Gesundheit

Blutspenden: Infos und Fakten

Blutspenden: Infos und Fakten
geschrieben von Burkhard Strack

Die häufigste Form der Blutspende ist die Vollblutspende. Blutspenden erfolgen auf freiwilliger Basis. Ein halber Liter Blut wird entnommen, anschließend konserviert, untersucht und in einer Blutbank eingelagert. Es wird zu medizinischen, wissenschaftlichen und pharmazeutischen Zwecken verwendet. Sollten Sie auch darüber nachdenken, einmal zum Blutspenden zu gehen, finden Sie hier alle relevanten Informationen.

Blutspenden: Fakten und Probleme

Zum Blutspenden gehen darf jeder zwischen 18 und 68 Jahren, soweit es keine gesundheitlichen Bedenken gibt. Zudem gilt in Österreich, Deutschland und der Schweiz für Blutspender ein Mindestgewicht von 50 kg. Männer dürfen alle 2-3 Monate Blut spenden gehen, Frauen alle 3-4 Monate. Der Abstand muss eingehalten werden, damit der Körper sich in der Zwischenzeit erholen kann.  

Tätowierungen und Piercings, die innerhalb der letzten 4-6 Monate gemacht wurden, können zu einem Ausschluss von der Blutspende führen. Häufig wechselnde Sexualkontakte und intravenöse Drogenabhängigkeit ebenfalls, da sich über die Nadeln Krankheiten, insbesondere HIV schnell verbreiten können. HIV kann erst einige Wochen nach einer Infektion im Blut nachgewiesen werden.

Wer darf nicht zum Blutspenden gehen?

Auch Tropenaufenthalte in den letzten 6 Monaten können problematisch für eine Blutspende sein. Auch Spender, die sich zwischen 1980 und 1996 länger als sechs Monate in Großbritannien aufgehalten haben, werden aus Vorsicht abgelehnt, da dort zu dieser Zeit der BSE-Skandal herrschte. Homosexuellen ist Blut spenden nicht erlaubt, da sich Krankheitserreger durch praktizierten Anal-Verkehr schnell verbreiten können. Ebenso dürfen Gefängnisinsassen, an AIDS Erkrankte, schwangere Frauen, stillende Mütter und Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern keine Blutspenden abgeben.

Zeitweise zurückgestellt werden Spender, die vorrübergehend erkrankt sind, derzeit oder vor kurzer Zeit bestimmte Medikamente einnehmen oder eingenommen haben (z. B. Antibiotika), zu Gruppen mit potentiellen gewissen gesundheitlichen Problemen gehören, an Eisenmangel leiden oder zu den „falsch Positiven“ gehören. Das bedeutet, dass bei einer vorhergehenden Untersuchung oder Blutspende das Blut falsche Anzeichen auf Erreger gezeigt hat. Kein Infektionsrisiko birgt die Blutspende an sich, da dafür immer steriles Einwegbesteck verwendet wird.

Blutspenden erfordern Regeneration

Der Blutverlust nach einer Blutspende wird unterschiedlich ausgeglichen. Das Volumen wird allerdings schneller kompensiert, als die wirkliche Zusammensetzung des Blutes. Der Kreislauf reguliert sich innerhalb von 20 Minuten, der Flüssigkeitsausgleich in 24 Stunden. Plasmaeiweißersatz wird innerhalb von zwei Tagen gebildet, Blutzellen werden in zwei Wochen gebildet.

Am längsten braucht der Ausgleich des Eisens im Blut. Dieser dauert mindestens acht Wochen, bei Frauen sogar noch länger. Wichtig ist, dass Sie vor und nach der Blutspende ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. 1 ½ Liter vorher und nachher sind wichtig. Auch sollten Sie vor der Spende eine Kleinigkeit essen, um so einem Kreislaufkollaps vorzubeugen. Einen Tag vorher sollten Sie auf fettreiche Speisen allerdings verzichten. Gönnen Sie dem Körper ein paar Tage Ruhe nach der Spende, dann sind regelmäßige Blutspenden kein Problem.

Der Ablauf bei Blutspenden ist streng strukturiert

Bevor Sie Blut spenden, müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen, in dem Sie Fragen über Ihren Gesundheitszustand, eventuelle Medikamente und Aufenthalte in gefährdeten Gebieten beantworten. Weiterhin werden Sie von einem Arzt auf gesundheitliche Tauglichkeit untersucht. Vor der Spende wird Ihr Eisenwert im Blut gemessen, ist dieser zu niedrig, wird Ihnen die Spende verweigert. Der Eisenwert gibt an, wie der Sauerstoff im Blut transportiert wird, für Männer liegt die untere Grenze bei 13,5 g/dl, für Frauen bei 12,5 g/dl.

Wenn Sie zur Blutspende zugelassen werden, werden Ihnen aus der Armbeuge 500 ml Blut entnommen. Dies dauert zwischen fünf und 15 Minuten. Danach müssen Sie noch zehn Minuten ruhig liegen bleiben, damit der Körper sich an den Blutverlust gewöhnen kann, weitere 10 Minuten sollten in einer sitzenden Position verbracht werden. Nach der Blutspende steht meistens ein kleiner Imbiss für die Spender bereit. Dieser besteht aus Brötchen, Obst, Wasser, Kaffee oder Cola und soll besonders durch die Flüssigkeitszufuhr den Kreislauf unterstützen.

Was geschieht mit den Blutspenden?

Das Blut wird anschließend auf Krankheitserreger untersucht. Sollten Sie schädliche Erreger im Blut haben, wird die Spendestelle Sie darüber informieren und alle weiteren Schritte mit Ihnen besprechen. Zehn Prozent der Spender bekommen kurz nach der Blutspende Kreislaufprobleme, Ärzte und Pfleger der Spendestelle stehen Ihnen aber mit Hilfe zur Seite.

Gehen Sie wenn möglich nicht alleine Blut spenden. Falls Ihnen auf dem Rückweg schwindelig wird, ist so jemand bei Ihnen. Ein gesunder Körper steckt eine Blutspende aber problemlos weg. Bevor Sie die Spendestelle verlassen, müssen Sie noch einmal anonym ankreuzen, ob Ihr Blut wirklich zur Spende verwendet werden kann. In manchen Fällen werden Blutspenden mit zehn bis 25 Euro vergütet. Der Anteil der Blutspender schwankt in Deutschland von Region zu Region, teilweise liegt er bei über zwölf Prozent in der Bevölkerung. Auf der Webseite der DRK-Blutspendedienste finden Sie  mehr zum Thema Blutspenden und die Spendestellen in Ihrer Nähe.

Bildnachweis: pressmaster / stock.adobe.com

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.