Versprechen Smart-Beta-ETF mehr Erfolg in der Aktienanlage?

Warum Smart-Beta-ETF nicht unbedingt mehr Erfolg versprechen.

Ein Exchange-traded Fund (ETF) ist ein börsennotierter Investmentfond. Die meisten ETF sind passiv gemanagt, sie bilden nur den Verlauf eines Index, z. B. dem MSCI-Word, nach. Diese Art ETF kann also nicht besser oder schlechter abschneiden als der Basis-Index. Seit einiger Zeit gibt es spezielle ETF, die Anlegern mehr Erfolg und geringere Risiken versprechen. Zu Recht?

Seit ein paar Jahren gibt es sogenannte Smart-Beta-ETF. Der Begriff "Smart" soll dabei suggerieren, dass das Produkt einen gewissen Pfiff hat, das es besser macht als andere ETF-Fonds. Anleger, die in Smart-Beta-ETF investieren, sollen von einem besseren Chance-Risiko-Verhältnis profitieren, als Anleger, die in normale ETF einzahlen. Und es werden immer mehr Fonds aufgelegt, die sich mit "Smart-Beta" schmücken.

Im Prinzip funktioniert "Smart-Beta" so, dass aus herkömmlichen Indizes Aktien nach anderen Kriterien gewählt werden, als sie im Index abgebildet sind. Beispiel: Eine Aktie ist mit 5 % in einem Index vertreten, eine anderen mit 3 %. Bei einem klassischen ETF werden diese Aktien auch nur mit dem Prozentsatz berücksichtigt. Bei einem "Smart-Beta" ETF kann es sein, dass die erste Aktien mit 6 %, und die zweite nur mit 2,5 % einfließen.

Damit kommt es zu Verschiebungen bei der Fondszusammensetzung. Hat man Glück, profitiert man als Anleger, weil sich z. B. die erste Aktie besser entwickelt, und die zweite Aktie schlechter als bisher. Dann entwickelt sich der "Smart-Beta" besser als der klassische ETF. Es kann aber auch der umgekehrte Fall eintreten und es kommt zu einer schlechteren Entwicklung.

Smart-Beta genau und kritisch prüfen

Smart-Beta-ETF werden auf diese Weise also im Prinzip wieder aktiv gemanagt, da nicht genau der Basis-Index abgebildet wird.

Und die Erfahrungen aus vielen Jahren zeigen, dass es aktiv gemanagten Fonds dauerhaft nur sehr selten gelingt, besser abzuschneiden als passiv gemanagte Fonds. Und einige "Smart-Beta" Produkte eigenen sich im Kern überhaupt nicht für Anleger, die langfristig eine relativ sichere Rendite erwirtschaften möchten. Sie enthalten nur wenige Dutzend Aktien, sodass eine Risikostreuung, ein wesentlicher Vorteil von Fonds, nicht möglich ist.

Und die Anzahl neuer ETF, sowohl klassischer als aus "smarter" Art, steigt von Monat zu Monat. Aktuell sind mehr als 1.100 Produkte erhältlich. Anleger müssen sich also genau informieren, wenn sie erfolgreich investieren möchten und sollten sich nicht nur auf die Aussagen von Fondsmanagern, Bankern oder Werbeprospekte verlassen.

Besser auf bewährte klassische ETF setzen

Langfristanleger, die auf Sicht von mehr als 10 Jahren eine profitable Geldanlage mit überschaubaren Risiken wünschen, sollten in klassische ETF mit möglichst bereiter Streuung setzen, also z. B. einen ETF auf Basis des MSCI-World, kaufen, der schon seit langem am Markt vertreten ist. Um die Schwankungen möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich zudem regelmäßig Fondsanteile zu kaufen, z. B. mit einem monatlichen Sparplan.

Ist der Kurs des ETF hoch, erhält man weniger Anteile, sinkt er, bekommt man mehr Anteile, was dazu führt, dass man im Laufe der Jahre fast immer eine positive Rendite und damit einen Vermögenszuwachs erzielt. Mit neuen "smarten" Produkten ist es zwar möglich, höhere Renditen zu erzielen. Allerdings ist auch das Risiko von hohen Verlusten teilweise erheblich.

Veröffentlicht am 25. Mai 2016