Geldanlage

Niedrigzins der EZB fördert Altersarmut!

Niedrigzins der EZB fördert Altersarmut!
geschrieben von Jörgen Erichsen

Seit Jahren verfolgt die Europäische Zentralbank eine ausgeprägte Niedrigzins-Politik. Neben einigen positiven Folgen, wie z. B. sinkende Darlehenszinsen, wird immer mehr sichtbar, dass diese Vorgehensweise vor allem für Rentner und Pensionäre zum Problem wird.

Rentner erhalten für ihr Geld zum einen geringste Zinsen und es ist kaum möglich, klassisch für den späteren Ruhestand vorzusorgen. Und das Problem ist nicht auf Haushalte mit geringen Einkommen begrenzt, auch sogenannte besser Verdienende sind betroffen. Selbst wenn sie es im Moment noch nicht merken. Wer sein Geld anlegen will und auf althergebrachte Anlageformen wie Tages- und Festgeld oder länger laufende Anleihen setzt, erhält im Moment nur Zinsen von etwa 0,1 – 0,8 %.

Unter Berücksichtigung von Inflationsrate und Steuern ergeben sich so negative Renditen. Das heißt, Sparer vernichten trotz Anlage einen Teil ihres Geldes. Und nicht nur das: es ist unter diesen Bedingungen kaum noch möglich, richtig für das Alter vorzusorgen. Denn auch Anlageformen wie Lebensversicherungen, Rentenfonds oder Betriebsrenten sind von den Niedrigzinsen betroffen. Auch hier werden nur noch Minirenditen erzielt und es ist nicht sicher, ob man überhaupt mehr erhält als man eingezahlt hat.

Erste Pensionskassen drohen in finanzielle Schieflage zu geraten.

Mit der Konsequenz, dass Versorgungsempfänger mit weiteren Leistungskürzungen rechnen müssen. In einer solchen Lage sehen viele Privatpersonen nicht mehr ein, überhaupt noch etwas für die Rentenvorsorge zu tun. Konsumieren hat in Zeiten niedriger Zinsen eindeutig Vorteile – mit fatalen Folgen: denn eigentlich müsste man genau umgekehrt vorgehen, und deutlich mehr sparen, um sich den Lebensstandard zu sichern, den man sich vorstellt.

Und ein Mehr an Konsum verschärft das Problem weiter: immer mehr Haushalte verschulden sich wegen der günstigen Zinsen hierfür oft auch über ein vernünftiges Maß hinaus.

Es droht schon kurzfristig eine Schuldenfalle und im Extremfall eine Privatinsolvenz, wenn man sich mehr verschuldet als wirtschaftlich verkraftbar ist. In jedem Fall ist es auf diese Weise unmöglich, einen ausreichenden Betrag für die spätere Altersvorsorge zurückzulegen.

Fazit: Zwar ist noch nicht genau absehbar, mit welchen negativen finanziellen Konsequenzen Rentner und Pensionäre durch den Niedrigzins im Alter in Euro und Cent rechnen müssen. Es wird aber immer klarer, dass diese zu erheblichen Problemen führen. Anlageformen wie Anleihen oder Lebensversicherungen bringen inzwischen nicht nur keine Rendite, sondern vernichten sogar Kapital.

Zudem drohen Leistungskürzungen bei bisher als sicher geglaubten Betriebsrenten. Aus diesem Grund können sich alle Privatpersonen, die auf diese Anlageformen setzen, nicht mehr sicher sein, ob sie im Alter über eine ausreichende Versorgung verfügen. Abhilfe könnten hier nur die EZB durch eine Änderung der Zinspolitik oder die Politik selbst schaffen, etwa, indem sie bestimmte Anlageformen unterstützt. Beides ist im Moment nicht erkennbar.

Was tun Sie für Ihre Vorsorge? Investieren Sie in Anleihen oder haben Sie eine Lebensversicherung? Vielleicht eine Immobilie? Oder geben Sie Ihr Geld lieber jetzt aus, als es zu sparen? Was sagen Sie zu der EZB Finanzpolitik? Denken Sie, man müsste sie ändern? Wenn ja, dann wie? Sagen Sie uns Ihre Meinung!

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Jörgen Erichsen

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