Frauen-Gesundheit

Die richtige Intimhygiene vermeidet wiederholte Scheidenpilz-Infektionen

Die richtige Intimhygiene vermeidet wiederholte Scheidenpilz-Infektionen
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Eigentlich ist er ein friedlicher Mitbewohner unserer Schleimhäute: der Hefepilz oder Candida albicans genannt. Breitet er sich übermäßig aus, reagieren wir mit Entzündungen darauf. Im Scheidenbereich kommt es zu einer juckenden oder brennenden Infektion, bei manchen Frauen immer wieder. Mit der richtigen Intimhygiene können Sie vorbeugen!

Warum Hefepilze eine Infektion verursachen können

Meist ist es der Hefepilz, der unangenehme Beschwerden im äußeren und inneren Scheidenbereich verursacht. Obwohl es heute wirksame Präparate gibt, mit denen man die Infektion schnell bekämpfen kann, leiden viele Frauen immer wieder unter einer Pilzerkrankung.

Warum kommt es immer wieder zu Rötungen, Reizungen, Jucken und Brennen durch den Hefepilz? Die Antwort ist einfach: Sobald das natürliche Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät, hat der Pilz keine Gegenspieler mehr, die ihn in Schach halten. Das Problem ist, dass es viele Gründe für angreifbare Schleimhäute gibt. Eine mangelnde oder auch übertriebene Hygiene ist einer davon.

Richtige Intimhygiene für ein stabiles Scheidenmilieu

Zu viel ist genauso falsch wie zu wenig: Hygiene im Intimbereich soll schädliche Stoffe entfernen, aber den natürlich Schutzfilm erhalten. Dies ist gar nicht so einfach, weil jede Frau andere Bedürfnisse hat. So haben ältere Frauen ohnehin eine eher trockene Scheide, die schnell gereizt ist. Verwenden Sie in jedem Fall eine milde Reinigungslotion, die dem leicht sauren pH-Wert von 5 der Scheide angepasst ist und ihr nicht noch mehr Fett entzieht. Normale Seifen und Duschgele können die zarten Schleimhäute belasten.

Reagieren Sie selbst auf die mildesten Waschsubstanzen, verwenden Sie lauwarmes, klares Wasser. Am hygienischsten ist es, wenn Sie Ihren Intimbereich mit sauberen Händen waschen. Waschlappen sollten sie nach jeder Anwendung wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.

Trocknen Sie sich anschließend sorgfältig, aber vorsichtig ab. Eventuell ist Abtupfen besser, als wenn sie die empfindlichen Partien abrubbeln und damit neue Reizungen hervorrufen. Tragen Sie eventuell eine dünne Schicht Wundcreme auf, wenn Ihnen die Haut trotzdem wehtut.

Was Sie vermeiden sollten, um die Scheide zu schützen

Waschen Sie sich nicht zu häufig – ein bis zweimal am Tag reicht. Auch auf Vaginalspülungen sollten Sie verzichten, denn sie machen die Scheide nur noch anfälliger für eine Infektion, weil die natürliche Zusammensetzung der Schleimhautfeuchtigkeit zerstört wird. Zum Abputzen nach dem Toilettengang verwenden Sie am besten weiches Papier ohne Duftstoffe.

Alles, was irgendwie reizen könnte, sollte vermieden werden. Auch feuchtes Toilettenpapier verträgt nicht jeder. Nehmen Sie lieber einen Waschlappen oder ein großes Wattepad, das mit klarem Wasser getränkt ist. Lange Vollbäder sind ebenfalls tabu, solange Sie für Infektionen durch Scheidenpilze anfällig sind.

Intimrasur nur mit frischen Klingen und in Wuchsrichtung vornehmen

Eine weitere Ursache für gereizte und entzündete Schleimhäute, auf denen sich Pilze leichter vermehren können, ist die Intimrasur. Nehmen Sie diese ausschließlich mit einem frischen Einmalrasierer vor und schäumen Sie die betreffenden Partien gut ein. Schneiden Sie lange Haare vorher mit einer Schere ab.

Rasieren Sie nur in Wuchsrichtung und spülen Sie den Intimbereich sorgfältig ab. Nach dem Abtrocknen cremen Sie den äußeren Scheidenbereich mit einer leichten Wundcreme ein. Auf alle anderen Arten der Haarentfernung sollten Sie unbedingt verzichten!

Lesen Sie auch Was tun bei trockener Scheide? und Tipps zur Selbstbehandlung von Vaginalpilz.

Bildnachweis: Siriluk / stock.adobe.com

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Über Ihren Experten

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.