert berichten.

Beachten Sie bei der homöopathischen Fallaufnahme folgende Punkte

  1. Wenn die Eltern es nicht schaffen, ruhig und unbeteiligt neben dem Kind zu sitzen, wenn sie es unterbrechen oder man bemerkt, dass das Kind nicht frei erzählen möchte, dann schickt man die Eltern besser hinaus.
  2. Wenn das Kind sich sonst sehr unsicher fühlt, immer die Hand der Mutter hält oder zum Beispiel alles erst der Mutter ins Ohr flüstert und diese es für den Homöopathen wiederholen soll, ist es besser, wenn die Mütter oder Väter dabei bleiben.
  3. Insgesamt kann es einige Termine dauern, bis das Vertrauen zwischen Kind und Homöopath so groß ist, dass eine Fallaufnahme gut klappt.
  4. Die Körperhaltung, der Augenkontakt und die Bewegungen des Homöopathen zeigen dem Kind, dass es im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht.
  5. Schweigen ist wichtig, um dem Kind den Raum zu geben, sich auszudrücken. Wenn längere Pausen des Schweigens entstehen, kann dies dem Kind helfen.
  6. Empathie: Wenn das Kind von seinen Ängsten erzählt, oder über etwas Erfreuliches berichtet oder andere Höhen und Tiefen seines Lebens für uns beleuchtet, ist es wichtig, mitzugehen, die Stimme des Fragenden verändert sich. Das ganze Wesen ist bei der Berichterstattung des Kindes. Und dies mit einer absoluten Offenheit, für alles, was kommt.
  7. Hilfsmittel: Manche Kinder malen gerne. Sie sollen ihre Gefühle, Ängste oder Träume zeichnen können. Auch Spielsachen, Knete oder andere Hilfsmittel. Was auch immer das Kind in der Praxis tun möchte, der Homöopath und die Eltern sollten dies zulassen und nicht kommentieren. Wenn es über die Möbel klettert, ist dies genauso ein Ausdruck seines inneren Wesens als wenn es über seine Träume berichtet. 

Fazit

Die Quelle sitzt bei Kindern oft viel näher an der Oberfläche als bei Erwachsenen. Das heißt, dass sie ihr inneres Wesen viel originaler und unverfälschter ausdrücken, als Erwachsene. Dazu muss man ihnen aber den Raum und die sichere Umgebung geben um sich zu entfalten. Ganz wie im echten Leben!

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Andra Dattler