Geldanlage

Was ist eigentlich ein Aktienindex?

Ein Aktienindex stellt die gesamte Wertentwicklung der wichtigsten Aktien eines Landes oder eines Wirtschaftsraums dar. Bekannte Indizes sind z. B. der DAX, EURO-STOXX 50 oder DOW-JONES. Doch welche Aufgaben hat ein solcher Aktienindex eigentlich?

In einem
Aktienindex
wird die Kursentwicklung der wichtigsten Aktien eines Landes oder eines Wirtschaftsraums dargestellt. Im DAX beispielsweise sind die 30 wichtigsten Aktiengesellschaften Deutschlands in unterschiedlich starker Gewichtung aufgeführt. Mit welchem Anteil, also Gewicht, eine Aktie im Index enthalten ist, hängt davon ab, wie viele Aktien frei handelbar (Streubesitz) sind und welchen Börsenwert (Aktienkurs mal Anzahl Aktien) ein Unternehmen hat.

Dabei gilt: je höher der Streubesitz und je höher der Börsenwert, desto höher der Anteil einer Aktie im Index. Meist gibt es eine Obergrenze für die Gewichtung, z. B. 10 %, um eine zu große Dominanz eines einzelnen Unternehmens zu vermeiden. Welche Aktien im DAX enthalten sind, kann z. B. hier nachgelesen werden.

Im DOW-JONES sind die Aktien der 30 führenden US-Firmen enthalten, im EURO-STOXX 50 die 50 wichtigsten Firmen des Euroraums. Zudem gibt es Aktienindizes, in denen Unternehmen "der zweiten Reihe" aufgeführt sind, also weniger große Unternehmen, die aber immer noch eine große Rolle im Land spielen.

In Deutschland ist das z. B. der MDAX oder der Tec-DAX. Die Zusammensetzung eines Aktienindex wird i. d. R. einmal pro Jahr oder fallweise überprüft. Wird z. B. ein Unternehmen, das in einem Aktienindex vertreten ist, während des Jahres aufgekauft, wird geprüft, welche Firma dafür nachrücken darf.

In Aktienindizes sind also die führenden Unternehmen einer Branche oder Region enthalten. Daher sind sie für viele Anleger ein wichtiger Trend- und Marktindikator, stellen also eine Orientierungshilfe für die Einschätzung der Marktlage dar. Steigt ein AKtienindex, geht es den Firmen im Schnitt gut und umgekehrt.

Aktienindizes dienen auch als Vergleichsmaßstab für Fondsmanager. Deren Erfolg wird häufig daran gemessen, ob es ihnen gelingt, über einen längeren Zeitraum besser abzuschneiden als ein oder mehrere Indizes.

Für Kleinanleger ist ein Aktienindex eine gute Möglichkeit gleich "den ganzen Markt zu kaufen", ohne Geld in Einzelaktien investieren zu müssen. Denn bei Einzelaktien besteht immer das Risiko, dass kurzfristig der Kurs einbricht, was für den Anleger Verluste bedeutet. Da in einem Aktienindex immer mehrere Aktien vertreten sind, sind die Verluste oft weniger groß oder werden sogar ausgeglichen.

Denn sind die Konjunkturmeldungen z. B. im Automobilbereich schlecht, sinken die Kurse der entsprechenden Unternehmen. Sind im gleichen Zeitraum die Aussichten z. B. im Chemiebereich gut, steigen die Kurse dieser Unternehmen. Wenn die Firmen im Index enthalten sind, gleichen sie die positiven und negativen Entwicklungen oft aus.

Kommt es zu einer globalen Krise, sinkt natürlich auch der Aktienindex, wenn die Kurse aller Unternehmen fallen. Für Anleger mit weniger Geld ist es daher oft günstiger, ein Indexzertifikat statt Einzelaktien zu erwerben, um so von der Entwicklung des Gesamtmarktes zu partizipieren.

Dabei gilt grundsätzlich: Je mehr Aktien, Branchen und Länder in einem Aktienindex vertreten sind, desto geringer fallen die Schwankungen aus und umgekehrt. Daher sollte man immer auch internationale Indizes, wie z. B. den EURO-STOXX, den EURO-STOXX 50 oder den S&P-500 (mit 500 Firmen) ansehen, wenn man eine Investition plant.

Eine Übersicht wichtiger Indizes findet sich z. B. hier. Mit ein paar Klicks kann man sich schnell über die in einem Index vertretenen Unternehmen informieren.

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Jörgen Erichsen