Niedrigzinsphase und Inflation: Wo sollten Sie anlegen?

Die anhaltende Niedrigzinsphase bedeutet für Sparer und Anleger, dass die Zinsen für festverzinsliche Sparanlagen häufig niedriger ausfallen als die Inflation, ihr Geld also real an Wert verliert. Welche Optionen hat der Privatanleger in dieser Situation? Wer nicht allzu risikoscheu ist, legt sein Geld, oder einen Teil davon vielleicht in Aktien- und Investmentfonds an.

Manche geben einfach mehr Geld aus und die Wirtschaft profitiert von der gestiegenen Binnennachfrage. Aber mehr Konsum schafft nicht unbedingt mehr Wert. Der damit erzielte Gewinn an Lebensqualität ist kurzlebig und ab einem bestimmten Level wohl kaum noch wahrnehmbar. Eine andere Option: Den realen Wertverlust festverzinster Anlagen in Kauf nehmen, dafür aber einen Mehrwert anderer Art mitnehmen – Geldanlage mit "moralischer Rendite".

Wachstumsmarkt – "ethische Geldanlagen"

Tatsächlich verzeichnet der Markt für sogenannte "ethische Geldanlagen" in den letzten zehn Jahren regelmäßig zweistellige Wachstumsraten. Es gibt offenbar immer mehr Anleger und Sparer, die sich nicht nur dafür interessieren, wie viele Zinsen ihr Geld einbringt, sondern auch wissen wollen, was mit Ihrem Geld passiert. Und die werden immer öfter Kunde bei "alternativen" oder "nachhaltigen" Banken, wie der Umweltbank, der GLS Bank, der Steyler Ethik-Bank oder der Troidos Bank. Auf dem Markt für nachhaltige Geldanlagen finden sich mittlerweile alle Produkte, die es auch im konventionellen Bereich gibt: Aktien, Sparbücher, Festgeld, Tagesgeld, Investmentfonds,…

Moralische Rendite – wie geht das?

Die alternativen Banken investieren alle Kundeneinlagen entsprechend ihrer ethischen Ausrichtung. Mit einem Höchstmaß an Transparenz erreichen sie dabei ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit. Die Nürnberger Umweltbank investiert das Geld ihrer Kunden konsequent nur in Umwelt- und Klimaschutz. Sie erstellt regelmäßig eine Ökobilanz, die dokumentiert wie viel CO2 durch die von ihr finanzierten Projekte eingespart wird.

2012 lag dieser Wert bei rund 2,3 Mio. Tonnen, was dem jährlichen CO2-Ausstoß durch privaten Stromverbrauch von rund 2,3 Mio. Bundesbürgern entspricht. Die breiter ausgerichtete GLS Bank mit Sitz in Bochum fördert Projekte zu den Themen Energie, Ernährung, Wohnen, Bildung oder Soziales. Bei der Kontoeröffnung kann der Kunde selbst entscheiden, in welchem dieser Bereiche sein Geld schwerpunktmäßig angelegt werden soll.

Und die Zinsen?

Für festverzinsliche Produkte (Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe) bewegt sich die Rendite der Alternativbanken auf ähnlich niedrigem Niveau wie bei herkömmlichen Instituten (Stand März 2014). Beim Tagesgeld bietet die Umweltbank 0,5 % Zinsen und ist damit besser als viele Sparkassen und Volksbanken. Bessere Konditionen mit Zinsen knapp über 1 % bieten nur einige Direktbanken.

Die Offerten für zweijährige Festgeldanlagen von Umweltbank (1,05 %) und GLS Bank (0,75 %) sind attraktiver als die meisten Angebote großer Banken und Sparkassen. Bei fünfjähriger Festschreibung (Umweltbank – 1,55 %, GLS Bank – 1,15 %) sieht es ähnlich aus. Auch da schneiden nur Direktbanken wie die Deutsche Pfandbriefbank (2,4 %) oder die ING-DiBa (1,7 %) besser ab, verlangen aber auch höhere Mindestanlagebeträge.

Das Geschäft mit den Gutmenschen haben inzwischen auch viele konventionelle Banken für sich entdeckt. So genannte "Klima- oder Ökosparbriefe" werden meist zur Finanzierung eines bestimmten Projektes von Sparkassen oder Volksbanken aufgelegt. Die Angebote sind finanziell vergleichsweise attraktiv, meistens aber zeitlich begrenzt und oft schnell ausverkauft.

Quellen:

  • www.ecoreporter.de
  • www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=100841&bernr=21&seite=12
  • www.umweltbank.de
  • www.gls.de
  • www.nachhaltigkeit.info/artikel/wirtschaft_finanzen_1716.htm
Veröffentlicht am 21. März 2014
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