Geldanlage

Yuan-Abwertung: Mögliche Folgen für den Aktienmarkt

Zum dritten Mal in Folge wurde der chinesische Yuan von der Zentralbank abgewertet. Zunächst waren es 1,9 und 1,6 Prozent, dann nur 1,1 Prozent Minus. Die chinesische Notenbank möchte den Sinkflug des Yuan abschwächen und greift dabei auf eine unter Notenbankern beliebte Methode zurück: Die Abwertung der eigenen Währung.

Die chinesische Notenbank hat die Abwertung eigenen Angaben zufolge unter strenger Beobachtung des Marktes und Abwägung von Marktentwicklungen vorgenommen.

Die Gründe für die Abwertung sind wohl allen voran in der schwachen Entwicklung der chinesischen Wirtschaft zu suchen. Diese wuchs zuletzt immer langsamer. Allein im Monat Juli konnte das Industrieproduktions-Wachstum mit lediglich noch 6 Prozent (im Vorjahresmonat-Vergleich) beziffert werden. Im Juni lag diese Differenz noch bei 6,8 Prozent. Wirtschaftswissenschaftler hatten lediglich mit einem Rückgang von 6,6 gerechnet.

Jeden Tag wird der Wechselkurs des Yuan zur amerikanischen Währung, dem Dollar, neu berechnet. Von diesem Wert darf eine maximale Abweichung von 2 Prozent vorliegen. Allerdings soll nun auch der Vortagesschlusswert eine maßgebliche Rolle bei der Bestimmung des Wechselkursverhältnisses spielen, woraus sich schlussfolgern lässt, dass der Yuan insgesamt eine freiere Stellung innehat. Dieser Schritt wurde unter anderem auch vom IWF, dem Internationalen Währungsfonds, begrüßt.

Was verspricht sich China davon?

Zuletzt hatte Chinas Wirtschaft mit einigen Problemen zu kämpfen. So fielen nicht nur Exporte und Importe, auch die Industrieproduktion schwächte sich ab. Darüber hinaus sind viele Unternehmen aus China hoch verschuldet. China verspricht sich von der Yuan-Abwertung vor allem eine Stabilisierung des eigenen Wachstumskurses der letzten Jahre, obgleich sich das Wachstum in der vergangenen Zeit zuletzt deutlich abgeschwächt hatte.

Die Yuan-Abwertung soll dazu beitragen, das selbst gesteckte Wachstumsziel in Höhe von sieben Prozent zu erreichen. Durch die Yuan-Abwertung möchte der Staat insbesondere auch seine Exporteure schützen, deren Waren nun auf dem Gesamtweltmarkt wesentlich günstiger zu haben sind.

Welche Auswirkungen hat es oder könnte es auf den weltweiten, vor allem deutschen Aktienmarkt haben?

Die Yuan-Abwertung sorgt auf diese Weise dafür, dass die konkurrierenden Handelspartner unter Druck stehen und eventuell selbst ihre Währungen abwerten. Konkurrierende Unternehmen müssen die Preise in vielen Fällen an das neue Niveau anpassen, um konkurrenzfähig zu ihren chinesischen Mitbewerbern zu bleiben.

Dies trifft auch den deutschen Aktienmarkt, da eine Vielzahl von Unternehmen ihre Waren auf dem chinesischen Markt anbieten. Hier dürfte vielen Anlegerinnen und Anlegern die Automobilindustrie in den Sinn kommen, die mit ihren Autos den chinesischen Markt erobern möchte bzw. dies bereits tut.

Welche Vor- bzw. Nachteile hat eine schwache chinesische Währung für Privatanleger?

Die Vorteile sind langfristig zu suchen. Privatanleger haben nun einen verhältnismäßig sicheren Ausblick auf China. Die Kurse der meisten Unternehmen fielen umgehend um einige Prozentpunkte. Diesen Zeitpunkt können Privatanleger zum Einstieg nutzen, wenn sie insgesamt von einer positiven Marktentwicklung ausgehen.

Die Halter von Aktien haben derzeit allerdings je nach Einstiegszeitpunkt eine schlechtere Verkaufsposition und müssen nun unter Umständen (noch) länger warten bis neue Hochs erreicht werden. Dennoch kann der Schritt der Yuan-Abwertung als sinnvoller Schritt für Privatanleger gesehen werden. Nach einer anfänglichen Panik stabilisierten sich viele Aktien immerhin wieder einigermaßen.

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Burkhard Strack

Burkhard Strack ist Fachjournalist (DFJV-Mitglied) in den Ressorts Gesundheit, Finanzen und Marketing, Werbeprofi (Google AdWords Premium Partner) und Inhaber des Beraterportals experto.de.