Was sind eigentlich Dividenden-Aristokraten?

Was sind Dividenden-Aristokraten?

Auch bei Aktien gibt es eine spezielle Gattung von Papieren bzw. Unternehmen, die sich positiv von den meisten anderen Unternehmen abheben: so genannte Dividenden-Aristokraten. Sie zeichnen sich unter anderem durch jahrelange Stabilität bei der Zahlung und Steigerung von Dividenden aus.

Unter Dividenden-Aristokraten versteht man Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren ununterbrochen Dividenden zahlen und die Auszahlungen dabei stetig steigern oder diese zumindest nicht gekürzt haben.

Welchen Vorteil hat der Anleger?

Für den Anleger hat ein Investment in solche Aktien bzw. Unternehmen den Vorteil, dass er grundsätzlich kontinuierlich steigende Einnahmen erzielt. Gleichzeitig senden diese Firmen an Börse und Anleger das Signal, dass sie dauerhaft solide und gesund wirtschaftende Unternehmen sind. Natürlich kann es auch bei Dividenden-Aristokraten zu Kursschwankungen und –rückgängen kommen und auch die Dividenden können gekürzt werden oder in besonders schwierigen Zeiten auch einmal ausfallen.

Allerdings haben die Aristokraten über viele Jahre gezeigt, dass sie auch in stürmischen Gewässern in der Lage sind, einen Gewinn zu erzielen. Doch Studien zeigen immer wieder, dass das Risiko, dass solche Unternehmen insolvent werden, erheblich geringer ist, als bei Unternehmen, die keine oder nur schwankende Zahlungen leisten. Um sich vor Ausfällen oder Schwankungen auch bei den Aristrokraten abzusichern, empfiehlt es sich, immer in mehrere Unternehmen aus verschiedenen Branchen zu investieren.

Faustregel: man sollte in ca. 10 Aristokraten investieren. Wer über ausreichend Kapital verfügt, sollte versuchen, sich im Laufe der Jahre ein entsprechendes Portfolio aufzubauen. Denn nur dann kann er auch von den steigenden Zahlungen direkt profitieren und sich zum Beispiel eine zweite Säule für die Altersvorsorge aufbauen. Wer dazu nicht genug Geld hat, sollte in Fonds, vorzugsweise in ETFs (Exchange-tradet-fund, börsengehandelter Fonds), investieren.

Investment in ETFs

Wer in ETFs investiert, sollte möglichst solche auswählen, die passiv gemanagt sind, es also kein Management gibt, das die Werte ständig umschichtet. Passive Fonds entwickeln sich meist besser als aktiv gemanagte Fonds und auch die Kosten sind geringer. Wer einen ETF mit Dividenden-Aristokraten sucht, sollte in einer Suchmaschine mit den Stichworten "ETF", "Dividenden" und "Aristokraten" suchen, um eine Auswahl zu erhalten.

Der Vorteil: es ist bereits mit kleinen Beträgen möglich, das Risiko durch Streuung zu reduzieren. Außerdem können monatlich kontinuierlich weitere Käufe getätigt werden. So kommt im Laufe der Jahre schnell ein ansehnliches Vermögen zustande.

Der Nachteil: die Fonds schütten meist nicht aus und man hat keine laufenden Einzahlungen. Daher sollte man überlegen, zunächst in entsprechende Fonds einzuzahlen, und wenn das Vermögen groß genug ist, sollte man den Fond in einer guten Phase reduzieren oder auflösen und einzelne Aktien erwerben.

Allerdings findet man vor allem bei deutschen Unternehmen kaum lupenreine Aristokraten, die kontinuierlich und vor allem steigende Dividenden zahlen. Im Ausland, allen voran in den USA, sind Dividenden-Aristrokraten weitaus häufiger anzutreffen. Aber auch in Kanada und Großbritannien gibt es verschiedene Unternehmen, die den Titel Dividenden-Aristokraten führen dürfen, auch wenn der Titel an sich nicht im eigentlichen Sinne geschützt ist. Einige Beispiel für Dividenden-Aristokraten sind: Coca-Cola, McDonalds, Johnson&Johnson, Nestle, Bank of Nova Scotia, Phillip-Morris.

Achtung: die Auswahl ist willkürlich und stellt explizit keine Anlageempfehlung dar, sondern dient lediglich der Orientierung und Veranschaulichung. Mehr z.B. unter http://www.boerse.de/aktienkurse/Dividenden_Aristokraten/kursliste

Wichtig: Bei Auswahl der Aktien nicht nur auf Dividende achten

Bei der Aktienauswahl sollte nicht nur auf die Dividende geachtet werden, sondern auch darauf, welcher Branche ein Unternehmen angehört, wie die Kursentwicklung in den letzten 20 Jahren war, ob das Geschäftsmodell verständlich ist und die Zukunftsaussichten weiter günstig sind.

Veröffentlicht am 3. November 2014