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Milch-Mythen: Ist A2-Milch wirklich gesünder?

Milch-Mythen: Ist A2-Milch wirklich gesünder?
Andrea Fettweis
geschrieben von Andrea Fettweis

Ein neuer Trend kommt aus Neuseeland zu uns und erhitzt die Gemüter: die A2-Milch. Sie soll besser verträglich sein und weniger Nachteile haben.

Viele lieben sie, andere halten sie für gesundheitsschädlich: Milch. Tatsächlich vertragen etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland Milch nur schlecht, da sie unter einer Laktoseintoleranz oder einer Milcheiweißallergie leiden und mit Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen reagieren.

Generell ist Milch für die meisten Menschen gut verträglich, da sich unser Verdauungssystem über die Jahrtausende auf sie eingestellt hat.

Gesundheitliche Probleme durch Milch nicht bewiesen

Dass Milch die Atemwege verschleime, ist allerdings ein Mythos, der durch mehrere neue Studien widerlegt werden konnte.

Asthma-Patienten hatten nach dem Genuss von Milch keine verstärkten Atemprobleme. Zu den Hypothesen, die Milch als Gesundheitsrisiko sehen, gehören auch Behauptungen, dass sich das Nahrungsmittel nachteilig auf das Gehirn auswirke und z. B. für die Entstehung von Autismus und den plötzlichen Kindstod verantwortlich sein könne.

Weiterhin würden durch den regelmäßigen Genuss von Milch Arteriosklerose, Störungen im Fettstoffwechsel sowie Diabetes mellitus 1 ausgelöst. Alle genannten Vermutungen konnten jedoch bisher nicht belegt werden, wie die European Food Safety Authority bereits 2009 berichtete.

A2-Milch bei Laktoseintoleranz?

Für die meisten Verbraucher bleibt Milch trotz kritischer Diskussionen ein beliebtes Nahrungsmittel. Für diejenigen, die keine Laktose vertragen, gibt es inzwischen ein breitgefächertes Sortiment an Laktose freien Milchprodukten. Auch Ziegenmilch stellt eine Alternative dar, die jedoch nicht jeder mag.

Relativ neu ist nun die sogenannte A2-Milch, die auch bei Lactoseintoleranz vertragen werden soll.

Die A2-Milch ist die eigentlich „Urmilch“, die früher von allen Rindern produziert wurde.

Im Laufe der Zeit hat sich die heutige A1-Variante herausgebildet, doch auch heute gibt ein Teil der Kühe noch die A2-Milch. Auch aus wirtschaftlichen Gründen werden nun wieder verstärkt diese Sorte Rinder gezüchtet.

Unterschied zwischen A1- und A2-Milch

A2-Milch unterscheidet sich von der bei uns üblichen A1-Milch durch einen winzigen Baustein in der Milcheiweißstruktur, des Beta-Caseins. Es setzt sich aus 224 Aminosäuren zusammen, die wiederum ein Viertel des Milcheiweißes ausmachen.

Eine der Aminosäuren bei der A1-Milch ist das Histidin, während die A2-Milch an der gleichen Stelle das Prolin besitzt. Dieser kleine Unterschied könnte sich auf die Verträglichkeit der Milch auswirken.

Laktose auch in A2-Milch enthalten

Laktose enthalten allerdings beide Milchsorten, insofern dürfte auch die A2-Milch keinen Vorteil bei Laktoseintoleranz bieten.

Die Erfahrungen weniger Verbraucher können nicht als repräsentativ bezeichnet werden, daher müssen zunächst Studien folgen, die die Wirkung der A2-Milch belegen. Zudem nehmen etliche Verbraucher lediglich an, sie litten unter Laktoseintoleranz, ohne dass dies überprüft worden ist.

Möglicherweise können sie stattdessen das Milcheiweiß nicht vertragen und reagieren daher positiv auf die A2-Milch.

Bildnachweis: 44830209 /Adobe Stock

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Andrea Fettweis

Andrea Fettweis

Andrea Fettweis sammelte durch ihre vielseitige Tätigkeit als Pharmazeutisch-technische Assistentin über 20 Jahre lang Erfahrungen in öffentlichen Apotheken, die sie ständig durch private medizinische Studien ergänzte. Seit 1995 schreibt sie für eine Fachzeitschrift des Deutschen Apothekerverlags, schloss ein Studium für Journalismus ab und ist seitdem u. a. für mehrere Online-Magazine als Autorin und Redakteurin tätig. Für experto.de schreibt sie aktuell über gesundheitliche Themen mit den Schwerpunkten Naturheilkunde, chronische Krankheiten, Ernährung, Pharmazie sowie Körper & Seele.