Die 5 Schritte der homöopathischen Selbstbehandlung

Für die homöopathische Behandlung im Akutfall sind fünf wichtige Schritte zu beachten.

Für die homöopathische Behandlung im Akutfall sind fünf wichtige Schritte zu beachten. Die Anamnese, die Gewichtung der Symptome, die Mittelwahl, die Mittelgabe und die Verlaufsbeurteilung. Lesen Sie hier, worauf es bei der Selbstbehandlung ankommt.

Für die homöopathische Selbstbehandlung im Akutfall sind 5 wichtige Schritte zu beachten.

Schritt 1: Die Anamnese

Zunächst schreibt man sich alle Beschwerden, von Kopf bis Fuß und alle psychischen und allgemeinen Beschwerden genau auf. Dabei ist z. B. auch wichtig, wie genau der Schmerz ist, was die Beschwerden bessert und was sie verschlechtert. Dazu kommen dann noch Allgemeinsymptome wie Appetit, Nahrungsmittelverlangen, Schlaf, Schweiß und Temperaturempfinden.

Schritt 2: Die Gewichtung der Symptome

Dann versucht man herauszufinden, was die wichtigsten Symptome sind. Wichtig ist natürlich, wie stark und wie deutlich ein Symptom auftritt. Wenn ich einen leichten, dumpfen Kopfschmerz bei einer Erkältung habe, ist dies nicht so wichtig, wie ein starkes Brennen der Kopfhaut, als würden meine Haare brennen. 

Zudem ist wichtig, ob ein Symptom ungewöhnlich ist. Übelkeit, die durch Essen besser wird, ist ungewöhnlicher als ein Schnupfen, der beim Hinlegen schlimmer wird. Auch das Zusammentreffen mehrerer Symptome kann deutlicher gewertet werden. Wenn ich bei jedem Stuhlgang Kopfschmerzen bekomme, sollte dies bei der Mittelwahl berücksichtigt werden. Psychische Symptome sind in der Regel wichtiger als körperliche.

Schritt 3: Die Mittelwahl

Die Wahl des richtigen homöopathischen Mittels gelingt am ehesten mit einem guten Ratgeber oder einem Buch über homöopathische Mittel. Dies alleine hilft aber meistens nicht. So ist auch eine allgemeine gute Kenntnis der Mittel notwendig.

In diesem Portal finden Sie ausführliche Beschreibungen aller wichtigen homöopathischen Mittel.

Wenn mir eine Patientin erzählt, sie habe schlimmen Durchfall und sei ganz ängstlich. Der Mann sei heute nicht zur Arbeit gegangen, weil sie nicht alleine sein wollte, dann verschreibe ich Arsenicum album, wenn sie noch berichtet, dass sie fröstelig ist.

Die Angst vor dem Alleinsein ist einfach so typisch für dieses Mittel. Erzählt mir aber eine Mutter, das Kind habe Durchfall, sei aber quietschfidel, hüpfe durch die Wohnung und würde am liebsten hinausgehen. Und berichtet sie weiterhin, dass der Stuhl fürchterlich nach verfaulten Eiern riecht, dann ist das ganz klar Sulfur. Der Geruch und die gute Laune sind zwei ganz deutliche Hinweise.

Schritt 4: Die Gabe des Mittels

Wer sich selbst behandelt, sollte eine gut sortierte homöopathische Hausapotheke zu Hause haben. Diese wird man als Laie in eher tiefen Potenzen wie D12 oder C30 anlegen. Die D-Potenzen kann man häufiger geben, als die C-Potenzen. Eine Gabe sind in der Regel drei Kügelchen.

In einem akuten Fall gelten 3 Regeln

  1. Je schlimmer der Zustand, desto häufiger soll das Mittel gegeben werden. So kann bei einem wirklich schlimmen Husten, eine C30 auch einmal im halbstündigen Abstand geben.
  2. Bei Besserung, die Abstände zwischen den Mittelgaben vergrößern und dann absetzen.
  3. Bei Verschlechterung oder Stagnation wieder mit der Mittelgabe beginnen, wenn es vorher gebessert hat.

Konkretes Vorgehen bei der Mittelgabe:

  • Nach der ersten Gabe beobachtet man eine Weile, ob sich eine Verbesserung ergeben hat. Man kann das Mittel dreimal im Abstand von 3 Stunden geben, solange sich nichts verschlechtert.
  • Wenn das Mittel nach drei Gaben überhaupt nicht gewirkt hat, sollte man es absetzen – dann handelt es sich in der Regel um eine falsche Mittelwahl. Dann muss ein neues Mittel gewählt werden.
  • Wenn sich nach den ersten Gaben eine Besserung ergeben hat, dann können die Abstände der Gaben vergrößert werden, oder das Mittel wird abgesetzt.
  • Wenn sich eine Verschlechterung ergeben hat, sollte das Mittel sofort abgesetzt werden.

Schritt 5: Beurteilung des Verlaufs

Wichtig ist natürlich zu beurteilen, ob sich die Symptome gebessert haben oder nicht. Besserung und Verschlechterung kann man natürlich an den akuten Symptomen oft deutlich sehen. Der Husten wird besser, die Nase wird frei, der Durchfall hört auf.

Eine Besserung kann auch auf psychischer Ebene zuerst stattfinden. So schläft das kranke Kind vielleicht endlich ein und fühlt sich danach schon viel besser. Oder der ungeduldige Patient, lehnt sich endlich geduldig zurück und trinkt seinen Tee, anstatt zu meckern. Der Allgemeinzustand ist ebenfalls wichtig. Wenn ein Patient immer noch viel Schnupfen hat, sich aber insgesamt nicht mehr so schlapp und zerschlagen fühlt, ist das eine gute Richtung.

Fazit

Wichtig ist natürlich, bei anhaltenden oder schwerwiegenden Symptomen, zum Arzt zu gehen. Lieber einmal zu oft beim Arzt, als eine Lungenentzündung übersehen! Ansonsten wird der Erfolg besser, je intensiver Sie sich mit der Homöopathie und ihren Mitteln auseinandersetzen.

Veröffentlicht am 8. August 2012