Palladium als Kapitalanlage – Geheimtipp oder Reinfall?

Palladium kann physisch in Münz- und Barrenform als Kapitalanlage erworben werden

Der kleine Bruder des Platins, Palladium, ist ein Nischenprodukt zur Kapitalanlage. Dennoch darf das Edelmetall nicht unterschätzt werden, die Nachfrage in der Industrie ist nämlich hoch. Was Sie bei einer Kapitalanlage in Palladium beachten sollten, lesen Sie in diesem Artikel!

Palladium, das Bruderelement des Edelmetalls Platin, stammt zu kleinen Teilen aus Südafrika und zu großen Teilen aus Russland. So wie Platin in den Katalysatoren von Diesel-Motoren genutzt wird, kommt Palladium in den Katalysatoren von Benzin-Motoren zum Einsatz.

Der Preis für Palladium ist daher eng mit der Marktsituation der Automobilbranche verknüpft, für die es in den letzten Jahren konstant aufwärts ging (Stand: 23.02.2015). Auch in den Nanotechniken, der Medizin und Umwelttechniken kommt Palladium zum Einsatz, was ebenfalls für eine permanente Verwendung und Nachfrage spricht.

Sowohl physisch auch durch börsengehandelte Produkte können Anleger in Palladium investieren

Anleger können in Form von Zertifikaten und Optionsscheinen in Palladium investieren, eine physische Investition ist eher selten, aber auch möglich. So ist beispielsweise eine Investition in Palladium-Münzen oder Barren möglich.

Da Palladium deutlich unbekannter ist als die Edelmetalle Gold und Silber, oder eben Platin, unterliegt der Kurs auch stärkeren Schwankungen. Da deutlich weniger Anleger investiert sind als bei den „großen“ Edelmetallen, können schon kleine Veränderungen bei der Nachfrage oder im Angebot hohe Kursschwankungen auslösen. 

Keine Zocker an den Palladium-Märkten

So sorgten beispielsweise Streiks in südafrikanischen Mienen und die Krim-Krise in Russland und der Ukraine im Jahr 2014 für starke Kurszuwächse, da Anleger die Schließung beziehungsweise sehr starke Eindämmung des Marktes befürchteten.

Im Gegensatz zum Gold- oder Silbermarkt verirren sich aufgrund des kleinen Marktes wenig Spekulanten oder Zocker zum Palladium, wodurch der Kurs immerhin vor Spekulationsblasen gefeit sein könnte.

Dennoch hängt vieles beim Palladium wie auch beim Platin von der politischen Situation (Krim-Krise z.B.) ab, was das Produkt für Anleger reizvoll bei Preissteigerungen macht, aber auch riskant, wenn der Markt tatsächlich einbrechen würde.

Diversifizieren Sie Ihre Kapitalanlage in jedem Fall

Bedenken Sie, dass Sie bei einer Investition in Palladium-Barren oder Münzen die Mehrwertsteuer von 19 % zahlen müssen. Kaufen Sie privat, entfällt diese meistens. Dabei müssen Sie allerdings unbedingt die Echtheit prüfen und die Seriosität des Verkäufers. Bei Gold entfällt diese Mehrwertsteuer grundsätzlich, das Edelmetall ist mehrwertsteuerfrei.

Palladium als einzige oder einzelne Kapitalanlage ist eher weniger geeignet. Starke Ausschläge des Kurses aufgrund des relativ kleinen Marktes sind nicht selten, weshalb Sie das Risiko in Ihrem Portfolio unbedingt diversifizieren und mit anderen Anlageprodukten abfedern sollen. 

Vorsicht vor zu hohen Preisen

Grundsätzlich besteht eine große Nachfrage in der Industrie und das seltene Metall ist nur begrenzt vorrätig, weshalb von einer Preissteigerung in den nächsten Jahren ausgegangen werden kann.

Kommt es allerdings wieder zu Streiks in den Minen oder zu Engpässen aufgrund der politischen Situation in Russland, kann der Palladium-Preis allerdings auch so hoch steigen, dass niemand mehr in das Edelmetall investieren möchte.

Die Vor- und Nachteile von Palladium als Kapitalanlage

Für Palladium gilt wie auch für die anderen Edelmetalle Gold, Silber und Platin, dass es inflationssicher ist und ein Kurs- und Währungsrisiko birgt und langfristig gute Renditechancen hat.

Zudem ist es kurzfristig liquidisierbar und kann jederzeit verkauft werden. Die Rendite ergibt sich aus dem Verkauf der Barren oder Münzen oder aber aus dem Verkauf der Zertifikate und Optionsscheine. Die Rendite ist dabei kursabhängig.

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Veröffentlicht am 23. Februar 2015