Frauen-Gesundheit

Last-Minute-Entscheidung: späte Mutterschaft

Last-Minute-Entscheidung: späte Mutterschaft
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Auch wenn die medizinischen Kenntnisse heute mehr Möglichkeiten bieten, gesund zu bleiben, bedeutet dies nicht automatisch, dass jede Frau für eine späte Mutterschaft geeignet ist. Dennoch steigt die Zahl der Schwangeren, die bei der Geburt ihres Kindes über 40 Jahre alt sind, einige sind sogar deutlich älter. Gibt es eine sinnvolle Altersgrenze, wann frau kein Kind mehr bekommen sollte?

Das optimale Alter für eine gesunde Schwangerschaft liegt biologisch gesehen etwa zwischen 19 und 24 Jahren. Tatsächlich fühlen sich viele Frauen in dieser Phase noch viel zu jung, um eine Familie zu gründen, und bekommen erst um die 30 ihr erstes Kind. Verständlich, da das Bedürfnis nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium mit anschließender Berufstätigkeit ebenso groß ist wie bei Männern.

Berufsausbildung geht vor Mutterschaft

Selbstbewusste Frauen möchten zudem unabhängig sein und sich auf sich selbst verlassen können, zumal die Scheidungsraten recht hoch sind. Davon abgesehen wollen Frauen wie Männer ihren Beruf genießen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Um eine Position zu erreichen, die zufrieden stellt, braucht es etliche Jahre, in denen wenig Zeit für ein Kind bleibt. Kein Wunder, dass sich die Familienplanung zunehmend weiter hinaus schiebt.

Ob es nun die biologische Uhr ist, die irgendwann zu ticken anfängt, oder die gesellschaftliche Erwartungshaltung, dass ein Paar ein Kind zu bekommen hat, denkt frau dann doch irgendwann darüber nach, ob sie ein Kind möchte oder nicht. Andererseits fühlen sich nicht alle Paare dazu verpflichtet, für Nachwuchs zu sorgen, sondern möchten ihr Leben möglichst frei und unabhängig gestalten. Nie gab es so viele Möglichkeiten wie heute, eine zweite Ausbildung oder ein Studium zu machen, egal in welchem Alter. Das macht die Entscheidung, ob und wann ein Kind kommen soll, nicht gerade leichter.

Kind und Karriere – ein schwieriger Balanceakt

Paare, die beides wollen, nämlich Kind und Karriere, haben je nach finanziellen Bedingungen und Erziehungsvorstellungen die Möglichkeit, den Nachwuchs selbst zu betreuen oder ihn nach einer Babyphase einer Tagesmutter zu überlassen. In jungen Jahren reicht das Geld oft nicht für eine ganztägige Betreuung des Säuglings aus.

Ältere Mütter bzw. Paare können es sich meist eher leisten, ihr Kind stundenweise betreuen zu lassen, aber viele genießen es auch, sich dem Sprössling in Muße zu widmen und steigen erst später wieder in den Job ein, auch wenn dies schwierig werden könnte. Ideal ist es, wenn beide Partner halbtags arbeiten und sich die Kinderbetreuung teilen können.

Mutterschaft über vierzig kontra Wechseljahre

Naht der vierzigste Geburtstag, ändern viele Frauen ihre Prioritäten und sehnen sich nach einer anderen Lebensstruktur. Ob Familie mit oder ohne Partner – ein Kind soll dann doch noch dazu gehören. Bei einigen klappt es auf Anhieb mit einer Schwangerschaft, andere müssen etliche Behandlungen über sich ergehen lassen, damit sich der Körper darauf einstellt, denn eigentlich beginnt ab vierzig schon die Phase der Wechseljahre.

Gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind steigen

Je höher das Alter der Mutter und des Vaters ist, desto risikobehafteter sind Schwangerschaften und Geburt. Die Zahl der Fehlgeburten steigt. Auch beim Kind besteht eine größere Gefahr, mit einer Behinderung oder chronischen Krankheit geboren zu werden. Daran ändert auch die umfangreiche medizinische Überwachung nichts.

Sollte ein Test ergeben, dass das Kind mit höchster Wahrscheinlichkeit behindert sein wird, stehen die werdenden Eltern unter Umständen vor einer schwierigen Entscheidung. Eine solche Situation ist extrem belastend und kann die Schwangerschaft zusätzlich negativ beeinflussen. Auch die Partnerschaft wird auf eine harte Probe gestellt.

Späte Schwangerschaft ist nichts für chronisch kranke Mütter

Ein Punkt, der definitiv gegen eine späte Schwangerschaft spricht, ist ein schlechter Gesundheitszustand der Frau. Mit vierzig haben nicht wenige Menschen bereits chronische Erkrankungen entwickelt, die sie deutlich einschränken. Unter solchen Bedingungen sollte frau sich keine Mutterschaft mehr zumuten, ist der Wunsch nach einem Kind noch so groß. Oft lassen auch die notwendigen Medikamente keine gesunde Entwicklung des Kindes zu.

Gelassenheit ist keine Frage des Alters

Ob ältere Mütter und Väter tatsächlich gelassener mit dem anstrengenden Säuglings- und Kinderalltag umgehen können, ist wohl eher eine Frage der elterlichen Kondition und des Charakters als eine des Alters. Es kommt zudem immer auf das Kind an, ob man an die Grenzen seiner Belastbarkeit stößt oder ob alles relativ glatt läuft. Es gibt ruhige Kinder, die schon früh durchschlafen und es gibt Schreikinder, die mehrmals nachts beruhigt werden wollen. Zu welcher Kategorie das Kind gehören wird, lässt sich nicht voraussehen oder planen.

Ein Kind braucht Nestwärme

Ein Kind zu erziehen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, der man sich wohl überlegt widmen sollte. Auf den letzten Drücker ein Kind zu bekommen, um es dann komplett in die Obhut anderer Menschen zu geben, weil der Job wichtiger zu sein scheint, ist kein guter Plan. Schließlich sollte man dem Kind doch seine eigenen Werte vermitteln und es so erziehen, wie man es sich selbst vorstellt.

Ältere Eltern, glückliches Kind?

Jeder muss wissen, was er sich zumuten kann, dennoch hat alles seine Grenzen. Wer gelernt hat, auf seinen Bauch zu hören, wird wissen, wann und ob es Zeit für ein Kind ist. Die Natur lässt sich nicht übermäßig strapazieren, daher sollten die Eltern eines Kindes nicht zu alt sein, damit sie es noch viele Jahre seines Lebens begleiten können. Eltern, die früh sterben, weil sie das entsprechende Alter erreicht haben, machen ein Kind nicht glücklich!

Was halten Sie davon, über vierzig noch ein Kind zu bekommen? Haben Sie Erfahrungen mit einer solchen Situation gesammelt? Diskutieren Sie mit uns über späte Mutterschaften!

Bildnachweis: poplasen / stock.adobe.com

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Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.