Geldanlage

Warum der Zinseszinseffekt ein wichtiger Grund für eine frühzeitige Altersvorsorge ist

Das menschliche Gehirn ist nicht gut in der Lage, exponentiell zu denken. Deshalb haben viele Privatanleger nur eine unzureichende Vorstellung von der enormen Wirkung des Zinseszinseffektes, der für Albert Einstein eine der größten Entdeckungen der Mathematik war.

Es war einmal ein Mann, der seinem Sultan im fernen Orient einen großen Dienst erwies. Als Dank dafür wollte der Sultan diesem Mann einen Wunsch erfüllen.

Der Wunsch des Mannes lautete: Der Sultan möge ein Schachbrett nehmen und ihm als Lohn ein paar Reiskörner darauf legen. Auf das erste Feld ein Reiskorn, auf das zweite Feld zwei Reiskörner, auf das dritte Feld vier Reiskörner, auf das vierte Feld acht Reiskörner und so fort. Immer eine Verdopplung bis zum 64. Feld des Schachbrettes.

Der Sultan war zunächst amüsiert von der Bescheidenheit dieses Mannes und gab dem Wunsch statt. Er beauftragte also den Verwalter seiner Vorräte, dem Mann die Reiskörner zu geben. Für den Sultan ging die Sache jedoch gründlich schief: Denn eine Exponentialfunktion wie diese fängt ganz harmlos an, wächst dann aber über alle Grenzen hinaus. Am 64. Feld betrug die Schuld des Sultans 18 Trillionen Reiskörner.

Das Ende vom Lied: Um seine Ehre zu wahren, musste der Sultan zurücktreten und der Mann – ein Wesir – wurde an seiner Stelle Sultan.

Der Zinseszinseffekt darf nicht unterschätzt werden

Was für die Reiskörner aus obiger Anekdote gilt, gilt auch bei der Geldanlage: Der Zinseszinseffekt hat eine umso stärkere Wirkung, je länger eine verzinsliche Geldanlage läuft und Zins und Zinseszins abwirft.

Ein Beispiel:

100.000 Euro für 20 Jahre zu durchschnittlich 6 Prozent angelegt ergibt einen Betrag von 320.713,55 Euro. Derselbe Betrag zum selben Zinssatz für 30 Jahre festgelegt ergibt einen Endwert von  574.349,12 Euro und bringt gar für 40 Jahre zu 6 Prozent angelegt 1.028.571,79 Euro.

Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, lautet: Je früher jemand anfängt, regelmäßig etwas zu sparen, desto höher wird sein Kapital am Ende der Ansparzeit sein, wobei der Zinseszinseffekt auf lange Sicht eine unglaubliche Wirkung entfaltet.

Deshalb früh mit der privaten Altersvorsorge beginnen

Für die private Altersvorsorge heißt das: Man sollte so früh wie möglich damit beginnen. Wer erst mit 40 Jahren zu sparen beginnt, muss wesentlich höhere Sparbeiträge aufwenden als jemand, der bereits mit 20 oder 30 Jahren anfängt, für ein bestimmtes Alterskapital zu sparen.

Deshalb empfiehlt es sich, vom ersten verdienten Geld in der Ausbildung oder nach dem Studium regelmäßig etwas zurückzulegen.

Ein Anfang wären jeden Monat 25 Euro für einen ETF-Sparplan auf einen Indexfonds, der beispielsweise den MSCI World Index nachbildet. Dieser Index enthält über 1.600 verschiedene Unternehmen aus den 23 größten Industrieländern. Und in der Zeit von 1975 bis 2014 hat dieser Index eine durchschnittliche Wertentwicklung von 7,4 Prozent p. a. vollzogen.

Wenn das Einkommen im Zeitablauf steigt, wird die Sparrate schrittweise erhöht und es werden weitere ETFs bespart.

Dabei sollte der Sparbeitrag auf verschiedene Anlageklassen wie

  • Aktien
  • Anleihen
  • Immobilien und
  • Rohstoffe

verteilt werden, die alle mittels ETFs bespart werden können.

Gemäß der modernen Portfoliotheorie wird eine Geldanlage so optimal diversifiziert. Zudem sind ETFs sehr kostengünstig, sodass die niedrigen Kosten zusätzlich auf die Rendite Einfluss haben.

Fazit

Aufgrund der enormen Wirkung des Zinseszinseffektes sollten Privatanleger so früh wie möglich beginnen, für ihre private Altersvorsorge zu sparen. Je früher, desto besser.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Dieser Artikel wurde noch nicht bewertet!
Please wait...

Über Ihren Experten

Dr. Jürgen Nawatzki