Geldanlage

Optionsscheine – Unabhängig von Kursschwankungen Gewinne erzielen?

In volatilen Zeiten wie sie aktuell vorherrschen, wünscht sich mancher Börsianer sicher, dass es Möglichkeiten gibt, sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Kursen Gewinn machen zu können. Optionsscheine bieten Anlegern diese Möglichkeit, sind aber mit hohen Risiken behaftet.

Mit Optionsscheinen können Anleger auf die künftige Preisentwicklung von z.B. Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffen wetten. Mit dem Kauf eines Call-Optionsscheins erwerben sie das Recht, z.B. eine Aktie in der Zukunft zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Mit einem Put-Schein, das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu verkaufen.

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So funktionieren die Optionsscheine

Wer davon überzeugt ist, dass die Kurse an den Aktienmärkten fallen werden, kauft Put-Optionsscheine. Dabei gilt: je weiter die Kurse fallen, desto stärker steigt der Wert des Optionsscheins und umgekehrt. Bei Call-Optionsscheinen verhält es sich anders herum. Je nach Auslegung kann der Inhaber seine Option während der gesamten Laufzeit (amerikanische Variante) oder am Ende der Laufzeit (europäische Variante) ausüben. Optionsscheine haben eine begrenzte Laufzeit, meist von einigen Wochen bis zu einem Jahr.

Ebenfalls abhängig von der Ausgestaltung ist die Regelung, wie die Option ausgeübt wird. Entweder muss der Verkäufer dem Anleger den Basiswert, z.B. die Aktie, zum vereinbarten Preis übereignen. Oder es findet eine Barauszahlung zwischen dem Basispreis und dem Ausübungspreis statt. Die Barauszahlung ist am weitesten verbreitet. Und bei Optionsscheinen gibt es ein Bezugsrecht, z.B. 1:1. Das heißt, für je einen Optionsschein erhält man das Recht, z.B. eine Aktie zu einem bestimmten Kurs zu kaufen oder zu verkaufen.

Wie verhält sich die Preisentwicklung bei Optionsscheinen

Der Preis eines Optionsscheins wird vom Preis des Basiswertes, vom dem Handel zu Grunde liegenden Ausübungspreis und von der (verbleibenden) Laufzeit bestimmt. Für die Kursentwicklung von Optionsscheinen gelten folgende grundlegende Zusammenhänge: je größer der Unterschied zwischen Basis- und Ausübungspreis, desto stärker wird der Kurs beeinflusst. Und je kürzer die noch (verbleibende) Laufzeit, desto geringer die Chance auf weitere Kurssteigerungen des Scheins.

Daher schwanken die Kurse i.d.R. erheblich stärker als der zu Grunde liegende Basiswert. Im schlechtesten Fall kann der Kurs eines Optionsscheins auf Null fallen; es ist also auch ein Totalverlust möglich. Daher sollten nur sehr erfahrene und risikobereite Anleger mit Optionsscheinen handeln, die sich einen möglichen Verlust des eingesetzten Kapitals leisten können.

Stark vereinfachtes Rechenbeispiel: Eine Aktie notiert bei 100 Euro. Ein Anleger ist davon überzeugt, dass der Kurs der Aktie demnächst fällt. Er kauft einen Put-Optionsschein mit einem Bezugsverhältnis von 1:1 für 5 Euro. Der Basispreis liegt bei 90 Euro. Nach dem Kauf des Optionsscheins fällt der Kurs der Aktie auf 80 Euro. Der innere Wert, der rechnerische Preis, des Optionsscheins ergibt sich wie folgt: 90 Euro Basispreis – 80 Euro aktueller Kurs = 10 Euro. Abzüglich des Kaufpreises bleiben 5 Euro Gewinn oder 100% je Optionsschein. Da auch Laufzeit und Markterwartungen den Preis beeinflussen, kann der tatsächliche Preis vom inneren Wert abweichen.

Mit Optionsscheinen Depot absichern

Optionsscheine kann man auch zur Depotabsicherung nutzen. Wenn man z.B. in Urlaub fährt oder lange geschäftlich unterwegs ist, und sich gegen Kursrückgänge sichern möchte, kann man Put-Optionsscheine kaufen. Sinken die Aktienkurse, steigen die Kurse der Optionsscheine, und man erzielt keinen Verlust. Im Prinzip müsste man für alle Aktien, die sich im Depot befinden, bei einem Bezugsverhältnis von 1:1, wie es im Beispiel beschrieben wurde, die gleiche Anzahl Optionsscheine mit einer individuell zu bestimmenden Laufzeit erwerben.

Das verursacht Kosten für den Kauf an sich. Zudem fallen Bankspesen an. Die Depotabsicherung mit Optionsscheinen ist im Grunde eine Versicherung: für den Kauf der Scheine fallen Kosten, die "Versicherungsprämie", an. Wenn die Kurse nicht sinken, wurde die Prämie umsonst gezahlt. Ob sich das lohnt, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Um Kosten zu sparen, kann man auch nur die Aktien absichern, deren Kurse in der Vergangenheit große Schwankungen aufgewiesen haben.

Wer auf ausgewählte Qualitätstitel setzt und einen Anlagehorizont von 10 Jahren und mehr hat, sollte überlegen, ob er sich die "Versicherungsprämie" spart und für Geld bei Kursrückgängen direkt in die Aktie investiert und die Einstandskurse so verbilligt.

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Jörgen Erichsen

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