Gesundheit Praxistipps

Blutwerte verstehen – leicht gemacht

Lesezeit: 2 Minuten Damit Sie als Patient begreifen, was Ihnen der Arzt sagen möchte, sollten Sie die Blutwerte verstehen. Beim jährlichen Routine-Check und bei Beschwerden veranlasst der Arzt zunächst einmal eine Blutuntersuchung. Bei der Besprechung hat man als Patient jedoch oft Schwierigkeiten, die Ausführungen des Arztes zu verstehen. Abkürzungen sind unbekannt und ob ein Wert normal ist oder auffällig erschließt sich dem Laien nicht sofort.

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Blutwerte verstehen - leicht gemacht

Blutwerte verstehen – leicht gemacht

Lesezeit: 2 Minuten

Ihr Arzt hat eine Blutuntersuchung gemacht? Dann ist es wichtig, dass Sie die Blutwerte auch verstehen, wenn er sie mit Ihnen durchspricht. Wir helfen Ihnen bei der Entschlüsselung.

Erythrozyten (Ery)

Die Erythrozyten – auch rote Blutkörperchen genannt – transportieren den Sauerstoff zu den einzelnen Zellen.

Der Erythrozyten-Wert ist unter anderem erhöht, wenn ein Sauerstoffmangel vorliegt, wie etwa bei einer Herz- oder Lungenerkrankung. Der Wert ist erniedrigt z. B. bei einer Anämie (Blutarmut). Die bedeutsamste ist hier die Eisenmangelanämie. Erniedrigt ist der Wert auch bei Blutverlust durch Verletzungen oder unbemerkte innere Blutungen z. B. durch ein Magengeschwür.

Leukozyten

Die Leukozyten – auch weiße Blutkörperchen genannt – sind Teil unserer Immunabwehr.

Sind sie erhöht, spricht dies für eine Entzündung im Körper, eine Allergie oder eine Leukämie (hier sind die Werte extrem hoch). Sind die Werte zu niedrig, spricht dies für eine Virus-Infektion, z. B. eine Grippe.

Thrombozyten

Die sogenannten Blutplättchen sind verantwortlich für die Blutgerinnung. Bei einer Verletzung sind die Thrombozyten dafür verantwortlich, die Blutung zu stoppen.

Ist die Funktion der Blutplättchen beeinträchtigt oder sind insgesamt zu wenige Thrombozyten vorhanden, dauert es bei einer Verletzung länger als gewöhnlich, bis die Blutung gestillt wird.

Wenn der Thrombozyten-Wert vermindert ist, kann das z. B. auf eine Leukämie oder eine chronische Lebererkrankung hinweisen. Erhöht ist der Wert unter anderem bei akuten Infektionen, chronischen Entzündungen oder bei Tumorerkrankungen.

Die Entzündungswerte

Zusätzlich zum kleinen Blutbild wird bei Verdacht auf eine Entzündung in der Regel auch die BSG und das CRP bestimmt.

Blutkörperchen-Senkungs-Geschwindigkeit (BSG)

Bei der Bestimmung dieses Wertes wird die Strecke gemessen, die die Blutkörperchen in einer bestimmten Zeit in einem Glasröhrchen herab sinken. Bei unterschiedlichen Erkrankungen sinken die Blutkörperchen schneller oder langsamer. Der Wert kann Hinweise auf ein entzündliches Geschehen geben.

Ein erhöhter BSG-Wert kann unter anderem auf eine bakterielle Infektion oder auf Autoimmunerkrankungen hinweisen.

C-reaktives Protein (CRP)

Die Blutkörperchen-Senkungs-Geschwindigkeit hat an Bedeutung verloren. Der Arzt lässt meist auch das CRP bestimmen, da dieses wesentlich schneller und deutlicher auf Entzündungen reagiert.

Das C-reaktive Protein ist ein Eiweiß, welches vor allem bei Entzündungen gebildet wird, um abgestorbene Zellen oder Zellreste und giftige Stoffe aus dem Gewebe zu entfernen.

Der CRP-Wert ist unter anderem erhöht bei bakteriellen Infektionen, akuten Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, bei rheumatischen Erkrankungen aber auch bei einem akuten Herzinfarkt.

Fazit

Die Werte des kleinen Blutbildes ergeben eine erste Einschätzung ihrer Beschwerden. Für eine genaue Diagnose sind oft weitere Untersuchungen nötig. Als informierter Patient können Sie in Zukunft bei einer Besprechung ihrer Blutwerte folgen und gezielt nachfragen.

Bildnachweis: StudioLaMagica / stock.adobe.com

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