Frauen-Gesundheit

Was tun gegen hormonbedingten Haarausfall bei Frauen?

Von Haarausfall sind nicht nur Männer betroffen, auch jede dritte Frau über 30 leidet unter diesem Problem. Mit viel Geduld und regelmäßiger Behandlung können Sie jedoch wieder Fülle in Ihre Frisur bringen. Wie funktioniert die Therapie einer hormonbedingten Alopezie?

Wie entsteht der hormonbedingte Haarausfall?

Von den Frauen, die unter extremem Haarausfall leiden, sind über 90 Prozent von einer sogenannten androgenetischen Alopezie betroffen. Sie wird durch eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber männlichen Hormonen verursacht, die jede Frau in geringen Mengen produziert. Als Haarfollikel bezeichnet man das Gewebe, das die Haarwurzel umschließt und somit Haare und Haut miteinander verbindet.

Als Reaktion auf die Androgene, die männlichen Hormone, werden die Haarwurzeln nicht mehr richtig ernährt und die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich. Die nachwachsenden Haare werden immer dünner und so entsteht der Eindruck, dass der Kopf kahler wird. Sichtbar wird dies meist am Scheitel, der zunehmend breiter wird. Komplett kahle Stellen gibt es bei dieser Art Haarausfall jedoch nicht.

Blutdrucksenker hilft auch gegen Haarausfall

Dünne Haare sind für viele Frauen ein Problem – sind doch die meisten schon nicht mit dem normalen Volumen ihrer Frisur zufrieden und helfen mit Styling Produkten nach. Mithilfe einer Lösung, die den Wirkstoff Minoxidil enthält, können Sie die Haarwuchsstörung stoppen. Eigentlich wurde Minoxidil als Blutdrucksenker entwickelt, doch in der Testphase entdeckte man, dass bei der Einnahme der Tabletten auch die Haare vermehrt wuchsen und dicker wurden. Daraufhin verarbeitete man den Wirkstoff in einer zweiprozentigen Lösung, die bei etwa 80 Prozent der Anwenderinnen den gewünschten Erfolg bringt.

Wirkung des Haarwuchsmittels tritt erst nach Monaten ein

Das Produkt wird unter dem Namen Regaine® in verschiedenen Anwendungsformen auch für Männer angeboten und ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Bedingung für eine zuverlässige Wirkung ist, dass Sie die Lösung regelmäßig zweimal täglich auftragen. Erste Ergebnisse zeigen sich leider oft erst nach drei bis vier Monaten, das heißt, Sie müssen lange Zeit durchhalten. Sobald Sie das Präparat absetzen, fallen die Haare wieder verstärkt aus. Die Lösung tragen Sie entweder mit einer Pipette oder per Pumpspray auf. Da man den Sprühnebel nicht einatmen sollte, ist die Anwendung mit der Pipette vorzuziehen.

Anwendung der Lösung gegen Haarausfall

So tragen Sie die Lösung auf: Scheiteln Sie Ihre Haare an sechs verschiedenen  Stellen und führen Sie die nach Vorschrift gefüllte Pipette entlang der Scheitellinien. Anschließend verteilen Sie die Lösung sanft über die ganze Kopfhaut, ohne zu rubbeln oder zu massieren. Bitte hinterher sorgfältig die Hände waschen! Nehmen Sie auf keinen Fall mehr als die angegebene Menge der Lösung, da eine höhere Dosierung keine besseren Resultate bringt. Es ließe das Produkt nur teurer werden, weil es schneller aufgebraucht wäre. Lassen Sie die Lösung vier Stunden lang einwirken, bevor Sie schwimmen gehen oder die Haare waschen. Stylen können Sie Ihre Frisur wie gewohnt.

Worauf müssen Sie bei der Behandlung des Haarausfalls achten?

Lassen Sie sich eine Tönung oder Dauerwelle machen, verzichten Sie sicherheitshalber wegen eventueller Wechselwirkungen an diesem Tag auf die Anwendung von Regaine®. In den ersten Behandlungswochen kann es verstärkt zu Haarausfall kommen. Dies sollte Sie nicht beunruhigen, da es sich um eine normale Reaktion auf den Wirkstoff handelt, die zeigt, dass Sie auf das Produkt ansprechen. Die alten Haare werden schneller aus der Kopfhaut herausgeschoben, damit die neuen, dickeren Haare nachwachsen können. Nebenwirkungen wie Rötungen und Juckreiz kommen sehr selten vor.

Styling der Haare führt nicht zu Haarausfall

Übrigens können Sie sich so oft die Haare waschen, wie Sie mögen. Dies hat keine negative Auswirkung auf den Haarwuchs. Das Gleiche gilt für das Stylen, Färben, Dauerwellen, das Tragen von Mützen, Haarspangen und -gummis usw. Zu viel davon kann zwar die Haare selbst strapazieren, aber auf keinen Fall die Haarwurzel schädigen und ist somit keine Ursache für Haarausfall.

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Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.