Geldanlage

Warum Rendite, Sicherheit und Liqidität sich teilweise ausschließen

Warum Rendite, Sicherheit und Liqidität sich teilweise ausschließen
geschrieben von Dr. Jürgen Nawatzki

Bei der Geldanlage gibt es mehrere Anlageziele, die sich zum Teil gegenseitig ausschließen: Rendite, Sicherheit und Liquidität. Daher ist es für Anleger wichtig, sich vorher über ihre Prioritäten bei der Geldanlage im Klaren zu sein und erst dann die richtige Anlageform auszusuchen.

Bevor man Geld anlegt, sollte man sich über seine Anlageziele und das Risiko klar sein, dass man bereit ist einzugehen. Erst dann sollte man ein Anlageinstrument aussuchen, mit dem man diese Anlageziele am ehesten erreichen kann.

Diese Anlageziele schließen sich aus

Dabei schließen sich bestimmte Anlageziele von vornherein aus, wie zum Beispiel Rendite und Sicherheit.

Man kann nicht gleichzeitig beide Ziele realsieren. Eine renditeträchtige Anlage birgt stets ein gewisses Risiko, während eine todsichere Anlage kaum eine hohe Rendite verspricht.

Oder Sicherheit und Liquidität schließen sich ebenfalls teilweise aus. So ist ein zweijähriges Festgeld zwar sicher, aber nicht liquide.

Dafür sind Aktien liquide, denn sie können börsentäglich verkauft werden, aber sie sind nicht sicher, versprechen dafür aber eine überdurchschnittliche Rendite.

Oder eine Immobilie: Sie ist ebenfalls keine liquide Anlageform. Manchmal kann es viele Monate, wenn nicht sogar Jahre dauern, bis eine Immobilie erfolgreich verkauft ist.

Gute Anlageberatung fragt nach den Anlagezielen

Das Kennzeichen einer guten Anlageberatung ist, dass Investoren intensiv zu ihren Anlagezielen befragt werden. Erst wenn diese klar herausgearbeitet wurden, kann man konkrete Empfehlungen aussprechen. Bitte fallen Sie nie auf Versprechungen des "grauen Kapitalmarktes" herein, in denen "sichere" 12 Prozent Rendite versprochen werden.

Soche Geldanlagen gibt es nicht. Rendite ist immer der Preis von Risiko. Deshalb bedingt eine hohe Rendite immer auch ein hohes Risiko, das nicht nur zu einem hohen Gewinn, sondern auch zu einem Verlust führen kann. Zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass Anleger immer wieder auf unseriöse Renditeversprechungen hereinfallen.

Verschiedene Anlagen im Lichte von Anlagezielen

Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld sind sicher, bringen aber derzeit keine Rendite. Einzig und allein die niedrige Inflationsrate sorgt dafür, dass Ihr Vermögen bei diesen Anlageformen aktuell nicht schrumpft.

Und die Liquidität eines Sparbuches beispielsweise ist zudem noch beschränkt, da man innerhalb eines Zeitraumes von vier Wochen meist nur einen bestimmten Betrag ohne Zinsabzug abheben darf. Und Festgeld ist innerhalb der Anlagefrist überhaupt nicht liquide.

Anleihen bringen eine feste Verzinsung und zum Teil können Anleger noch von Kursgewinnen profitieren, unterliegen aber auch dem Risiko von Kursverlusten, wenn sie ihr Papier vor Ablauf der Laufzeit an der Börse verkaufen wollen.

Aktien versprechen eine hohe Rendite, sind aber gar nicht sicher, außer auf einen sehr langen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren gesehen. Dafür sind sie sehr liquide, da sie jederzeit an der Börse verkauft werden können.

Immobilien sind in der Regel relativ sicher, aber oft wenig liquide. Und die Rendite ist – bis auf Ballungsgebiete – oft sehr überschaubar.

Auch Rohstoffe sind wenig sicher, können als ETFs aber jederzeit an der Börse verkauft werden. Wenn der Ölpreis beispielsweise wieder steigt, werden wohl auch wieder Rohstoff-ETFs im Kurs steigen.

Fazit

Bevor Anleger sich für eine bestimmte Geldanlageform entscheiden, sollten sie sich im Klaren sein, wie sie die unterschiedlichen Ziele, die man mit einer Geldanlage verfolgen kann, gewichten.

Dabei schließen sich diese Ziele zum Teil gegenseitig aus, wie zum Beispiel Sicherheit und Rendite. Es gibt keine Geldanlage, die beiden Zielen gleichzeitig genügt. Wer anderes behauptet, ist schlicht unseriös.

Über Ihren Experten

Dr. Jürgen Nawatzki

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